Wandern mit Kindern

Auf dem Ameisenpfad in Rötenbach gibt’s das große Krabbeln für die Kleinen

Nach einem Schmetterlingsmemory am Waldrand und Klettermöglichkeiten tauchen die Wanderer ein in den Ameisenwald ein. Einen immensen Ameisenhaufen haben die Tierchen hier aufgehäuft.

"Ich will nicht zu den Ameisen! Die piksen!" Emil, drei Jahre alt, bekommt erst mal einen Wutanfall, als wir uns auf den Weg machen. Wir können ihn damit beruhigen, dass wir auch am Bach spielen können und sowieso erstmal ein bisschen durch den Wald wandern.

Und schon dieser Weg durch den Wald in der Nachmittagssonne ist ein Vergnügen! Vom Wanderparkplatz Hardt in Rötenbach folgen wir den Schildern mit der Ameise. Schnell sind am Wegrand drei Wanderstöcke gefunden, und die drei Geschwister ziehen gemeinsam los, Rucksäcke mit Proviant auf dem Rücken, Fernglas um den Hals.

Vom Waldwirtschaftsweg biegen wir bald auf einen weichen nadelbedeckten Pfad ab, Douglasien säumen den Weg. Diese Riesen sind auch das Thema der ersten Station des Ameisenpfads. Eine große Tafel lädt dazu ein, mehr über Douglasien zu erfahren und sie zu erschnuppern. Ein Zweiglein wird von Nase zu Nase gereicht: "Wie Zitrone", befindet Marie (7).

Mit dem Zweig am Hut wandern wir bergab und aus dem Wald heraus, links neben uns erhebt sich bald eine enorme Granitwand. Älter als die Dinosaurier soll sie sein, verrät eine weitere Infotafel. Über den Blüten ringsum tanzen Schmetterlinge in allen Farben.

Bald führt uns eine Brücke rechts über den Rötenbach. Dort wird der Weg schmaler und schmaler, führt mal bergan, mal bergab. Gräser am Wegrand überragen die kleinen Wanderer bei weitem. Und die staunen: über wundersame Pilze, tolle Steinformationen, riesenhafte Blätter, die sich wie ein Dach über uns schließen. Und sie schnuppern. "Papa, nach was riecht’s hier?" Himbeeren sind es, die ihren Duft verströmen. Wir naschen ein bisschen, steigen weiter über Wurzeln. Immer wieder hören wir den Bach neben uns rauschen.

Schließlich erreichen wir unseren Rastplatz am Rötenbach. Auf einer Bank wird das Vesper ausgepackt, ein paar Bissen reichen schon, zu verlockend liegt das breite Bachbett vor uns. Vorsichtig über die Steine balanciert, und Marie taucht den mitgebrachten Kescher ins Wasser, Mael (4) lässt Steine springen und Emil versucht mit einem Zweig sein Anglerglück. Die Kinder sind so vertieft in ihr Tun, dass wir Eltern entspannt im Schatten sitzen und den Geräuschen des Waldes lauschen können.

Frisch gestärkt und vom Bachwasser erfrischt machen wir uns wieder auf den Weg. Nun haben die Kinder ein neues Ziel vor Augen: den Krebsgraben. Flusskrebse soll es dort geben. Jene Wassertiere, die seit Urzeiten die Bäche nicht nur des Schwarzwalds bevölkert haben und denen die Umweltverschmutzung zum Verhängnis wurde. Hier soll es sie noch geben. Den Kescher griffbereit beugt sich Marie über das Wasser.

Nichts ist zu sehen. Oder doch? Da! Eine kleine Bewegung in Wasser. Blitzschnell den Kescher versenkt und tatsächlich: Da bewegt sich was im Netz. Schnell füllen wir den Lupenbecher mit Wasser und setzen das zarte Tierchen hinein. Fast durchsichtig und kaum fünf Millimeter groß bewegt sich der Winzling durch den Becher. Nach eingehender Betrachtung entscheiden wir: Der kleine Flusskrebs muss zurück in seinen Bach. Wir winken ihm noch einmal zu und nähern uns nun tatsächlich dem Wegabschnitt, in dem die Ameisen ihr Zuhause haben.

Nach einem Schmetterlingsmemory am Waldrand und einem weiteren Rastplatz mit Klettermöglichkeiten tauchen wir in den Ameisenwald ein. Einen immensen Ameisenhaufen haben die Tierchen aus unzähligen Tannennadeln aufgehäuft. "Wie lange haben die Ameisen dazu wohl gebraucht?", sinniert Marie. Aber nicht nur auf dem Hügel krabbelt’s, sondern auch auf unseren Füßen und Beinen. "Uaaaah, die wollen mich piksen!" Schnell abgeschüttelt und raus aus dem Wald, schließlich gibt es auf dem wunderbaren Ameisenpfad noch so viel mehr zu entdecken.
Ameisenpfad Rötenbach
Der Ameisenpfad startet und endet am Waldparkplatz Hardt in Friedenweiler-Rötenbach.

Länge: 4,7 km. Nicht für Kinderwagen geeignet; Infos: http://mehr.bz/antz
Wer Spaß daran hat, kann auf dem Rötenbacher Ameisenpfad beim Geocaching auf Schatzsuche gehen. Geräte mit Anleitung gibt’s während der Öffnungszeiten im Dorfladen Rötenbach oder bei der Tourist-Info im Rathaus. Infos: http://mehr.bz/geoantz
von Silke Kohlmann
am Mo, 24. September 2018 um 00:00 Uhr

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