Ärztliche Versorgung steht im Fokus

Cornelia Rösner und Klaus Eberhardt wollen kassenärztliche Vereinigung in die Pflicht nehmen.

RHEINFELDEN (ibö). Fair, aber intensiv wurden die OB-Bewerber Cornelia Rösner und Klaus Eberhardt in der öffentlichen Mitgliederversammlung der CDU befragt. Alle Kernthemen von der Eigenentwicklung der Ortsteile, über die Vereinsförderung in Kultur und Sport und Weiterbau der A98 kamen zur Sprache. Gemeinderat Alois Ockl wollte unter anderem wissen, wie mit dem Defizit des kommunalen Bürgerheims umgegangen wird, das eine halbe Millionen Euro beträgt und wie es mit dem Ausbau von Kindergartenplatzen für unter Dreijährige weitergeht und wie der sich mit den freien Trägern vereinbaren lässt.

Klaus Eberhardt erklärte zum Bürgerheim, dass es sinnvoll sei, das Defizit zu begrenzen, aber berücksichtigt werden müsse, dass ein Heimplatz für jede soziale Schicht bezahlbar bleibe. Für die unter Dreijährigen habe die Stadt eine gesetzliche Verpflichtung zu handeln. Ein Angebot von Plätzen, die 26 Prozent des Bedarfs decken, sei gut, aber noch nicht das Ende. Eberhardt sprach sich auch für Trägerfreiheit als "absolut wichtig" aus.

Cornelia Rösner verwies 34 Prozent bei der Kleinkinderbetreuung als Angebotsziel, auch wenn dies hohe Kosten verursache. Sie sprach sich dafür aus, mit den freien Trägern weiterzuarbeiten und erklärte, dass alle 19 Kindereinrichtungen einen gemeinsamen Standard haben. Für das Bürgerheim betonte Rösner, dass es eine politische Entscheidung sei, welcher Weg gegangen werde. Sie halte es des Nachdenkens wert im Gemeinderat, ob das Haus nach fünf Defizitjahren einem "Träger in die Hand" gegeben werde, der effizienter arbeite.

Auch die Zukunft des Kreiskrankenhauses und die ärztliche Versorgung wurden nachgefragt. Cornelia Rösner ging in die Offensive und kritisierte die Personalentscheidung der Kliniken GmbH, die zur Kündigung von Chefarzt Birkner geführt habe. "Es hätte sich gehört, dass Dr. Pfeiffer nach Rheinfelden kommt", so Rösner zur neuen Lösung. Sie wolle sich für das Krankenhaus "politisch einsetzen", der Krankenhausförderverein könne nicht allein Sprachrohr sein. Bei der allgemeinen medizinischen Versorgung seit es laut Rösner mit nur noch 22 Ärzten "fünf vor zwölf", sie wolle deshalb mit der Kassenärztlichen Vereinigung reden. Dies hält auch Eberhardt für den richtigen Weg, der sich für eine Imagekampagne für Rheinfelden zur Verbesserung der medizinischen Versorgung aussprach.

von ibö
am Do, 05. April 2012


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