CDU schlägt Cornelia Rösner vor

OB-Kandidatenvorstellung in gut besuchter Mitgliederversammlung / Eindeutige Entscheidung in nichtöffentlicher Wahl.

RHEINFELDEN. Mehrere Wochen hat sich die CDU auf den Beobachterposten zurückgezogen, nachdem ihr der eigene Kandidat mit Wunschprofil abgesprungen ist. Zweieinhalb Wochen vor der OB-Wahl mischt sich der Ortsverband als größte politische Kraft nun aber doch ein. Die Mitglieder sprachen sich am Dienstagabend klar für eine Wahlempfehlung aus und für Cornelia Rösner als Kandidatin.

Wochenlang hat der Ortsverband der Union intern diskutiert, wie er sich verhalten soll, nachdem es nicht gelungen war, trotz zahlreicher Gespräche einen eigenen Kandidaten zu präsentieren. Der sollte möglichst jung sein, um mehr als eine Wahlperiode zu bestreiten und von außerhalb kommen, um unbefangen ans Werk zu gehen. Der Dienstagabend sollte die Weichen stellen, nachdem die Erwartungshaltung von CDU-Mitglieder im Vorstand angekommen war, dass von der größten politischen Gruppierung eine Meinung in der Oberbürgermeisterfrage erwartet wird.

Innerhalb der Union allerdings waren auch andere Stimmen zu hören. Sie haben im Interesse der Glaubwürdigkeit dazu geraten, neutral in der Frage von zwei versierten Kandidaten zu bleiben und es dem Wähler zu überlassen, wem er seine Präferenz gibt.

Ortsverbandsvorsitzender Ralf Oldenburg fand am Dienstagabend im Danner jedenfalls einen gut gefüllten Saal vor, der von großem Interesse an der Veranstaltung und an den Kandidaten sprach. Gut 80 Teilnehmer, Mitglieder, die Gemeinderatsfraktion, Anhänger und Freunde waren da, um sich ein Bild zu machen.

Die OB-Bewerber Klaus Eberhardt (SPD) und Cornelia Rösner (parteilos) erhielten in getrennten Auftritten jeweils 15 Minuten Redezeit, um ihre Vorstellungen für das Amt und ihre Themenschwerpunkte dazulegen. Die sich jeweils anschließende halbe Stunde für Fragen an die Kandidaten wurde intensiv genutzt. Dass der dritte Bewerber, Klaus Springer, der sich zur CDU zugehörig betrachtet, nicht von der Partie war, hat bei einigen Leuten für leichte Kritik mit Blick auf die demokratischen Spielregeln gesorgt.

Beide Kandidaten (siehe Berichte unten) zeigten vor der CDU deutlich Profil mit ihren Ausführungen, wobei sich im öffentlichen Teil der Veranstaltung nicht offenkundig abzeichnete, wie die Mitglieder vorgehen wollen, wem die Sympathien gehören und wie sie die Kandidaten anschließend nichtöffentlich bewerten. Beide Kandidaten wurden mit Applaus verabschiedet.

Danach zogen sich die CDU-Mitglieder zur internen Beratung zurück. Zunächst wurde die Frage diskutiert, ob die CDU eine Wahlempfehlung geben soll? Wie Ralf Oldenburg mitteilte, sei dies per Handzeichen klar entschieden worden. Den Mitgliedern, erklärt er, sei es "ausgesprochen wichtig", dass eine Empfehlung "egal für welchen Kandidaten" ausgesprochen wird. In geheimer Wahl sprachen sich die Mitglieder "mit deutlicher Mehrheit für eine Unterstützung von Cornelia Rösner" aus, erklärt Oldenburg.

von Ingrid Böhm-Jacob
am Do, 05. April 2012


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