Aufnahmestopp und Kurzarbeitergeld

Wie Klinik und gastronomische Betriebe in Todtmoos unter Corona leiden.

TODTMOOS. Die aktuellen Entwicklungen in Sachen Corona-Pandemie haben auch in Todtmoos erhebliche Auswirkungen auf Verwaltung, Klinik Wehrawald, Gastronomie und Betriebe. Dennoch sei die Situation im Ort entspannt, so die Einschätzung von Bürgermeisterin Janette Fuchs.

Auch wenn der Publikumsverkehr im Rathaus eingeschränkt wurde, arbeitet die Verwaltung weiterhin uneingeschränkt, sagte Bürgermeisterin Fuchs. Die Mitarbeiter seien vor Ort, niemand arbeite im Home-Office. Auch mussten keine Mitarbeiter für Kinderbetreuung infolge von Schul- und Kindergartenschließung freigestellt werden. Bürger können sich telefonisch an die zuständigen Mitarbeiter wenden. Die für April vorgesehene Gemeinderatssitzung findet nicht statt. Alles in allem sei die Situation im Ort entspannt, so die Einschätzung der Rathauschefin.

Seit Dienstag besteht ein Aufnahmestopp für Patienten in der Wehrawaldklinik, der zunächst einmal für zehn Tage gelten soll. Die Hygienevorschriften wurden hochgefahren, die Patienten seien angehalten, vor dem Betreten und beim Verlassen des Speisesaals die Hände zu desinfizieren, war zu erfahren. Die Therapiegruppen wurden auf fünf Patienten reduziert, um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten. Besuche dürfen die derzeit 150 Patienten nicht erhalten. Auch für den Fall der Fälle, dass ein Patient an Corona erkrankt, ist Vorsorge getroffen: Auf jeder Station werden Zimmer für eine Quarantäne und die ärztliche Versorgung der Betroffenen freigehalten.

"Die Gastronomie wird an die Wand gefahren", beschrieb Thomas Maier, Inhaber des Hotels Rössle im Ortsteil Strick, seine Situation und die seiner Kollegen. Bis Mitte Juni sei man faktisch zur Schließung verurteilt, fuhr er fort. Er habe aufgrund der Verordnung, die touristische Übernachtungen untersagt, Gäste zum Verlassen des Hotels auffordern müssen, sei dabei aber auf viel Verständnis gestoßen. Derzeit biete er nur noch Kaffee, Kuchen und Vesper an, die Zahl der Gäste bewege sich aber im einstelligen Bereich. Für Maier gilt es nun, drei Monate ohne Einkünfte zu leben, ohne Kredit sei dies gar nicht machbar, sagte er. Für seine 40 Mitarbeiter hat der Hotelier inzwischen Kurzarbeitergeld beantragt, auch sie hingen derzeit völlig in der Luft, bedauert er.

Das Romantische Schwarzwaldhotel in Todtmoos-Weg hat derzeit Betriebsferien. Man habe den Betrieb am kommenden Donnerstag wieder aufnehmen wollen, sagte Inhaberin Angelika Mutter. Aber ob dies möglich sei, stehe derzeit noch nicht fest. Am Montag wolle man mit den Mitarbeitern über alles weitere sprechen.

Weiterhin geöffnet sind derzeit noch das Café Bockstaller und der dazugehörige Laden. Man gewährleiste entsprechend der Verordnung einen Abstand der Tische von 1,5 Metern und habe daher jeden zweiten Tisch blockiert, sagte Franz Bockstaller. Und die Gäste registriere man wie vorgeschrieben und stoße dabei auf sehr viel Verständnis. Auch wenn man das Café schließen müsse, werde man den Laden mit seinem Angebot an Brot, Brötchen, Kuchen, Torten und einigem mehr weiterhin öffnen, so Bockstaller.

Auch auf die Firma Zumkeller Holz hat die Corona-Krise Auswirkungen. Zwei Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne, sagte Firmenchef Christian Zumkeller. Man achte streng auf die Einhaltung von Hygieneregeln und den notwendigen Abstand, sagte er. Ferner bilde man nur kleine Arbeitskolonnen, die Arbeit finde zumeist, begünstigt durch das Wetter, im Freien statt, Außendiensttermine würden abgesagt. Derzeit werde man noch voll beliefert, bestelle aber in Hinblick auf mögliche Lieferengpässe vorausschauend.
von Christiane Sahli
am Sa, 21. März 2020

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