BZ-INTERVIEW: "Man muss offen sein"

Spätaussiedler Alexander Sinner ist heute Unternehmer.

BZ: Herr Sinner, Sie sind 1996 im Alter von 29 Jahren mit Ihrer Familie aus Nowosibirsk nach Deutschland übergesiedelt. Wie haben Sie sich in Neustadt eingelebt?
Sinner: Sehr gut. Ich wollte immer in einem Gebirge leben, wo’s Schnee gibt. Bei uns hatte es Sümpfe. Aber Deutschland ist ein ganz anderes Land mit anderen Gesetzen, das muss man erst kapieren.
BZ: Wann haben Sie Ihre Firma gegründet?

Sinner: Den Autohandel 1998. Die Werkstatt an der Biberwiese habe ich 2002 gebaut und vor einem Jahr verpachtet. Jetzt verkaufen wir gebrauchte Harleys.
BZ: Denken Sie, dass es für Sie schwieriger war, sich selbständig zu machen, als es für Deutsche gewesen wäre?
Sinner: Nein. Wenn jemand arbeiten will, ist das egal. Und die Sprache kann man lernen. Daheim haben wir nur Russisch gesprochen.
BZ: Stoßen Sie hier als Spätaussiedler im Alltag auf Vorurteile oder Ablehnung?
Sinner: Ich selbst habe so etwas nicht erlebt, aber schon von anderen gehört.
BZ: Haben Sie Ratschläge für Zuwanderer, wie sie hier gut zurechtkommen können?
Sinner: Am besten die Sprache lernen so schnell wie möglich und das Land kennen lernen. Man muss offen mit den Leuten sein.

Alexander Sinner (46), aus Sibirien stammender Kfz-Mechaniker und Vater von vier Kindern, wohnt mit seiner Familie in Neustadt und sagt, "das Leben ist gut hier".
von zwi
am Mo, 29. April 2013


Badens beste Erlebnisse