Weinwege am Oberrhein (14)

Auf dem Ortenauer Weinpfad von Sasbachwalden nach Bühlertal

Es ist die vielleicht aussichtsreichste Strecke, die wir in unserer Serie zu Weinwanderungen in Südbaden vorstellen: Auf 16 Kilometern geht’s von Sasbachwalden nach Bühlertal – von Burg zu Burg.

Vom Rathaus in Sasbachwalden aus kommt man zuerst zum Kirchberg und danach weiter aufwärts zum Langert. Über die Straßen Am Kirchberg und Am Werth (305 m) verlässt man den Ort. Auf einem Teerweg durch Wald und Reben (zugleich Weinlehrpfad) erreicht man, einen Kilometer nach dem Rathaus, den steinernen Bildstock "Alde Gott" (301 m), der auch dem Sasbachwaldener Wein seinen Namen gegeben hat. Dazu gehören ein Rastplatz und Tafeln, die die Sage aus dem Dreißigjährigen Krieg erläutern. Das nächste Ziel des Ortenauer Weinpfades ist die Burgruine Neuwindeck (3 km). Dazu geht man beim "Alde Gott" rechts oben weiter auf dem Teerweg durch Obstwiesen und Reben. Man kommt auf die Straße nach Obersasbach. Man bleibt ein kleines Stück auf dieser Landstraße (zugleich Erlebnisrundweg) und kommt an schönen Anwesen und einer mächtigen Rotbuche vorbei. Von dort oben hat man einen der schönsten Ausblicke auf dem ganzen Weinpfad. Zu sehen sind Obersasbach, Sasbach und das Kloster Erlenbad, dahinter die besonders breite Rheinebene bis nach Straßburg mit seinem Münster.

Bei der Wegegabel bleibt man oben auf der Waldstraße. Dann geht es auf einem Wiesenweg weiter aufwärts zum Binsenbuckel (290 m). Nach 100 Metern dann der nächste Wegweiser Sesters Wäldele. Am Waldrand wandert man steil abwärts, an einem einzelnen Haus vorbei, zum Kammerhof (275 m). Der weitere Weg durch die Reben bis in den Wald mit einigen Häusern (Grimmes) ist nicht zu verfehlen. Dann sieht man die Ruine Neuwindeck schon vor sich. Durch Obstwiesen geht es zum Lochhof (315 m).

Von dort geht es rechts zur Ruine Neuwindeck ab. Man kommt auf einer Teerstraße durch eine Obstwiese, dann geht der Weg hinunter zur Neuwindeck. Die Burg verfiel bereits im 16. Jahrhundert und wurde 1999/2012 saniert. Man besichtigt die Ruine und kann – auf eigene Gefahr – auch den Turm besteigen.

Danach geht man zurück auf das Teersträßchen und durch den Wald hinunter zu den Matzenhöfen (285 m). Nach 600 Metern von der Ruine Neuwindeck kommt man zum Wegweiser Laufbachstraße (285 m). Nach Lauf (1,4 km) mit seiner alten Weintrotte (2,0 km) geht es links ab. Achtung: Die 300 Zentner schwere Weintrotte ist nur von Mai bis 31. Oktober an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Der weitere Weg auf dem Weinpfad führt zunächst rechts auf der Teerstraße aufwärts. Nach 200 Metern geht er beim Wegweiser In der Au/Energiepfad (300 m Meereshöhe) links auf der Straße In der Au weiter aufwärts. Rechts gibt es ein kleines Wasserkraftwerk mit Elektromuseum sowie ein Kneippbecken mit Barfußpfad.

Oben steht der Wegweiser Wegscheide (345 m). Rechts ab könnte man zum Hohritt (5 km) und zur Hornisgrinde (9 km) wandern. Der Weinpfad geht links weiter auf einem Teersträßchen mit etwas Verkehr, zuerst durch einen Kastanienwald, dann durch Wiesen zu einigen Häusern. Rechter Hand steht eine Bank bei einem Bildstöckchen, links ein Hof und "Wörners" Brunnen.

Man kommt durch Reben und zur Gemarkungsgrenze von Lauf und Neusatz. Beim Bruderhöfl (320 m) geht es wieder in einen Kastanienwald. Rechts liegt ein Brunnen und ein Rastplatz. Durch Obstwiesen erreicht man den Neusatzer Ortsteil Gebersberg (325 m).

Es geht zunächst geradeaus durch Gebersberg, links der Dreiröhrenbrunnen, rechts ein Kreuz und die Bushaltestelle. Nun biegt man rechts auf den Bitterstweg ein und steigt dann auf dem Kastanienweg, einem steinigen Erdweg, sehr steil durch den Kastanienwald ins Dorf Neusatz hinunter. Rechts steht die Kirche mit ihrem mächtigen Turm. Auf dem nunmehr befestigten Weg kommt man weiter steil abwärts zur Prälat-Brommer-Straße und wieder auf den Bitterstweg.

Beim Rathaus von Neusatz (240 m) überquert man die Dorfstraße und geht rechts aufwärts. Links liegt das Gebäude der Feuerwehr, rechts das Schloss Waldsteig (Stadtgeschichtliches Institut Bühl), danach die Schlossberghalle. Man biegt nun links ab in Richtung Sportplatz. Das Sträßchen geht steil in den Wald, über den Rossgraben und bei der Leitplanke rechts weiter. Wo das Sträßchen den Wald verlässt, führt ein etwas unwegsamer und sehr steiler Pfad links aufwärts.

Beim Wegweiser Rossgraben (315 m) wandert man geradeaus weiter aufwärts, dann nahezu eben zum Sportplatz Neusatz. Beim Wegweiser Sportplatz und dem Bildstöckle würde es links nach Bühl (4,5 km) abgehen. Man wandert auf der Waldfahrstraße weiter, vorbei an einer dicken Eiche mit einem Rastplatz. Wenn man aus dem Wald kommt, sieht man vor sich die Burg Windeck, links unter den Reben liegen Kappelwindeck und Bühl.

Auch wenn man nicht im Schlosshotel einkehrt, sollte man die Burg Windeck (380 m) besichtigen und den Blick, am besten vom Turm, genießen. Im Süden grüßt die Ruine Neuwindeck. Sechs Kilometer hat man seither zurückgelegt.

An der Vesperstube Pferdestall vorbei kommt man auf den Walderlebnispfad. Rechts steht ein Brunnen. Der breite Waldweg führt eben und leicht abwärts über einen Kilometer ohne Wegzeichen weiter bis zum Jägerwegbrunnen (371 m). Dort biegt der Weinpfad links ab und kommt beim Wegweiser Oberm Gucken (350 m) auf einen steilen Pfad leicht abwärts.

In den Reben geht es weiter steil bergab. Man hat einen schönen Blick zurück auf Kappelwindeck und die Burg Windeck. Der schmale Pfad geht nun im Wald an einem sehr steilen Hang entlang. Man kommt auf eine Waldfahrstraße. Links schaut man auf Altschweier und Bühl. Rechts berichtet eine Tafel über die Aufforstung durch den Schwarzwaldverein im März 2000 nach dem Orkantief Lothar. Links geht es hinunter zur Guckenhütte.

Der Weinpfad geht rechts zwischen Wald und Reben weiter, bei einem schönen großen Kreuz führt er rechts in den Wald. Man kommt wieder zum Waldrand mit dem Blick auf Bühl und mehreren Denksteinen, unter ihnen der Jakobspilger, die der Schwarzwaldverein Bühl zu seinem Jubiläum 1991 errichtete.

An der folgenden Wegegabel geht man rechts zum Rappenberg (281 m), weiter durch den Kastanienwald, an einem kleinen Hof vorbei, zum Wegweiser Oberm Senftental. Weiter durch den Wald, bis eine Treppe die Wanderer steil abwärts zur Fatima Gedenkstätte von Kappelwindeck von 1997 führt. Man geht auf der Treppe weiter hinab, danach rechts, und kommt in die Reben. Anschließend biegt man links ab zu einem Kreuz am Ortsrand und rechts auf den Weg Im Kössler (290 m). Die Wegmarkierung führt auf einem Weg parallel zur Klotzbergstraße hinunter bis zum Wegweiser Matthäuser. Man überquert die schnelle Straße nach Sand/Schwarzwaldhochstraße und erreicht das Tagesziel, die Kirche von Bühlertal-Untertal (198 m). Die Tagesstrecke betrug 16 Kilometer.
Die Tour

Tageswanderung von Sasbachwalden nach Bühlertal, 16 km. Eine Wanderung von Burg zu Burg mit einigen recht steilen Abschnitten. Vielleicht die aussichtsreichste Strecke von unseren vorgestellten Weinwanderwegen, die zum Teil auf geteerten Wirtschaftswegen durch die Reben führt. Es gibt auch lange Strecken auf Erdwegen durch den Wald, der vor allem aus Esskastanien besteht, die die Römer mit dem Wein einführten.
Anfahrt: Mit dem Regionalbus und dem Regionalexpress über Bühl nach Karlsruhe oder Baden-Baden.Fahrplanauskunft: http://www.efa-bw.de
Markierung: Blaue Traube in einer roten Raute auf weißem Grund

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von Peter Gürth
am Mo, 25. April 2016 um 00:00 Uhr

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