Kommunikationspanne

B-31-Stau: Probleme auf Ausweichroute über St. Märgen

Freiburg erwartet den Superstau – und es kommen immer neue Hiobsbotschaften dazu: Wer vom Schwarzwald aus mit der Ausweichroute über St. Märgen liebäugelt, trifft ebenfalls auf eine Baustelle.

Freiburgs schlimmste Baustelle des Jahres wird am Montag eröffnet, und jetzt wird’s noch schlimmer: In St. Märgen gibt es auch eine Baustelle. Damit fällt eine Ausweichroute um den Stau auf der B 31 zeitweise weg. Das städtische Tiefbauamt sagt, es hat von nichts gewusst. Das Landratsamt widerspricht. Und die Gemeinde Stegen baut auch. Die Leo-Wohleb-Baustelle wird die Stadtdurchfahrt von Ost nach West verstopfen (siehe Infokasten am Fuße des Artikels).

"Wir haben jetzt von den Bauarbeiten in St. Märgen erfahren." Frank Uekermann
Das städtische Garten- und Tiefbauamt rechnet damit, dass der Stau in Stoßzeiten bis Kirchzarten reicht, und rät unter anderem zu weiträumigen Umfahrungen. Projektleiter Franz Bühler testete am Sonntag die Strecke von Hinterzarten über die B 500, St. Märgen und Glottertal – und stand mitten in St. Märgen in der Baustelle: nur eine Spur für beide Richtungen, von Ampeln geregelt. "Ich war total überrascht", sagte er am Dienstag in einer Pressekonferenz zu Freiburgs Sommerbaustellen.

"Wir haben jetzt von den Bauarbeiten in St. Märgen erfahren", sagte Amtsleiter Frank Uekermann. Bei einem Gespräch mit dem Landratsamt im April sei davon keine Rede gewesen. Sie seien nicht zu verschieben, die Route sei als Alternative nicht mehr zu empfehlen. Das Amt habe zudem erfahren, dass Stegen ebenfalls baut. Dort zweigt eine andere Ausweichstrecke ab, über St. Peter und Glottertal. Stegen gilt als wenig problematisch, weil zwei breite Spuren offen sind. St. Märgen hingegen ist ein Problem. Seit März werden Leitungen für ein Fernwärmenetz gelegt. Das muss im September fertig sein, wenn das große Rossfest stattfindet.

Züge auf der Höllentalbahn werden verstärkt

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das nicht genannt haben", sagte Albrecht Simon. Der Verkehrsdezernent im Landratsamt hat auf BZ-Anfrage die Akten geprüft: Die Baustelle sei genehmigt gewesen und in der Liste der relevanten Projekte für die Besprechung im April markiert. Sicher ist: Weder Simon noch Uekermann waren dabei; der Amtsleiter sprach denn auch von "Kommunikationsschwierigkeiten". Derweil sagte die Baufirma dem Landratsamt zu, die Engstelle zeitweise zu öffnen. Sie macht ab 5. August ohnehin Bauferien und die Straße für die zwei Wochen voll befahrbar.

Die erste und letzte Woche der härtesten B-31-Bauphase taugt St. Märgen nicht als Umfahrung. Auch die nächste Variante funktioniert nicht: Wer auf der B 500 weiter fährt und über Simonswald nach Freiburg will, landet im Elztäler Stau. Waldkirch saniert den Tunnel – auch das ist nicht mit der B -31-Baustelle koordiniert. Freie Bahn gibt’s über Oberried, Schauinsland und Günterstal. "Das dauert eine Stunde, aber besser als zwei Stunden im Stau", sagte Bühler.

Warnhinweise schon ab der A 81

Auf die B-31-Baustelle weisen Staumelder und Schilder schon ab der A 81 hin. Der Schwerlastverkehr soll Freiburg weit umfahren. Trotzdem fürchtet das Glottertal massive Belastungen. Die Gemeinde kritisiert mangelnde Koordination und appelliert an die Stadt, alle Register zur Entlastung zu ziehen. Uekermann betonte, dass die Waldseestraße nur bei SC-Spielen geöffnet werde und sonst für Blaulichtfahrten reserviert sei. Auch die Schützenallee ist der Rettung vorbehalten. Allerdings könne die Polizei entscheiden, sie kurzzeitig als Ventil zu öffnen. Auf der Höllentalbahn werden die Züge verlängert. Im ersten Monat stehen insgesamt 25.000 Sitzplätze mehr zur Verfügung, sagte ein Bahnsprecher. "Mit der Zweispurigkeit wird sich’s deutlich entspannen", sagte Uekermann. Andernfalls will er mit der Bahn sprechen.
Hintergrund: Die Baustelle

Am Montagmorgen beginnen die Bauarbeiten an der Leo-Wohleb-Brücke, die Teil der B 31 ist. Die Baustelle reicht von der Brauerei Ganter bis zur Schwabentorbrücke. Das Teilstück muss saniert werden, vor allem wegen des Schwerlastverkehrs. Die Spurrillen sind gefährlich, der Belag kann nicht mehr abgefräst werden. In den ersten vier Wochen wird stadteinwärts nur eine Spur offen sein, die nächsten acht Wochen zwei. Während der ganzen Zeit sind die B-31-Tunnel nur einspurig befahrbar, damit sich Staus davor bilden.

Mehr zum Thema:
von Simone Höhl
am Di, 23. Juli 2013 um 20:52 Uhr

Badens beste Erlebnisse