Erste Reaktionen auf Empfehlung der Landesregierung

Breisacher Schulen informieren Schüler aus dem Elsass, dass sie daheim bleiben sollen

Die Stadt Breisach hat die Schulen angewiesen, Schüler aus dem Elsass vorerst zu Hause zu lassen. Auch zwölf Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind betroffen.

BREISACH. Kalt erwischt wurden die Breisacher Schulleitungen, als sie am späten Montagnachmittag über die BZ-App erfuhren, dass das Freiburger Regierungspräsidium empfohlen hatte, das Südliche Elsass wie ein Corona-Risikogebiet zu behandeln. Alle Breisacher Schulen werden diesem Rat folgen. Schüler und Lehrer, die aus dem Elsass kommen, sollen die nächsten 14 Tage möglichst zu Hause bleiben.

Im Departement Haut-Rhin werde derzeit ein intensives Corona-Virus-Geschehen beobachtet, heißt es in einer Presseerklärung, die das Präsidium am Montag veröffentlichte. Darin wird auf die Empfehlung des Landesozialministeriums verwiesen, das vor diesem Hintergrund und der vielen grenzüberschreitenden Kontakte empfohlen habe, das Südliche Elsass analog den entsprechenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Risikogebiete zu behandeln. Ausschlaggebend sei auch, dass auf französischer Seite keine Nachverfolgungen von Kontaktpersonen von Covid-Fällen mehr erfolgten, erläuterte Heike Spannagel, Pressesprecherin beim Regierungspräsidium. Es handele sich aber um eine Empfehlung, nicht um eine Anordnung, hob sie hervor. Pendlern und Schülern, die aus dem Elsass kommen, wird empfohlen, 14 Tage zu Hause zu bleiben.

Erste Infos durch BZ online
"Das werden wir auch so handhaben", erklärte Markus Rupp, stellvertretender Schulleiter der Hugo-Höfler-Realschule, an der auch zwischen 20 und 30 Schüler aus dem Elsass unterrichtet werden. Noch am Montagnachmittag wurde versucht, die Schüler zu informieren.

Schüler aus dem Elsass, die am Dienstag dennoch zur Schule kommen, würden wieder nach Hause geschickt oder separiert.

Auch zwei Lehrer betroffen
An der Julius-Leber-Schule werden deutlich weniger Schüler aus dem Elsass unterrichtet. "Wir werden sie telefonisch informieren, dass sie ab Dienstag zu Hause bleiben sollen, bis sich die Sache geklärt hat", informierte Schulleiterin Ellen Bastian-Weber auf Nachfrage der BZ. Das gelte auch für zwei Lehrkräfte und eine weitere Mitarbeiterin. Auch Bastian- Weber hatte von der neuen Entwicklung zunächst auf der Homepage der Badischen Zeitung erfahren. Das Gesundheitsamt sei am Montagnachmittag nicht mehr zu erreichen gewesen.

Am Martin-Schongauer-Gymnasium sind nach Auskunft von Schulleiter Winfried Wagner zirka 15 Schüler sowie zwei Lehrerinnen betroffen. Man werde der Empfehlung des Regierungspräsidiums folgen und dies so auch auf der Homepage der Schule mitteilen. Gegebenenfalls würden Schüler aus dem Elsass am Dienstagmorgen am Schuleingang abgepasst und wieder nach Hause geschickt.

Größere Versammlungen abgesagt
Am Montagabend erteilte die Stadt Breisach, die Träger der Hugo-Höfler-Realschule, der Julius-Leber-Schule und der Grundschule Theresianum ist, die Anweisung, dass Schüler, Lehrer oder weitere Mitarbeiter aus dem Elsass vorerst zu Hause bleiben müssen. Das gilt auch für zwölf Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die im Elsass wohnen. Sie seien bereits informiert und würden im Homeoffice arbeiten, berichtete Bürgermeister Oliver Rein auf Nachfrage der BZ. Größere Versammlungen würden in Breisach abgesagt. Das betreffe auch die Hauptversammlungen der Feuerwehrabteilungen. Es handele sich um eine Sicherheitsmaßnahme, betonte der Rathauschef. "Es gibt keinen Grund zur Panik", hob er hervor. Wichtig sei es aber, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Jetzt sei es nötig, jeden Tag auf eine veränderte Situation reagieren zu können. Daher werde es täglich einen Jour fix im Breisacher Rathaus geben.
von apt
am Mo, 09. März 2020 um 19:19 Uhr

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