Festhalle

Bürgermeisterwahl in Löffingen: Die Kandidaten stellen sich vor

Drei Kandidaten wollen Bürgermeister von Löffingen werden – und das Interesse ist groß: Gut 1000 Löffinger kamen zur Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten in die Festhalle.

Jeder Kandidat hatte 30 Minuten Zeit, 15 Minuten, um sich vorzustellen und anschließend die Fragen der Bürger zu beantworten. Und alle wurden mit Applaus empfangen und auch verabschiedet. Anschließend dankte der Vorsitzende des Wahlausschusses, Werner Adrion, der das Gespräch leitete, den Besuchern, die dem Ausschuss die Arbeit leicht gemacht und nichts Diskriminierendes vorgetragen haben.

Dieter Köpfler, der sich als Erster beworben hatte, machte den Anfang. Seit zehn Jahren als Gemeinderat aktiv und seit zwei Jahren Vorsitzender des Wirtschaftsverbunds, will er die Zukunft Löffingens zusammen mit den Ortsteilen gestalten. Er will Gewerbeflächen vermarkten und so neue Arbeitsplätze schaffen, wobei er auch auf die gute Infrastruktur und die Kinderbetreuung verwies. Zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten für ihn auch mehr Umsatz in den Geschäften der Stadt.

Dieter Köpfler will Arbeitsplätze schaffen

Auch von der Elektrifizierung der hinteren Höllentalbahn verspricht er sich einen Zuzug von Menschen, die in den Ballungsgebieten arbeiten. Im Rahmen der Stadtsanierung, die noch bis 2018 läuft, will er das Rathaus sanieren und auch Hausbesitzer gewinnen, von den Zuschüssen Gebrauch zu machen. Mit den Sport- und Veranstaltungshallen sowie mit der Wutachschlucht will er neue Gäste gewinnen. Als Herausforderung bezeichnete Köpfler, künftige Leerstände in den Ortsteilen zu verhindern.

Egon Vogt aus Reiselfingen ging aus die Verschuldung Löffingens ein, und wollte wissen, warum bei Straßensanierungen noch einmal Anschlussgebühren für die Anlieger erhoben werden. Dazu erklärte Köpfler, dass Straßen nicht auf Kosten der Anlieger saniert werden. Georg Willmann wollte wissen, ob man durch den angedachten Zusammenschluss der Energieversorgung auf der Südbaar nicht eine Perle der Stadtwerke verschenke. Die Stadt habe nichts zu verschenken, erläuterte Köpfler, es gehe vielmehr darum, die Stadtwerke angesichts immer komplizierterer Vorgaben zukunftssicher zu machen. Darüber werde der Gemeinderat noch in diesem Jahr entscheiden.

Hans-Rudolf Lerche ging ebenfalls auf die Verschuldung und und wollte wissen, ob Löffingen ebenfalls an Gebühren für Park and ride Plätze denke. Köpfler betonte, dass solche Gebühren ein solches Problem sicher nicht lösen können. Zum Thema Windkraft erklärte Köpfler, dass dafür bestimmte Plätze ausgewiesen werden sollen, er aber grundsätzlich für Windkraft sei. Auf die Frage von Michael Schwörer, wie das Bürgertaxi funktionieren soll, erklärte Dieter Köpfler, dass er dies für sehr wichtig halte, vor allem für Bürger aus den Ortsteilen und vom Reichberg. Außerdem verspricht er sich davon eine Belebung des Einzelhandels.

Tobias Link erklärte, er kenne die Probleme des ländlichen Raums, schließlich sei er selbst dort ausgewachsen. Die Kompetenz, eine Gemeinde zu führen habe er durch sein Engagement in der Kommunalpolitik seiner Heimatgemeinde und durch sein Jurastudium. Im Fall seiner Wahl zum Bürgermeister sei er nach Absprache mit seiner Familie auch bereit, nach Löffingen zu ziehen, um die Enge der Stadt mit der Weite auf dem Land zu tauschen.

Durch eine Familiengemeinde will er den Trend rückläufiger Einwohnerzahlen stoppen und Löffingen noch attraktiver für Familien machen. Dazu zählen für ihn auch der Erhalt der Grundschulen und zeitgemäße Betreuungsangebote in allen Kindergärten sowie ausreichen Bauplätze in allen Ortsteilen. Auch für Senioren will er ein breiteres Angebot schaffen, beispielsweise durch Mehrgenerationenwohnhäuser. Weite Ziele sind der Ausbau des schnellen Internets, der gerade für Gewerbetreibende wichtig sei, ein Jugendgemeinderat, die Elektrifizierung der Bahnstrecke und die Sicherung der Grundversorgung mit Lebensmittel in jedem Ortsteil. In den Bereichen Wirtschaft und Handel will er die Stadtsanierung vorantreiben, ein Verkehrskonzept für die Innenstadt, Leerständebekämpfen, Gewerbeflächen besser vermarkten, und eine bessere Verknüpfung von Tourismus und Sportstätten.

Auf die Frage von Holger Tröndle, wie er Leerstände in der Innenstadt bekämpfen wolle, erläuterte Link, dass er die Innenstadt durch das Verkehrskonzept und die Sanierung liebenswerter machen wolle. Dies werde er mit den Ladenbetreibern und dem Wirtschaftsverbund weiter vorantreiben. Außerdem wolle er eine bessere Verbindung zwischen dem Edekamarkt und der Innenstadt. Die Verschuldung der Stadt sieht er als nicht problematischen, antwortete Link auf die Frage von Hand Rudolf Lerche. Die Stadtbücherei habe für ihn einen hohen Stellenwert, erklärte Link auf Frage von Mechthild Großmann und auch die Frage von Achim Gauger, ob er Kindergärten mit drei Kindern trotzdem erhalten wolle, antwortete Link, er wolle schon im Vorfeld aktiv werden, damit es gar nicht so weit komme.

Tobias Link setzt auf ein Verkehrskonzept

Volker Egy bemängelte den Lärmschutz an der B 31, worauf Link versprach, dass die Gemeinde versuchen werde, das Regierungspräsidium zu überzeugen, mehr zu tun und zur Not auch zu überprüfen, ob die Vorgaben eingehalten werden. Link will einen offenen Umgang im Rathaus mit Vertrauen, Ehrlichkeit und Respekt, erklärte Link auf die Frage von Achim Gauger nach seinem Führungsstil und zu Frage nach der Windkraft erläuterte Link, dass er nichts gegen Genossenschaftsmodelle habe, da das Geld so in der Region bleibe.

Markus Laufer sieht nach der Amtszeit von Norbert Brugger eine große Aufgabe auf den Bürgermeister zukommen und bezeichnete sich selbst als Quereinsteiger, der auf den Sachverstand, die Kompetenz und die Loyalität der Verwaltungsangestellten vertraue. Er verspricht Transparenz und Bürgernähe, will die Sorgen der Bürger ernst nehmen und immer ein offenes Ohr haben. Er wünscht sich mehr Interesse an den Gemeinderatsitzungen und verspricht, frühzeitig zu informieren, damit die Zukunft Löffingens gemeinsam gestaltet werden kann. Weitere Ziele sind, den demographischen Wandel aufzuhalten, ein neues Konzept für den Jugendraum zu finden, Kaufkraft in die Stadt zurückzuholen und einen Baumarkt für das Gewerbegebiet zu finden. Laufer will eine Zukunftswerkstatt anstoßen und dabei das Wissen der Bürger nutzen, für jeden Bürger mit seinem Herz da sein und den sanften Tourismus weiter voranzubringen. Löffingen brauche sich da nicht zu verstecken.

Markus Laufer verspricht Bürgernähe und Transparenz

Für den Lärmschutz an der B 31, der von Volker Egy angesprochen wurde, hält Laufer eine Geschwindigkeitsbegrenzung für sinnvoll und auf die Frage von Johann Rohr aus Bachheim, ob es für ihn auch Ortsteile gebe, nachdem er davon bisher nicht gehört habe, erklärte Laufer, dass der Nahverkehr derzeit ein Unding sei, dass in jeden Ortsteil ein Lebensmittelladen gehöre und dass er vor allem kleine Unternehmen in den Ortsteilen stärken will. Auch sei es für die Ortsteile von Vorteil, wenn das Ladensterben in Löffingen beendet werden könne.

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von Martin Wunderle
am So, 01. Dezember 2013 um 15:55 Uhr

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