Klassik

Camerata Vivaldiana

Werke von Händel und Vivaldi

Wann
So, 13. September 2020, 17:00 Uhr
Wo
Arlesheim
Dom

UPDATE:
Wegen der Corona-Pandemie ist der Zugang zu vielen Veranstaltungen beschränkt, andere finden nur online statt. Eine Verordnung des Landes Baden-Württemberg erlaubt seit dem 1. Juni 2020 wieder Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen, sofern Veranstalter ein Hygienekonzept erarbeitet haben. Kultureinrichtungen wie Theater und Konzerthäuser sowie Kinos, welche diese Anforderungen erfüllen, können seither wieder öffnen. Seit dem 1. August dürfen wieder bis zu 500 Menschen an einer Veranstaltung oder an Messen teilnehmen. Ab. 1. September sind Messen mit mehr als 500 Teilnehmern wieder erlaubt. Großveranstaltungen mit mehr als 500 Menschen bleiben jedoch bis Ende Oktober verboten. Auch in der Schweiz und im Elsass gelten Einschränkungen. Wir empfehlen Ihnen, sich direkt beim Veranstalter darüber zu informieren, ob die Veranstaltung stattfindet oder nicht.

Was haben Händel und Vivaldi miteinander zu tun? Warum sollte man ihnen ein gemeinsames Konzertprogramm widmen? Weil beide zu den bedeutendsten Vertretern des Spätbarock gehören? Weil beide den italienischen Stil pflegten, der eine vor Ort in Venedig, der andere in London? Weil beide ein reiches OEuvre an Opern hinterlassen haben und auch ihre geistliche Musik im besten Sinne «theatralisch» ist? Vielleicht. Aber es gibt noch eine weitere, wesentliche Gemeinsamkeit: Beide Komponisten haben im emphatischen Sinne «für die Stimme» geschrieben (anders als etwa Bach, dessen vokale Linien ganz vom Instrumentalen her gedacht und angelegt sind). So ist es kein Zufall, dass viele «Händel-Sänger*innen» sich auch ausgiebig mit den Werken Vivaldis beschäftigen und umgekehrt. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist die Solistin des Abends: Star-Sopranistin Robin Johannsen. Mit Händels Salve Regina und Vivaldis Laudate pueri führt sie uns durch das ganze Ausdrucksspektrum der menschlichen Stimme vom hochvirtuosen Koloraturfeuerwerk bis zu den unendlich zarten Farben der Andacht und Anbetung.
Der Chor lässt in einer Wiederaufnahme The Ways of Zion erklingen, ein ungeheuer eindrucksvolles Tongemälde auf Texte aus dem Alten Testament, das Händel später zum ersten Teil seines gewaltigen Oratoriums Israel in Egypt umarbeitete und mit dem er sich einmal mehr als Meister vokaler Klangpracht erweist. Für den grossen Musikhistoriker und Händel-Biographen Charles Burney war dieses «Funeral Anthem for Queen Caroline» das Beste, was er je geschrieben hat.B ei Laetatus sum handelt es sich um eine schlichte, quasi-strophische Vertonung des Psalms 122, die in der Verbindung von homophoner Deklamation, den in schwungvollem Unisono geführten Geigen und dem Achtelteppich der tiefen Streicher dennoch ein reizvolles Beispiel für den typischen Vivaldi-Stil darstellt. Ganz ähnlich sind die Rahmensätze des Credo gearbeitet, wohingegen die Binnensätze durch weit schweifende Harmonieprogressionen und Vorhaltsbildungen («Et incarnatus est») sowie Kontrapunkt und Chromatik in barocker Schmerzens- und Leidensrhetorik («Crucifixus») beeindrucken.
Mit Il Favorito schliesslich stellt Vivaldi unter Beweis, dass er nicht nur für die Gesangsstimme zu schreiben verstand, sondern darüber hinaus wie kaum ein anderer beherrschte, für «sein» Instrument, die Geige, zu komponieren. Das «Lieblingskonzert» Karls des Sechsten, das höchste Anforderungen an den Solisten stellt, wird von der vielfach preisgekrönten Violinistin Chouchane Siranossian zu sprühendem Leben erweckt. Die Camerata Vivaldiana ist ein Orchester, bestehend aus Musikern, die mit Händel und Vivaldi bestens vertraut sind. Mit alter Musik bestens vertraut ist auch der Dirigent des Oratorienchors Baselland, Fritz Krämer.
Homepage: www.oratorienchor-bl.ch
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Mo, 03. August 2020 um 08:20 Uhr

  • Domplatz
  • 4144 Arlesheim (Schweiz)
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