BZ-Serie Auf, Lauf!

BZ-Redakteurin Kathrin Blum bereitet sich auf dem Halbmarathon vor

BZ-SERIE AUF, LAUF! (1): BZ-Redakteurin Kathrin Blum bereitet sich auf den Halbmarathon vor .

FREIBURG. Im Januar Vorsätze fassen? Kann jeder! Deshalb hat Kathrin Blum das schonmal im September erledigt: Zu vorgerückter Stunde, bei einer Geburtstagsfeier und an der Seite ihres Schwiegervaters Roland, hat sich die BZ-Redakteurin für den Halbmarathon am 7. April angemeldet. Das dauert ja noch ewig und vielleicht fällt ihr bis dahin eine passende Ausrede ein. Dachte sie sich. Mit 30 Jahren weniger auf dem Buckel ist sie eindeutig im Vorteil – mögen vielleicht die Leser denken. Es stimmt zwar, dass der 65-Jährige seiner Schwiegertochter drei Jahrzehnte Lebenserfahrung voraus hat. Aber nicht nur die, sondern auch unzählige Kilometer Training, viele Stunden Wettkampferfahrung und als Rentner unbegrenzt Zeit zu trainieren.

Damit die Amateurin mithalten kann, muss sie sich also ganz schön anstrengen und endlich mit dem Training beginnen. Regelmäßig wird sie in den kommenden Wochen an dieser Stelle verraten, wie es so läuft mit dem Laufen – oder ob ihr eine Ausrede eingefallen ist.

Sonntag, zweiter Advent, 7.45 Uhr: Heute werde ich das erste Mal mit meinem Schwiegervater joggen. Wie viel Respekt er wohl noch vor mir hat, wenn ich nach wenigen Kilometern japsend zurückbleibe? Ob er, der mehrfache Marathon-Finisher, mir Tipps gibt, wie ich es besser machen kann? Ob er mich auslacht, wenn ich umdrehe, bevor er es macht?
8 Uhr: Die Stadt schläft noch, als wir losjoggen in Richtung Osten. Vereinzelt treffen wir auf gassigehende Hundehalter, funktionskleidungtragende Jogger und hinter Schlafsackbergen versteckte Obdachlose. Der Anfang läuft gut, mein Fitnesstracker am Handgelenk lobt vibrierend die Durchschnittsgeschwindigkeit. Wir laufen von der Güterbahnbrücke in Haslach bis nach Ebnet, ziemlich genau 7,5 Kilometer. Obwohl es auf dem Rückweg leicht bergab geht, werden die Beine ab Kilometer 10 schwer. Ab Kilometer 11 beschwert sich der Fitnesstracker piepsend über das Schneckentempo bei gleichzeitigem Schnellzugpuls.
9.10 Uhr: Endspurt: Die letzten beiden Kilometer sind zäh. Zumindest für einen von uns beiden. Na gut: eine. Mein Schwiegervater läuft unbeeindruckt und leichtfüßig weiter einen 5:45-Minuten-Kilometer-Schnitt. Ich folge ihm keuchend. Und innerlich fluchend, dass ich mich darauf eingelassen habe.
9.22 Uhr: Tagesziel erreicht. 15 Kilometer in einer Stunde, 22 Minuten und ein paar Sekunden. Ich habe Durst, die Knie schmerzen und ich ginge am liebsten wieder ins Bett, noch ein Stündchen schlafen. Und mein Schwiegervater? Setzt sich an den Frühstückstisch und schmiert ein Brötchen, als wäre nichts gewesen. Ist das jetzt frustrierend oder motivierend? Ganz sicher bin ich mir noch nicht.
von kbl
am Do, 13. Dezember 2018

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