Bürgerbuch von 1356

Bürgerbuch von 1356

Im Jahre 1356 geschriebenes Verzeichnis der Lahrer Bürger und Bürgerrechtsinhaber und neben dem Freiheitsbrief von 1377 wertvollste Archivalie im Lahrer Stadtarchiv. Es besteht aus 24 Pergamentblättern im Format von 22 x 28 Zentimeter, gebunden in zwei Holzdeckel von einem Zentimeter Dicke und wurde von der Stadt angelegt. Bei Abschluss der ersten Eintragungen am 9.8.1356 waren 192 Vollbürger (darunter acht Frauen) und 109 Ausbürger verzeichnet. Im Bürgerbuch wurden die Bürgerrechtsinhaber samt des von ihnen gegebenen Pfandes aufgeschrieben. Auf das Pfand konnte die Stadt zugreifen, wenn der Bürger seine Pflichten versäumte. Der Grund für die Anlage des Bürgerbuches ist nicht sicher. Der Historiker Christoph Bühler vermutet eine beabsichtigte Stärkung der städtischen Eigenständigkeit aufgrund zunehmender herrschaftlicher Unsicherheiten (Teilungen, Herrschaftswechsel o.ä.). Da das Bürgerbuch bis in das 15. Jahrhundert hinein fortgeschrieben wurde, enthält es Angaben zu über 700 Voll- und Ausbürgern und ist deshalb eine zentrale Quelle zur mittelalterlichen Geschichte von Lahr.

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von bz
am Mi, 24. Februar 2010


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