Weinwege am Oberrhein (3)

Auf dem Markgräfler Wiiwegli von Blansingen nach Müllheim

BZ-SERIE "WEINWEGE AM OBERRHEIN" (3): Die zweite Wanderetappe auf dem Markgräfler Wiiwegli führt von Blansingen nach Müllheim /.

Bevor die Wanderung beginnt, sollte man unbedingt den Abstecher nach Blansingen (0,8 km) und zu der etwas weiter unterhalb liegenden Dorfkirche St. Peter machen. Sie ist die bekannteste und wohl auch schönste von den mit Fresken geschmückten Markgräfler Bilderkirchen. In zwei Bilderfolgen von unterschiedlichen Künstlern aus der Zeit um 1450 wird die Leidensgeschichte Christi und das Leben und Martyrium des heiligen Petrus erzählt.

Zurück beim Wegweiser Am Grasenweg (381 m) geht es in schnellem Wechsel durch Reben, Obstanlagen und Äcker. Der Blick nach Westen reicht weit in den Sundgau hinein, im Osten taucht das Blauenmassiv auf. Vom Wegweiser Römerstraße (370 m) an geht es etwas eintönig entlang der Landstraße weiter, die der alten Römerstraße folgt. Beim Hochbehälter von Rheinweiler kommt man wieder auf einen Erdweg und bald darauf in den Wald. Mit einem großen Kreuz, das die Freifrau von Rottberg 1858 setzen ließ, beginnen die 14 Stationen eines Kreuzweges. Beim Wegweiser Stationenweg (342 m) kommt man wieder aus dem Wald und erreicht nach 800 Metern das Wegekreuz von Bamlach.

Am Golfplatz rechts vorbei sind es weitere 800 Meter bis zur aussichtsreichen Kapelle von Maria Hügel (350 m). Insgesamt wurden seit Blansingen 5,5 Kilometer zurückgelegt. Die erste Kapelle von 1866 wurde 1945 durch Artilleriegranaten zerstört. Die bis 1952 neu aufgebaute Kapelle wurde "Maria als Königin des Friedens" geweiht. Vom Kapellenberg, nach dem die Bamlacher Weinlage benannt wurde, hat man einen herrlichen Blick in die Rheinebene. Dahinter grüßen die Vogesen.

Das Wiiwegli führt auf einem schmalen Pfad am Steilrand durch Wald und Wiesen abwärts. Nach 800 Metern kann man beim Wegweiser Blachengraben nach Bad Bellingen (1,2 km) abzweigen. Linker Hand kommt zuerst ein Grillplatz, wenig später der Wanderparkplatz Pfaffenacker. Dort überschreitet man die Landstraße von Hertingen nach Bad Bellingen. Auf einem ebenen und geteerten Weg wandert man durch Obstwiesen zum Kirschenhof (310 m). Bald wird der Weg wieder abwechslungsreicher. Am Waldrand abwärts erreicht man die Reblage Ölberg, die sich Schliengen und Bad Bellingen teilen. Unmittelbar darunter geht die Neubaustrecke der Bahn in den 9,4 Kilometer langen Katzenbergtunnel, den längsten Zweiröhrentunnel im deutschen Bahnnetz. Am Rastplatz Sängerruhe vorbei geht es durch den Wald hinunter zum Weinbauort Schliengen. Man kommt an der ehemaligen Heiligkreuzkapelle von 1792 vorbei, in der an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert wird.

Von der Ortsmitte Schliengens (246 m) geht es links an der B3 entlang zur Winzergenossenschaft. Vorher sollte man aber das Wasserschloss Entenstein (heute Rathaus) und die Kirche St. Leodegar besichtigt haben. Insgesamt hat man seit Maria Hügel 6 Kilometer zurückgelegt.

Die WG Schliengen wurde 1908 als erste Winzergenossenschaft im Markgräflerland gegründet. Beim Vorbeigehen erinnert ein Denkmal an ihren Gründer, den Schliengener Pfarrer Leonhard Müller (1869–1909). Nun folgt man links aufwärts dem Weinlehrpfad durch die Reben der Lage Sonnenstück. Nach einer Weile liegt rechts ein aussichtsreicher Rastplatz. Beim Wegweiser Roggenbach (300 m) könnte man nach dem für seine Rotweine bekannten Weinort Mauchen abzweigen (2,5 km). Man geht an einem kleinen Wald vorbei und kommt zum Grenzstein Auggen-Schliengen. Bald beginnt der Weinlehrpfad von Auggen mit einer Tafel über den Chardonnay, der seit 1991 in Deutschland als Rebsorte zugelassen ist. Nun erblickt man voraus die Kirche von Auggen. Vor den ersten Häusern von Auggen biegt man links nach unten ab und kommt schließlich an der Mauer des Pfarrgartens bis zum Pfarrhaus (264 m) und links bis zur Kirche. Seit der Winzergenossenschaft Schliengen hat man 4 Kilometer zurückgelegt. Bei der Kirche biegt man rechts ab und folgt dem Weinlehrpfad aufwärts in die Reben. Rechts steht in großen Buchstaben angeschrieben: Auggener Schäf, die wohl bekannteste Auggener Lage. An der übernächsten Kreuzung wandert man rechts weiter aufwärts zum Rossberg. Bei der Roßberghütte (311 m) treffen fünf Wege aufeinander. Man geht links weiter zum nächsten Rastplatz mit Tafeln über das Terroir und den umweltschonenden Weinbau. Oben angelangt geht es durch einen kleinen Hohlweg etwas abwärts und zum Müllheimer Buck (305 m). Weiter oben wendet man sich nach rechts und wandert auf eine größere Baumgruppe zu. Bald öffnet sich zur Rechten der Blick auf Müllheim und zum Blauen, man erreicht das Jägerdenkmal (343 m). Das Rebhäuschen erinnert an die Toten des Jägerregiments und an die Bedeutung Müllheims als Garnisonsstadt. Vom Jägerdenkmal aus hat man einen großartigen Rundblick. Vom Jägerdenkmal geht es 200 Meter weiter hinunter zum Luginsland, einer uralten Linde mit einer Bank. Etwas weiter unten gibt es bei einem Rebhäuschen, neben dem eine hohe Pyramidenpappel steht, einen noch schöneren Blick über die Ebene. Geradeaus ginge es zum Müllheimer Bahnhof (1,8 km). Zur Stadtmitte geht man besser rechts abwärts, am Wasserreservoir vorbei zum Wegweiser Hachberg (335 m). Durch die Reben kommt man durch Wiesen und Gärten, die die Nähe der Stadt Müllheim anzeigen, zum Wegweiser Unterm Humberg. In Müllheim folgt man links dem Auggener Weg, kommt wieder links auf die Hebelstraße und nach dem Kreisverkehr in die Östliche Allee. Bei der Tierklinik geht es auf einem schmalen Erdweg rechts entlang des Warmbachs (zugleich Müllheimer Mühlenweg-Tafel: Ehemalige Ölmühle am Warmbach) in den Ziegleweg und zum Schwimmbad. In Müllheim erwartet den Wanderer die alte Martinskirche, die auf den Resten einer römischen Villa Rustica steht, und das Museum im Blankenhorn-Palais. Im Hof der Winzergenossenschaft kann der Tag bei einem Gutedel ausklingen.

Morgen lesen Sie: Auf dem Markgräfler Wiiwegli von Müllheim nach Staufen.

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von Peter Gürth
am Di, 12. April 2016

Die Tour

» Tageswanderung von Blansingen nach Müllheim, 21 Kilometer. Die Etappe führt über eine längere Strecke am Rand der Rheinebene entlang und bietet viele weite Blicke. Geteerte Wegstücke sind etwas häufiger als auf der ersten Etappe. Größere Steigungen gibt es hinter Schliengen und hinter Auggen bis hinauf zum Jägerdenkmal in den Müllheimer Reben.

Anfahrt: Mit dem Regional-Express bis Efringen-Kirchen, dort fährt am Bahnhofsvorplatz regelmäßig die SWEG-Buslinie 15 nach Blansingen. Die Stadt Müllheim ist gut angebunden.
Fahrplanauskunft: http://www.efa-bw.de

Markierung: Rote Raute mit gelber Weintraube auf weißem Grund  

Autor: vacs

Badens beste Erlebnisse