Fragebogen

"Bürgerprotest unterstützen"

BZ-Fragebogen mit dem Bürgermeisterkandidaten Christian Göpper

GUNDELFINGEN. Am 19. Oktober dürfen die Gundelfinger einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin wählen. Fünf Kandidaten stehen zur Wahl. Die Badische Zeitung hat allen einen identischen Fragebogen geschickt. Fragen und Antworten stellen wir jetzt vor.

BZ: In drei Sätzen: Warum sollten die Gundelfinger Sie wählen?

Göpper: Als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht verfüge ich über die für das Bürgermeisteramt erforderliche Verwaltungskompetenz. Als von außen kommender Bewerber bin ich unabhängig, in Gundelfingen und Wildtal niemandem verpflichtet und kann allen Bürgerinnen und Bürgern unvoreingenommen begegnen. Mit 38 Jahren verfüge ich bereits über eine zehnjährige Berufserfahrung als Jurist, bin aber noch jung genug, um langfristig in der Gemeinde gestalten zu können.
BZ: Sollte die Straßenbahnlinie 2 nach Gundelfingen verlängert werden? Was kann die Gemeinde dafür/dagegen tun?
Göpper: Eine Weiterführung der Straßenbahn an die Untere Waldstraße ist grundsätzlich beschlossen, eine Weiterführung bis zum Ochsen wird diskutiert. Es ist wichtig, zeitnah im Einvernehmen mit dem Zweckverband die möglichen Varianten auf ihre Machbarkeit und Finanzierbarkeit zu prüfen. Danach ist unter frühzeitiger und umfassender Bürgerbeteiligung über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Wichtig ist mir, dass die Frage der Straßenbahnverlängerung zeitnah geklärt wird, da sie die Ortsentwicklung maßgeblich betrifft.
BZ: Sollten Flüchtlinge auf dem Gelände bei der evangelischen Freikirche untergebracht werden? Wie und wo könnten Flüchtlinge sonst untergebracht werden?
Göpper: Die Unterbringung von Flüchtlingen ist ein drängendes Thema. Ich begrüße, dass der Gemeinderat nun die Standortsuche in einem transparenten Verfahren unter Beteiligung des Runden Tisches beschlossen hat. Wichtig ist es, eine verträgliche Lösung zu finden, die Nutzungskonflikte möglichst ausschließt. Hier ist auch eine dezentrale Lösung an mehreren Standorten denkbar. Wichtig ist mir, dass eine gute soziale Betreuung der Flüchtlinge gewährleistet wird.
BZ: Was kann die Gemeinde gegen den Bahnlärm unternehmen?
Göpper: Die Zuständigkeiten liegen hier bei Bund und Bahn. Die Gemeinde ist aber aufgefordert, den Protest der Bürgerinnen und Bürger gegen den Bahnlärm zu unterstützen und sich auf politischer Ebene dafür einzusetzen, dass das 3. und 4. Gleis zeitnah und bürgerverträglich an der Autobahn realisiert wird, um langfristig den Güterverkehr von der alten Trasse fernzuhalten. Bis dahin benötigt Gundelfingen einen verbesserten Lärmschutz und eine Katastrophenschutzplanung.
BZ: Gundelfingen hat nur noch wenig Raum, um sich zu entwickeln. Sagen Sie, was Gundelfingen am dringendsten benötigt: mehr sozialen Wohnungsbau, mehr Einfamilienhäuser, mehr Gewerbefläche oder etwas anderes?
Göpper: In Gundelfingen mangelt es an bezahlbarem Wohnraum. Die Gemeinde muss daher maßvoll die bauliche Entwicklung vorantreiben, um solchen Wohnraum zu schaffen, auch um den demographischen Wandel zu bewältigen. Aktuell finden vor allem junge Familien keinen passenden Wohnraum. Auch altersgerechter Wohnraum muss geschaffen werden, um älteren Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Hier kommt neuen Wohnformen eine zentrale Bedeutung zu.
BZ: Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Betriebe im Gundelfinger Gewebegebiet bleiben und nicht abwandern?
Göpper: Das Gewerbe in Gundelfingen muss Entwicklungsmöglichkeiten haben. Innerhalb des Gewerbegebiets muss daher mit einem modernen Flächenmanagement dafür Sorge getragen werden, dass eine Weiterentwicklung der Betriebe möglich ist. Auch eine Erweiterung des Gewerbegebiets schließe ich nicht aus. Ich trete ferner für eine aktive Wirtschaftsförderung ein.
BZ: Was machen Sie beruflich, wenn Sie nicht gewählt werden?
Göpper: Ich würde in diesem Fall weiterhin meinen Beruf als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht ausüben.
BZ: Welche Schlagzeile sollte über dem Interview stehen, das die BZ mit Ihnen nach Ihrer ersten Amtszeit als Bürgermeister führt?
Göpper: "Acht gute Jahre für Gundelfingen - Bürgermeister Christian Göpper bewirbt sich für eine weitere Amtszeit "
BZ: Vervollständigen Sie diese Sätze: Am besten in Gundelfingen gefällt mir …
Göpper: ...das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die großartige Vereinskultur, das Miteinander im Ort und die hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Gemeinde, wofür das Englerbeck-Huus sinnbildlich steht.
BZ: Gar nicht gefällt mir in Gundelfingen...
Göpper: ... der Bahnlärm und die Belastungen für die Menschen, die damit einhergehen.
Christian Göpper

Alter: 38 Jahre
Familienstand, Kinder: verheiratet, erstes Kind wird im Dezember erwartet
Wohnort: Freiburg-Littenweiler
Beruf: Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Konfession: evangelisch
Aktive Mitgliedschaften: Jugend- und Bürgerforum 197, AWO Freiburg, Ebneter Kultursommer
Ehrenamtliches Engagement: Vorsitzender Jugend- und Bürgerforum 197, Vorstand AWO Freiburg, Beirat Ebneter Kultursommer
von bz
am Di, 07. Oktober 2014 um 17:47 Uhr

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