Arthus Galerie für zeitgenössische Kunst

  • Am Galgenfeld 5B
  • 77736 Zell am Harmersbach
  • Tel.: 07835 540990
  • Webseite

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Arthus Galerie für zeitgenössische Kunst: Alle Termine

  • Kunstwerke des Bonner Künstlerpaares Petra Rintelen und Martin Stommel Stille und Aufruhr Zwei Maler in der ARTHUS Galerie Zell Am kommenden Samstag eröffnet Galerist Bertin Gentges in seinen Galerieräumen der ARTHUS Galerie ZELL die Ausstellung »Near an dear« mit Kunstwerken des Bonner Künstlerpaares Petra Rintelen und Martin Stommel. Die Stillleben von Petra Rintelen zeigen in Ölmalerei Früchte, Blumen, Tierpräparate, Schädel, Schalen, Vasen und anderes. Seit Jahrhunderten kennt man solche Malerei, etwa von Georg Flegel (1566 - 1638) bis hin zu Otto Scholderer (1834 - 1902), die in geordneten Kompositionen Muscheln, Käfer, Essen und Früchte in einem hell erleuchteten Räumausschnitt zeigen, exklusiver Teil des Lebensalltags, als Ausstattung für das Esszimmer, gekonnt und beschaulich. Die Stillleben von Petra Rintelen sind anderen Geistes. Im Atelier wurden normale Dekorationsstücke und Alltagsgegenstände in immer neuen Kombinationen arrangiert und als Gemälde in einen von Tonwerten bestimmten, halbdunklen, meditativen, ästhetischen, nicht perspektivischen Raum gestellt. Dadurch gewinnen sie eine andere Dimension, wie ein Gedicht, um die Absolutheit, die Essenz zu gewinnen. Durch Anschnitte der Gegenstände, unklare Raumzusammenhänge, führt sie über die sinnliche Wahrnehmung hinaus. Indem sie die Gegenstände aus den fesselnden Mitten verrückt, schafft sie das Bewusstsein für das ewige Vorbei. In dem Entgleiten alles Vergänglichen findet sie über dem Schönsein zum Sinn und deckt Schein und Eitelkeit des Lebens auf. Ihre Bilder sind Vanitastafeln, erinnern an die Sterblichkeit, sind tiefsinniges »memento mori«, still und meditativ. Unaufdringlich führt in diese intellektuelle Dimension schon die Stilllebenmalerei des Jean Baptiste Siméon Chardin (1699 - 1779), der die Alltagsgegenstände im Zauber von Licht und Farbe zur Poesie für nachfolgende Generationen bis zu Petra Rintelen einzufangen vermochte. Selten ist aber einem Nachfolger eine solche Metamorphose zur Lebensdeutung gelungen, dass jenseits des Einzelmotivs, klar und rein der Sinn spürbar lebt, wie bei der Künstlerin. Dabei sind die Requisiten durchaus Bestandteil ihres Alltags, ihres Heute und in der Summe ein lebendiges Porträt ihrer Selbst und ihrer Gedanklichkeit, ein Spiegel, sublim und aktuell, der zum Innehalten aufruft. Dieser Konzentration und inneren Ruhe stehen die eruptiven Kraftpakete und Inhaltsbögen vom Engelsturz bis zum Breakdance gegenüber, die Martin Stommel ausbreitet. Seine Malerei ist ein gewaltiges Ringen in der Unruhe der Welt, ein Versuch, aus dem Inferno den Weg zum Paradies zu finden. Seine Lichtregie, die visionäre Komposition voller Spannung und Dramatik mit raumgreifenden Diagonalen und Gesten, die langgestreckten Körper, führen das irdisch Materielle zur Deutung über den Alltag hinaus. Die ekstatische, expressionistische Verknappung, der freie Umgang mit dem Motiv sprengt alles Verkrustete traditioneller Anschauung. In seinen Bildern birst und dröhnt das Schicksal mit den Sternen um die Wette im unendlichen Flug. Das Leben seiner Helden und Heldinnen, Jakobs Ringen mit dem Engel, die antiken Götter, Judith, Odysseus, Eva und Ariadne, Ur und Babel mischen sich zu einem Panorama von Weltgeheimnissen und des wandelbaren Glücks, macht alle Agierenden zu Saltimbanques. Das Fieber eines Tintoretto (1518 - 1594), El Greco (1541 - 1614) oder Max Beckmann (1884 - 1950) hat alle und alles erfasst. Rilke schrieb in der fünften Duineser Elegie 1915, angeregt durch das Gemälde »Gaukler« von Picasso, 1905, einsam, verzweifelt, aus Paris als Fremder im ersten Weltkrieg ausgewiesen, seine melancholisches Gedicht, dessen Anfang hier wiedergegeben wird. »Wer aber sind sie, sag mir, die Fahrenden, diese ein wenig Flüchtigen noch als wir selbst, die dringend und früh an wringt ein wem, wem zu Liebe niemals zufriedener Wille? Sondern er wringt sie, biegt sie, schlingt sie und schwingt sie, wirft sie und fängt sie zurück; wie aus geölter, glatterer Luft kommen sie nieder auf dem verzehrten, von ihrem ewigen Aufsprung dünneren Teppich, diesem verlorenen Teppich im Weltall.« In den Jahren 2001 bis 2007 malte Stommel Bilder von Zirkusartisten und Szenen in der Manege. Er wurde von Prinz Rainier III zur Ausstellung dieser Bilder in Monaco eingeladen. In diesen Zeitraum fällt auch die Illustration mit Radierungen und Mezzotintos zur Divina Commedia des Dante. Die Ausstellung dieses gewaltigen Werkes wurde von der Deutschen Dante Gesellschaft mitgetragen. Die kunsthistorische Bildung, die brillante künstlerische Ausbildung bei dem berühmten russischen Dissidenten Boris Birger, der als Emigrant nach Bonn kam, neben seinem Akademiestudium in München und Berlin, die Umsetzung realer Seherlebnisse, die Motivwahl, schaffen völlig neue inspirierte und inspirierende Bildlösungen. Seine Dynamik der Bildniederschrift, Freiheit der Farbwahl und visionäre Umdeutung, sind eine rare Qualität in der internationalen Kunstszene.

    Zell am Harmersbach | Arthus Galerie für zeitgenössische Kunst

    Mi 24.10.18
    13 - 17 Uhr
    Near and Dear
  • Kunstwerke des Bonner Künstlerpaares Petra Rintelen und Martin Stommel Stille und Aufruhr Zwei Maler in der ARTHUS Galerie Zell Am kommenden Samstag eröffnet Galerist Bertin Gentges in seinen Galerieräumen der ARTHUS Galerie ZELL die Ausstellung »Near an dear« mit Kunstwerken des Bonner Künstlerpaares Petra Rintelen und Martin Stommel. Die Stillleben von Petra Rintelen zeigen in Ölmalerei Früchte, Blumen, Tierpräparate, Schädel, Schalen, Vasen und anderes. Seit Jahrhunderten kennt man solche Malerei, etwa von Georg Flegel (1566 - 1638) bis hin zu Otto Scholderer (1834 - 1902), die in geordneten Kompositionen Muscheln, Käfer, Essen und Früchte in einem hell erleuchteten Räumausschnitt zeigen, exklusiver Teil des Lebensalltags, als Ausstattung für das Esszimmer, gekonnt und beschaulich. Die Stillleben von Petra Rintelen sind anderen Geistes. Im Atelier wurden normale Dekorationsstücke und Alltagsgegenstände in immer neuen Kombinationen arrangiert und als Gemälde in einen von Tonwerten bestimmten, halbdunklen, meditativen, ästhetischen, nicht perspektivischen Raum gestellt. Dadurch gewinnen sie eine andere Dimension, wie ein Gedicht, um die Absolutheit, die Essenz zu gewinnen. Durch Anschnitte der Gegenstände, unklare Raumzusammenhänge, führt sie über die sinnliche Wahrnehmung hinaus. Indem sie die Gegenstände aus den fesselnden Mitten verrückt, schafft sie das Bewusstsein für das ewige Vorbei. In dem Entgleiten alles Vergänglichen findet sie über dem Schönsein zum Sinn und deckt Schein und Eitelkeit des Lebens auf. Ihre Bilder sind Vanitastafeln, erinnern an die Sterblichkeit, sind tiefsinniges »memento mori«, still und meditativ. Unaufdringlich führt in diese intellektuelle Dimension schon die Stilllebenmalerei des Jean Baptiste Siméon Chardin (1699 - 1779), der die Alltagsgegenstände im Zauber von Licht und Farbe zur Poesie für nachfolgende Generationen bis zu Petra Rintelen einzufangen vermochte. Selten ist aber einem Nachfolger eine solche Metamorphose zur Lebensdeutung gelungen, dass jenseits des Einzelmotivs, klar und rein der Sinn spürbar lebt, wie bei der Künstlerin. Dabei sind die Requisiten durchaus Bestandteil ihres Alltags, ihres Heute und in der Summe ein lebendiges Porträt ihrer Selbst und ihrer Gedanklichkeit, ein Spiegel, sublim und aktuell, der zum Innehalten aufruft. Dieser Konzentration und inneren Ruhe stehen die eruptiven Kraftpakete und Inhaltsbögen vom Engelsturz bis zum Breakdance gegenüber, die Martin Stommel ausbreitet. Seine Malerei ist ein gewaltiges Ringen in der Unruhe der Welt, ein Versuch, aus dem Inferno den Weg zum Paradies zu finden. Seine Lichtregie, die visionäre Komposition voller Spannung und Dramatik mit raumgreifenden Diagonalen und Gesten, die langgestreckten Körper, führen das irdisch Materielle zur Deutung über den Alltag hinaus. Die ekstatische, expressionistische Verknappung, der freie Umgang mit dem Motiv sprengt alles Verkrustete traditioneller Anschauung. In seinen Bildern birst und dröhnt das Schicksal mit den Sternen um die Wette im unendlichen Flug. Das Leben seiner Helden und Heldinnen, Jakobs Ringen mit dem Engel, die antiken Götter, Judith, Odysseus, Eva und Ariadne, Ur und Babel mischen sich zu einem Panorama von Weltgeheimnissen und des wandelbaren Glücks, macht alle Agierenden zu Saltimbanques. Das Fieber eines Tintoretto (1518 - 1594), El Greco (1541 - 1614) oder Max Beckmann (1884 - 1950) hat alle und alles erfasst. Rilke schrieb in der fünften Duineser Elegie 1915, angeregt durch das Gemälde »Gaukler« von Picasso, 1905, einsam, verzweifelt, aus Paris als Fremder im ersten Weltkrieg ausgewiesen, seine melancholisches Gedicht, dessen Anfang hier wiedergegeben wird. »Wer aber sind sie, sag mir, die Fahrenden, diese ein wenig Flüchtigen noch als wir selbst, die dringend und früh an wringt ein wem, wem zu Liebe niemals zufriedener Wille? Sondern er wringt sie, biegt sie, schlingt sie und schwingt sie, wirft sie und fängt sie zurück; wie aus geölter, glatterer Luft kommen sie nieder auf dem verzehrten, von ihrem ewigen Aufsprung dünneren Teppich, diesem verlorenen Teppich im Weltall.« In den Jahren 2001 bis 2007 malte Stommel Bilder von Zirkusartisten und Szenen in der Manege. Er wurde von Prinz Rainier III zur Ausstellung dieser Bilder in Monaco eingeladen. In diesen Zeitraum fällt auch die Illustration mit Radierungen und Mezzotintos zur Divina Commedia des Dante. Die Ausstellung dieses gewaltigen Werkes wurde von der Deutschen Dante Gesellschaft mitgetragen. Die kunsthistorische Bildung, die brillante künstlerische Ausbildung bei dem berühmten russischen Dissidenten Boris Birger, der als Emigrant nach Bonn kam, neben seinem Akademiestudium in München und Berlin, die Umsetzung realer Seherlebnisse, die Motivwahl, schaffen völlig neue inspirierte und inspirierende Bildlösungen. Seine Dynamik der Bildniederschrift, Freiheit der Farbwahl und visionäre Umdeutung, sind eine rare Qualität in der internationalen Kunstszene.

    Zell am Harmersbach | Arthus Galerie für zeitgenössische Kunst

    Do 25.10.18
    13 - 17 Uhr
    Near and Dear

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