Energie-Buffet 22 (26. November 2009)

Casanovas Liebesmahl

Das letzte Badenova Energie-Büfett dieses Jahres war "von Topf bis Mousse auf Liebe eingestellt".

LAHR. Sinnliches Rot hat das letzte Badenova Energie-Büfett dieses Jahres im Koch-Kunst-Bistro in der Bel-Etage des BBZ dominiert. Ob die stilvolle Dekoration auf den Tischen, der im zweideutigsten Sinn des Wortes appetitanregende Bloody-Mary-Shot mit der Auster auf dem Boden des Glases, die saftig-heiße Kirschtomate, die als pikanter Blickfang den Hauptgang abrundete oder der samtige Spätburgunder – alles an diesem Abend war "von Topf bis Mousse auf Liebe eingestellt".

Selbst Uwe Baumann, der diese beliebte Veranstaltung zum 22. Mal in Folge auf seine charmant-humorvolle Art moderierte, trug mit der Auswahl seiner Kleidung zum Farbton des Abends bei und ließ bei seinen unverhüllt erotisch angehauchten Kommentaren und Erklärungen des öfteren ein errötendes Lächeln über sein Gesicht huschen. Das Thema, das er dem "flotten Dreier", bestehend aus den beiden Spitzenköchen Andreas und Thomas Feißt sowie der Diplom-Sommelière Astrid Heß ins Kochbuch diktiert hatte, hieß: "Casanovas Liebesmahl". Die Ergebnisse der lustvollen Koch-Experimente waren dazu angetan, auch feinste Gaumen zu kitzeln: eine in der Mundhöhle förmlich dahinschmelzende, gebratene Gänsestopfleber mit Raspeln von schwarzem Trüffel, verführerisch rosa gegarte Rinderlende mit Lakritzsauce und Safranschaum und zum krönenden Abschluss den exotischen Hauch von Vanilleküchle mit glasierter Ananas, Champagnereis und Chilli-Schokoladensoße. Zusammen mit den edlen Weinen aus der 2007er Barrique-Collection-Royale der Oberkircher Winzergenossenschaft, die an diesem Abend ihre Premiere feierten, bildete auch dieses Menü wieder eine harmonische Liaison zwischen Klarheit und Raffinesse.

Bei aller betörenden Sinneslust durch die Auswahl der aphrodisierenden Ingredienzen und bei aller spritzigen Unterhaltung durch pointierte Einblicke in das Leben des Giaccomo Casanova nutzte Baumann aber auch die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und grundsätzliche Überlegungen anzustellen. In den drei Jahren seines Bestehens habe sich das Badenova Energie-Büfett zu einer festen Größe bei den heimischen Feinschmeckern etabliert. Baumann sieht in dieser Veranstaltung jedoch weit mehr. Für ihn stellt die so gepflegte Esskultur ein Stück globaler Kultur dar: "Essen ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur eines jeden Landes und das hat sogar einen politischen, ja fast einen philosophischen Aspekt. Ich möchte behaupten, dass die Globalisierung am Kochtopf stattfindet". Wichtiges Anliegen der Veranstaltung sei es auch, zur Geschmacksbildung der Menschen beizutragen.

Die Planungen sind derzeit noch nicht konkret festgeschrieben, doch eines betonten sowohl Baumann als auch Ralf Jannusch vom Badenova Service-Center: Die Energie-Büfetts werden im kommenden Jahr wie bisher weitergeführt.

von Ulrike le Bras
am Mi, 02. Dezember 2009

Badens beste Erlebnisse