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Angelina Flaig, Linke Liste: "Soziale Frage ist zentral"

Die Schule hat das politische Interesse von Angelina Flaig geweckt. Neu für die Linke Liste im Gemeinderat, will sie das Sozialticket und die Quartiersarbeit auf die politische Agenda setzen.

Den Lackmustest hat Angelina Flaig schon hinter sich. "In der Hochphase des Wahlkampfes gab es zwei Wochen, in denen ich vier Unterrichtsbesuche hatte", erzählt die Referendarin. Und da sie das gut unter einen Hut bekommen hat, fürchtet sie auch die zukünftige Doppelbelastung mit Beruf und Mandat als Stadträtin nicht. "Ich bin glücklicherweise gut organisiert", sagt sie. Die Schule habe sie nur gebeten, ihr dienstags keinen Nachmittagsunterricht zu geben – denn dann ist Gemeinderat.

Die Schule, die sie nun mit ihrem politischen Mandat unter einen Hut bringen muss, hat überhaupt erst ihr politisches Interesse geweckt. Im Gemeinschaftskundeunterricht sei ihr klargeworden, dass die Soziale Frage eine zentrale Frage ist, die noch lange nicht gelöst ist. Auch in Freiburg nicht.

Geboren am 7. Dezember 1993
Beruf: Referendarin an beruflichen Schulen
Wohnort: Zähringen
Hobbys: Tennis, Joggen, Freunde treffen

Daher will Flaig die Frage auch ins Zentrum ihrer Arbeit rücken. "Auch in Freiburg gibt es Armut", sagt sie. Also müsse man sich überlegen, wie man Menschen aus der Armut und aus der Ausgrenzung, die mit der Armut einher gehe, herausholen könne. Das Sozialticket sei ein erster Schritt, könne jedoch noch ausgebaut werden, sagt Flaig. Gerade im Kulturellen fehlen ihr Angebote, die niederschwellig einen Zugang ermöglichen, bei dem nicht sofort etwas bezahlt werden muss.

Zur kommunalen Lösung der Sozialen Frage gehörten aber auch Sport und eine starke Quartiersarbeit und natürlich eine gute Schulinfrastruktur mit flächendeckender Ganztagesbetreuung, so Flaig. Ihren Themen entsprechend wird sie für ihre Fraktion daher auch den Personal-, Schul-, Sozial- und Sportausschuss besetzen.

Dass der Oberbürgermeister jetzt schon zur Haushaltsdisziplin mahnt, hält Flaig angesichts anstehender Schulsanierungen für das falsche Zeichen. "Wir dürfen das nicht zu lange aufschieben", sagt sie und empfiehlt in Fragen der Investitionen die richtigen Prioritäten zu setzen.
von Manuel Fritsch
am Mi, 21. August 2019 um 08:30 Uhr

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