Bei Wind und Wetter im Wald

BZ-SERIE:Erzieherin Lisa Biegert berichtet vom Alltag der Waldgruppe des Kindergartens Wagenstadt.

HERBOLZHEIM-WAGENSTADT. Der Adventskalender darf in der Vorweihnachtszeit in vielen Haushalten nicht fehlen. Jeden Tag wird ein Türchen geöffnet, hinter dem sich ein Bild oder etwas Süßes verbirgt. Auch die BZ-Redaktion, die Presse-AG und die AG "Journalistisches Arbeiten" des Gymnasiums Kenzingen öffnen bis Weihnachten Türen in der Region und erzählen, was sich dahinter verbirgt. Heute: die Hütte der Waldgruppe des städtischen Kindergartens Wagenstadt.

Die Tür zur Hütte der Waldgruppe öffnet sich. Rote, grüne und blaue Jacken hängen im Eingangsbereich an der Garderobe. Die Kinder sind gerade dabei, ihr mitgebrachtes Vesper aus ihren Rucksäcken zu holen.


Eine Tür weiter befindet sich ein kleines, gemütliches Zimmer mit einem großen Ofen, der für Wärme sorgt. Der Raum ist voll mit kleinen Tischen und Stühlen, an der Wand hängen ausgestopfte Tiere wie zum Beispiel ein Eichhörnchen, eine Sumpfohreule und ein Bussard.

"Hier im Waldkindergarten haben die Kinder schnell Interesse an den Tieren und der Umwelt gezeigt", erklärt Erzieherin Lisa Biegert. "Für mich war eigentlich schon relativ schnell klar, dass ich einen Beruf mit Menschen ausüben will", sagt sie. Zwischenzeitlich arbeitete sie auch mit Jugendlichen. Vor zweieinhalb Jahren erfuhr sie von der Waldgruppe des städtischen Kindergartens Wagenstadt. Damals stand für die Erzieherin fest: Das ist der richtige Arbeitsplatz für sie, da sie Spaß am Umgang mit Kindern und großes Interesse an der Natur hat.

Die Waldgruppe besteht derzeit aus 13 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Betreut werden sie von vier Erzieherinnen, von denen immer mindestens zwei anwesend sind. Wichtig ist dem Team, dass die Kinder lernen, so viel wie möglich selbstständig zu erledigen. Der Tagesablauf der Waldgruppe ist abwechslungsreich. Die meiste Zeit verbringen die Kinder draußen in der Natur. Zusammen mit den Erzieherinnen gehen sie bei Wind und Wetter spazieren und entdecken dabei immer wieder Neues.

Lisa Biegert erinnert sich immer wieder gerne an besondere Erlebnisse mit den Kindern. "Es sind schon kleine Momente, die uns als Erzieher glücklich machen", sagt sie und schmunzelt. Dann berichtet sie von einem Tag, an dem die Kinder voller Freude bei Regen umherrannten, in Pfützen sprangen und eine "Matschrutsche" bauten. Zu sehen, wie sich die Kinder frei in der Natur bewegen, sei eine große Freude, die die Erzieherinnen jeden Tag aufs Neue erfahren. Sie habe sehr viel Spaß bei der Arbeit mit den Kindern, sagt Lisa Biegert. "Und genau das ist der Grund, weswegen ich jeden Tag mit Freude zur Arbeit gehe", betont sie. "Es erfüllt mich immer wieder."

von Cedrina Wingens (Jahrgangsstufe 11)
am Sa, 15. Dezember 2018

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