Leo-Wohleb-Brücke

Baustelle in Freiburg: Pendler haben Bammel vor dem großen B31-Stau

Die Bauarbeiten an der Leo-Wohleb-Brücke in Freiburg treffen vor allem auch die Pendler im Dreisamtal. Sie müssen mit nervenaufreibenden Staus rechnen – oder sie steigen auf Höllentalbahn oder Drahtesel um.

Die Badischen Zeitung hat sich erkundigt, welche Auswirkungen die einspurige Verkehrsführung zwischen Brauerei Ganter und der Schwabentorbrücke auf den Bus-Linienverkehr haben wird und wie es um die Kapazitäten der Park-and-ride-Anlagen bestellt ist.

BUSLINIEN
Betroffen von den Bauarbeiten sind nach Auskunft von Michael Eckert vom Südbadenbus-Kundencenter in Neustadt drei Routen der Linien 7215 und 7216. Die Verbindung ab St. Märgen um 6.21 Uhr nach Freiburg endet nicht am Hauptbahnhof, sondern an der Straßenbahnhaltestelle Lassbergstraße, wo ein Umsteigen in die Straßenbahnlinie 1 Richtung Stadtmitte/Hauptbahnhof möglich ist.

Komplett gestrichen wird die Verbindung um 8.28 Uhr ab dem Bahnhof Kirchzarten über Stegen und Zarten zum Bahnhof Freiburg. Als Alternative wird auf die Höllentalbahn verwiesen, die in Kirchzarten um 8.34 Uhr startet. Auch die Verbindung vom Freiburger Busbahnhof ab 11.35 Uhr fällt weg. Stattdessen besteht die Möglichkeit, um 11.40 Uhr in den Zug in Richtung Kirchzarten zu steigen. HÖLLENTALBAHN
Unverändert besteht bleibt der Halbstundentakt der Höllentalbahn. Wie ein Sprecher der Bahn mitteilte, sei allerdings beabsichtigt, durch das Anhängen zusätzlicher Waggons mehr Kunden zu befördern. Im ersten Monat der "Bypass"-Situation werden nach Auskunft der Bahn zusätzliche 25.000 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Bahnhof Kirchzarten: Die Gemeinde Kirchzarten hält mittlerweile 150 kostenlos nutzbare Parkplätze entlang der Bahnhofstraße bereit. Pendlern, die aus den umliegenden Gemeinden diese erst kürzlich erweiterte Park-and-ride-Anlage ansteuern, rät Walter Arndt vom Amt für öffentliche Ordnung dringend, nicht "auf den letzten Drücker" einen Parkplatz zu suchen, sondern ein Zeitpolster einzuplanen.

Bahnhof Himmelreich: Während an der Park-and-ride-Anlage beim Bahnhof Kirchzarten voraussichtlich genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen, werden die gerade mal 30 kostenlosen Parkplätze am Bahnhof Himmelreich möglicherweise nicht ausreichen. Da es in der Vergangenheit schon öfters "Knöllchen" gab, wenn Fahrzeuge auf nicht dafür explizit vorgesehenen Flächen abgestellt wurden, ist damit zu rechnen, dass sich diese Situation in den kommenden Wochen zusätzlich verschärfen könnte. "Natürlich gibt es auch in dieser Zeit keinen Freibrief für Falschparker", betont Arndt. Trotzdem werde man auf die besondere Situation Rücksicht nehmen. Dass auf Kontrollen durch den örtlichen Gemeindevollzugsdienst verzichtet wird, wollte der Amtsleiter nicht bestätigen.

Bahnhof Hinterzarten: Nach Auskunft von Hauptamtsleiter Hermann Wehrle stehen am Bahnhof Hinterzarten etwa 180 kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Die Gebühr für einen halben Tag beträgt zwei Euro. Ein Tag kostet vier Euro, die Woche zehn Euro, der Monat 20 Euro – die Jahreskarte gibt es für 60 Euro. An die Ausweisung zusätzlicher Parkflächen während der Bauphase an der Leo-Wohleb-Brücke sei ebenso wenig gedacht wie auf einen Verzicht auf die Einnahmen. "Parkgebühren sind unverzichtbarer Bestandteil des Haushalts", so Wehrle.

Jeder Zehnte ein Laster

Die Baustellenzone auf der B 31 in Höhe der Brauerei Ganter passieren normalerweise stadteinwärts 28 500 Fahrzeuge am Tag. Jedes zehnte ist ein Lastwagen. Für die Sanierung von Leo-Wohleb-Straße und -Brücke sind 1,6 Millionen Euro veranschlagt, inklusive neuem Radweg. Die erste Bauphase soll vom 29. Juli bis 24. August dauern, die zweite bis Mitte Oktober. Durch bessere Ampelschaltungen sollen bis zu 1200 Fahrzeuge pro Stunde aus dem Baustellenbereich abfließen – das sind aber nicht mal halb so viele wie sonst.

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von Andreas Peikert
am Fr, 26. Juli 2013 um 09:59 Uhr

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