Schönste Radtouren (5)

Auf den Spuren von Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz durch den Hotzenwald

Im Schatten des Bad Säckinger Münsters beginnt diese Mountainbikerunde, die auf 62,3 Kilometern durch die Heimat der mehrfachen Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz führt.

Um das Fridolinsmünster ranken sich einige Sagen – daher gehört das Bad Säckinger Wahrzeichen zu den "Mythischen Orten am Oberrhein", zu denen auch der Belchen oder Schloss Beuggen zählen. Im Schatten des Münsters mit den weithin sichtbaren hellen Türmen beginnt diese Mountainbikerunde, die auf 62,3 Kilometern durch die Heimat der mehrfachen Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz führt. Sagenhaft klingen auch die 1842 Höhenmeter, die auf dieser Strecke durch den Hotzenwald bewältigt werden müssen.

Vom Münsterplatz geht es zunächst Richtung Bad Säckinger Stadtwald, vorbei am idyllisch gelegenen Dreiweiher. Stetig bergauf verläuft der Weg nun Richtung Bergsee, der schöne Ausblicke garantiert und auch zu einer kleinen Abkühlung einlädt – doch der Versuchung sollte man vielleicht nur bei heißem Hochsommerwetter nachgeben, denn hier sind erst 3,5 Kilometer geschafft. Die Strecke führt immer schön bergauf am Scheffelfelsen vorbei, der an den Dichter und Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel erinnert, der 1854 sein Erstlingswerk "Der Trompeter von Säckingen" veröffentlicht hat.

Den Röthekopf im Blick geht es nach etwa 4,5 Kilometern rechts Richtung Röthekopfhütte. Hier plätschert der Schöpfebach, der in Bad Säckingen in den Rhein mündet. Im weiteren Verlauf des Weges geht er in das Heidenwuhr über, das im oberen Seelbachtal, südöstlich von Hütten im Hotzenwald, entspringt.

Ein Wuhr bezeichnet einen künstlichen Wasserlauf. Im Süddeutschen und auch teilweise in der deutschsprachigen Schweiz wird der Begriff als Synonym für Wehr verwendet. Wühre sind unter anderem zur Energiegewinnung, etwa für Mühlen und Sägewerke, zur Bewässerung oder zur Versorgung mit Brauchwasser genutzt worden. Heute hat das Heidenwuhr vor allem ökologische Funktion, es bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Besonders in den Sommermonaten profitiert Bad Säckingen von den Heidenwuhr-Wasserzuläufen, denn Bergsee und Gießen werden aus ihnen gespeist. Entlang des Heidenwuhrs geht es bis nach Egg, einem Ortsteil von Rickenbach.

Übers Kühmoos führt der Weg Richtung Willaringen, das wir allerdings links liegen lassen, wenn die Tour die Landesstraße 152 quert und dann parallel zur Straße durch den Wald verläuft, bis sie bei Rickenbach wieder auf die L 152 kommt. Beim Hotel "Engel" geht es nach links auf die K 6538. Nach einem kurzen Stück auf der K 6538 zweigen wir links ab auf einen Weg, der parallel zur Kreisstraße verläuft. Dort begegnen wir auch wieder dem Heidenwuhr. Bei Kilometer 14,5 führt der Weg wieder auf die Kreisstraße, die nun ein kurzes Stück in Richtung des Rickenbacher Ortsteils Glashütten verläuft. Vor der Abzweigung nach Glashütten geht es links Richtung Strick – parallel zum Seelbach.

Mit herrlichen Ausblicken auf das Hochmoor verläuft der Weg parallel zum Schneckenbach, bis er zwischen Strick und Altenschwand die K 6537 quert. Nachdem wir die Kreisstraße überquert haben, geht es in der ersten Kurve rechts auf einen Weg über die Wiesen, der nach einigen hundert Metern wieder auf einen asphaltierten Weg führt. Auf der linken Seite befindet sich das Naturfreundehaus Hotzenwald. Die Tour führt nach rechts und einigen Metern wieder links Richtung Hornbergbecken, der höchstgelegenen Stauanlage Deutschlands. Das Becken, das den oberen Speichersee des Pumpspeicherkraftwerks Wehr bildet, liegt auf der Kuppe des Langen Ecks, dem höchsten Berg im Hotzenwald. Bis in fünf Jahren soll etwa 500 Meter südlich des Hornbergbeckens ein zweites Becken entstehen, das oberer Speichersee für das geplante und in der Region umstrittene Pumpspeicherkraftwerk Atdorf werden soll. Bei seiner Fertigstellung wäre es das größte Pumpspeicherkraftwerk in Europa.

Wer möchte und noch Luft hat, macht einen kurzen Abstecher hinauf zum Hornbergbecken, von dem sich wieder wundervolle Ausblicke auf den Hotzenwald bieten. Vom Hornbergbecken aus führt der Weg an der Ödlandhütte vorbei Richtung Großherrischwand, wo das Freilichtmuseum Klausenhof steht, eines der ältesten Schwarzwaldhäuser und eines der letzten erhaltenen Hotzenhäuser. Hier streikt das GPS-Gerät, nach einigen ungewollten Schlenkern und dank der Hilfe der Wegweiser des Schwarzwaldvereins geht es weiter nach Kleinherrischwand, das etwa auf halber Strecke der Rundtour liegt. Von hier geht es langsam wieder Richtung Bad Säckingen. In Kleinherrischwand quert der Weg die L151 auf Höhe der Pension "Waldheim". Es geht kurz bergab, aber sogleich wieder auf einem schmalen Asphaltweg bergauf Richtung Gugelturm. Der Ausblick reicht über Südschwarzwald, Hotzenwald, Randen, Hochrheintal und den Schweizer Jura. Die Vogesen und die Schweizer Alpen zeigen sich nur bei gutem Wetter und klarer Sicht.

Wenn man vom Gugelturm aus dem Wald kommt, führt der Weg kurz auf dem Asphaltweg weiter, der links bergab Richtung Giersbach führt, wo der Weg auf Höhe der Bushaltestelle "Schlachtersäge" wieder die L151 quert. Es geht einige Meter bergab, wo sich auch die Murg ihren Weg nach unten sucht. Auf die Murg treffen wir nach einigen Kilometern durch den Wald wieder, wenn die Rundtour auf die Talstraße bei Säge führt, wo auch die Hochsaler Wuhr plätschert. Bei Säge quert der Weg wieder die L151, weiter geht es nun durchs Peterbühl nach Hogschür, wo er über die Berg- und Römerstraße bis zur Kapelle läuft, an der die Tour rechts auf eine kleine Teerstraße führt, von der aus wieder schöne Ausblicke warten. Wenige Kilometer weiter geht es beim Hoheneck links in einen Weg auf Gras Richtung Hoheneck-Wühre, Oberwihl und Rickenbach. Nach etwa drei Kilometern biegt die Tour bei der Bushaltestelle "Abzweigung Oberwihl" rechts auf die L 155, die nach wenigen Metern links wieder auf die L 151 führt. Kurz darauf geht es bei einem Hof rechts weg von der Landesstraße.

Nach einer größeren Schleife zwischen Murg und der L 151 führt der Weg in Richtung Rippolingen. Auf diesem Stück wird es noch einmal happig – denn es geht (mal wieder) bergauf. Ab der Totenbühlhütte, etwa acht Kilometer vor Bad Säckingen, rollen wir (fast nur noch) bergab – mit schönen Ausblicken auf den Rhein, der sich seinen Weg zwischen Bad Säckingen und der Schweiz sucht.

Fazit der Tour: Eine anspruchsvolle Runde für Naturliebhaber, die bei nicht immer logischer Streckenführung vorbei an unterschiedlichen, auch historisch interessanten Gewässern führt und herrliche Ausblicke auf den Hotzenwald, das Hochmoor und den Schweizer Jura, bei klarer Sicht auch auf die Alpen, bietet. Es gibt zum Teil tolle technische Trail-Passagen und eine gute Beschilderung des Schwarzwaldvereins, die auch rettet, wenn das GPS versagt oder man gar von der Tour abkommt. Die kleinen, wenig befahrenen Teersträßchen eignen sich auch hervorragend für Rennradler oder Gravel-Touren, also auf unbefestigten Wegen. Die mit sechs Stunden angegebene Fahrzeit schaffen aber nur für konditionsstarke Radler.

Morgen lesen Sie:
Radeln mit Elektroschwung –
eine E-Bike-Tour für Einsteiger

Alle Beiträge der Serie finden Sie unter mehr.bz/fahrradtouren
von Susanne Gilg
am Fr, 05. Mai 2017

Auf einen Blick: Auf den Spuren von Sabine Spitz

» Strecke: 62,3 Kilometer
Dauer: Minimum 6 Stunden
» Aufstieg/Abstieg: 1842 Meter
Schwierigkeit: schwer,

gute Kondition und Technik erforderlich
» Geeignet für Mountainbike

Einkehrmöglichkeiten in den Ortschaften oder in Bad Säckingen.
» Start der Tour: Münsterplatz in Bad Säckingen Geogr. 47.553070 N 7.949080 E UTM 32T 420931 5267162
Ziel der Tour:
Münsterplatz in Bad Säckingen
» Koordinaten: ,

Die GPS-Daten der Tour stehen auf der Homepage des Schwarzwald

Tourismus kostenfrei zum Download bereit. mehr.bz/spitz-tour
Anreise: Mit der Hochrheinbahn nach Bad Säckingen

Fahrplanauskunft: http://www.efa-bw.de
» Sehenswertes: Das Fridolinsmünster in Bad Säckingen, das Freilichtmuseum Klausenhof in Großherrischwand und das Hornbergbecken bei Herrischried
Parken: Auplatz, Lohgerbe, Kursaal (kostenpflichtig)
 

Autor: sgi

Badens beste Erlebnisse