Bürgermeisterwahl: Zwei Wochen vor Bewerbungsschluss gibt es nur einen Kandidaten

CDU ruft Interessierte zu Kandidatur für die Bürgermeisterwahl auf / In gut zwei Wochen endet die Bewerbungsfrist.

LÖFFINGEN. Noch gut zwei Wochen ist es bis zum Bewerbungsschluss am 11. November für die Bürgermeisterwahl in Löffingen, doch bisher hat sich mit Dieter Köpfler (Gemeinderat und Vorsitzender des Wirtschaftsverbunds) nur ein Bewerber für die Stelle gemeldet, obwohl Bürgermeister Norbert Brugger nicht mehr zur Wahl antritt. Für die CDU war dies der Anlass, einen Aufruf zu starten, der weitere Interessenten am Bürgermeisteramt für eine Bewerbung motivieren soll.

Bei einer Vorstands- und Fraktionssitzung hat es die CDU außerordentlich schade gefunden, dass sich bisher kein weiterer Interessent um das Bürgermeisteramt in der attraktiven Baargemeinde beworben hat. Dabei gehe es nicht um die Person des bisherigen Bewerbers, sondern ausdrücklich um die Möglichkeit, den Bürgern eine Auswahl zu bieten, erklärte CDU-Vorsitzender Micha Bächle. Die Partei befürchte, dass sich eine Wahl mit nur einem Bewerber auch auf die Wahlbeteiligung und die Unterstützung der Bevölkerung für den neuen Bürgermeister auswirken könnte.

Micha Bächle selbst will sich allerdings nicht um das Amt bewerben. Er sei darauf auch bereits von vielen Bürgern angesprochen worden, erklärte er gegenüber der Badischen Zeitung. Die Aufgabe bezeichnet er grundsätzlich als reizvoll, dennoch habe er sich entschlossen, aus familiären und beruflichen Gründen bei der anstehenden Wahl im Dezember nicht zu kandidieren. Er möchte aber weiterhin gerne im Gemeinderat aktiv mitarbeiten und gemeinsam mit dem neuen Bürgermeister, den Gemeinderatskollegen und mit den Bürgern die Zukunft von Löffingen gestalten.

Werner Adrion, Vorsitzender der FDP und Fraktionssprecher von FDP und Freien Wählern in Gemeinderat, kann sich dem Aufruf der CDU ebenfalls anschließen. Die Situation mit derzeit nur einem Bewerber sei nicht hinnehmbar, schließlich müsse der Bürger eine Wahl haben. Seine Partei werde jetzt noch abwarten, ob sich bis nach dem Wochenende noch ein weiterer Kandidat um das Bürgermeisteramt bewirbt, ansonsten werde man rührig werden und nach einem weiteren Bewerber Ausschau halten. Wichtig sei dabei vor allem, dass es sich um einen guten Kandidaten handle, an einem Juxkandidaten habe man kein Interesse.

Auch Titisee-Neustadts Bürgermeister Armin Hinterseh, der im Löffinger Ortsteil Reiselfingen wohnt, will nicht kandidieren. Löffingen sei zwar eine attraktive Stadt mit einer guten Finanzlage, sei aber für ihn kein Thema. Er fühle sich in Neustadt wohl und habe im Verlauf seiner Amtszeit auch einiges angeleiert, was er noch abschließen wolle.

Der bisher einzige Bewerber, Dieter Köpfler, geht fest davon aus, dass sich noch weitere Kandidaten melden. Alle andere sei auch für ihn eine Enttäuschung. Auch für einen neu gewählten Bürgermeister sei es wichtig, dass er bei einer tatsächlichen Wahl ins Amt komme und nicht mit einer niedrigen Wahlbeteiligung mangels weiterer Kandidaten. Er sei bereits im Wahlkampfmodus, mit Hausbesuchen und dem Vereilen von Flyern – so gut, wie das eben mit seinem Beruf vereinbar sei. Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass er das Amt nicht geschenkt kriege und er geht auch jetzt noch davon aus, dass sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist mindestens drei Kandidaten melden.

Dass Amtsinhaber Norbert Brugger noch einmal für zwei oder drei Jahre bis zum Erreichen der Altersgrenze weitermacht, ist nach der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg nicht möglich. Er hat die zulässige Altersgrenze bereits überschritten. Doch auch er zeigt sich von der bisher schwachen Resonanz überrascht. Mit zwei oder drei Bewerbern, sagt er, hätte er zu diesem Zeitpunkt schon gehofft.
von Martin Wunderle
am Do, 31. Oktober 2013

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