Burk, Richard

Burk, Richard

Geb. 8.11.1892 in Konstanz, gest. 18.2.1956. NSDAP-Kreisleiter. Burk absolvierte nach Schulausbildung in Konstanz und Abitur in Schwäbisch Hall eine kaufmännische Ausbildung und nahm als Kompanieführer eines Artillerieregiments am Ersten Weltkrieg teil. Nach 1918 Tätigkeit als Gutshofverwalter und -besitzer (Konstanz, Grasbeuren) sowie Buchhändler (Radolfzell). Seine politische Tätigkeit begann 1920 als Leiter des Deutsch-Völkischen Schutz- und Trutzbundes in Konstanz, in der "Organisation Escherich" sowie der "Freischar Damm", allesamt ausgesprochen rassistische, nationalistische und antisemitische Organisationen. Am 1.3.1930 trat er in die NSDAP ein, seit 1931 war er als Kreispropagandaleiter der Partei im Kreis Konstanz tätig. Stadtrat in Radolfzell ab 1933. 1934 zunächst ehrenamtlicher, Mai bis August 1936 hauptamtlicher Bürgermeister auf der Insel Reichenau. Kurze Amtszeit als Kreisleiter der NSDAP in Überlingen, Anfang 1937 Versetzung als Kreisleiter nach Lahr. Neben der SS war Burk maßgebender Organisator der Novemberpogrome 1938 im Kreis Lahr. Am 21.4.1945 wurde er von der französischen Besatzungsmacht festgenommen, und zunächst in Freiburg-Betzenhausen, ab Mitte Dezember 1947 in Lahr-Dinglingen interniert. Im "Ettenheimer Synagogenbrandprozess" im Oktober 1948 wurde Burk wegen "gemeingefährlicher Sachbeschädigung" (während des Pogroms in Kippenheim) zu einem Monat Gefängnis verurteilt, im Februar 1950 jedoch amnestiert. Nach insgesamt vierjähriger Internierungshaft zog er im März 1949 nach Moos auf die Höri am Bodensee und arbeitete als Handelsreisender einer Münchener Firma. Für seine Tätigkeit in Lahr wurde er nicht belangt, eine politische oder gesellschaftliche Rolle spielte er in der Bundesrepublik nicht mehr.

Die bisher erschienene Beiträge gibt es unter http://www.badische-zeitung.de/lahr-lexikon
von tmi
am Mo, 03. September 2012

Badens beste Erlebnisse