Kunstaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen"

Abenteuer auf Leinwand

Zwei Dutzend Künstler aus Lörrach und der Region stellen Arbeiten für die Benefizaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" zur Verfügung. Versteigert werden sie am 27. November. Hier können die Bilder schon einmal betrachtet werden.

Von unserer Mitarbeiterin

Barbara Ruda

LÖRRACH. Zwei Dutzend Künstler aus Lörrach und der Region stellen Arbeiten für die Benefizaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" zur Verfügung. Bis zur Versteigerung am 27. November präsentiert die BZ jeden Tag das Porträt eines Künstlers oder einer Künstlerin sowie das Werk, das im Rahmen dieser Aktion angeboten wird. Heute Hari Kobiella.Seit 1976 arbeitet Hari Kobiella erfolgreich als Bühnenmaler für internationale Opern-, Theater- und Musicalproduktionen wie "Die Fledermaus", "West Side Story" oder "Der Vogelhändler", für deren Handlung er immer wieder wichtige Akzente setzte. Wenn er Aufträge hat, dann tut er das noch heute.

Nicht auf einer Akademie hat der in Bad Sobernheim geborene Künstler sein Handwerk erlernt, sondern durch "learning by doing", wie er sagt, und mit einer fundierten Ausbildung zum Bühnenbildner am Theater des Westens in Berlin. Weil er gerne selbst alles kontrolliert, erstellte er für seine Projekte eigenhändig die architektonischen Pläne, genauso wie er immer seine Entwürfe und meistens auch das große Bühnenbild malte. Mehr als 30 Jahre lang war das sein Broterwerb. Während dieser Zeit hat er mit vielen bekannten Schauspielern zusammengearbeitet, etwa mit Horst Tappert, der jedes Jahr um die Weihnachtszeit sieben Wochen auf Tournee ging. An "Die zwölf Geschworenen" mit ihm kann sich Hari Kobiella noch gut erinnern oder auch an "Schillers Räuber" mit Raimund Harmsdorf. Zwischen den Aufträgen malte Kobiella immer schon – zunächst im surrealistischen Stil, der ihn fasziniert, seit er als Jugendlicher Dalì, Ernst und Margritte entdeckte.

Wenn er gegenständlich malt, nimmt Kobiella sich den Meister auf diesem Gebiet, Salvador Dalì, zum Vorbild. Am Ende muss die Bildoberfläche glatt sein wie ein Tisch, wie ein Guss. Und inhaltlich, "da muss sich die dritte Dimension andeuten", wie er Kobiella. Als in ihm der Wunsch immer größer wurde, nicht andauernd auf Physiognomie oder Größenverhältnisse achten zu müssen und den Filter des Denkens beim Schaffensprozess einmal ganz auszuschalten, holte er zu einem Befreiungsschlag aus und schuf eine ganze Serie abstrakter Gemälde. Der Künstler experimentierte mit jedem dieser Bilder aufs Neue drauf los. Als "forschende Abenteuer auf der Leinwand" bezeichnet Kobiella das Modellieren dieser lyrischen Abstraktionen.

Hari Kobiela: "Matrix XII", Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 70 cm, Mindestgebot: 900 Euro
von rud
am Di, 09. November 2010 um 12:26 Uhr

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