Brauchtum

Chienbäseumzug mit Feuerwagen im Schweizer Liestal

Chienbäseumzug im Schweizer Liestal am Sonntag, 18. Februar / Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Feuer ist ein elementarer Bestandteil vieler Riten und Bräuche. Kaum
ein Element hat das menschliche Leben so sehr geprägt wie das Feuer. Deshalb ist die bunte Fülle der Volksbräuche, die sich auf das
Feuer beziehen, so umfassend und
prägend. Auch der moderne Mensch kann sich der Faszination
Feuer in all ihren Erscheinungsformen kaum entziehen, zum Beispiel, wenn das schweizerische Liestal feiert – und zwar zünftig mit
Feuerwagen und Chinebäse.
Gleichzeitig mit der Basler Fasnacht sind auch in Liestal die Narren los, aber da der Ort etwas anders tickt, geht es hier bereits am
Sonntag, 18. Februar, vor dem Basler Morgestraich los. Den unbestrittenen Höhepunkt der Liestaler Fasnacht bildet am Sonntagabend der Chienbäseumzug, dieses weltweit einzigartiges Feuerspektakel, an dem jeweils Abertausende von Besuchern aus dem In- und Ausland beiwohnen. Um 19.15 Uhr startet der Chienbäse-Umzug durchs Stedtli – wie immer: falls es die meteorologischen Bedingungen zulassen. Etwa eine halb Stunde vor dem offiziellen Beginn wird durch den Feuerwehrkommandanten der Stadt entschieden, ob und in welcher Form und Zusammensetzung der Umzug stattfindet. Die Route beginnt in der Burgstraße, Rathausstraße, Rebgasse, Gerbergasse und endet im unteren Gestadeckplatz (Kreuzung Rosenmund).

Rotorange Flammen lodern zum Himmel und verwandeln die Liestaler Altstadt in einen Hexenkessel. Den Höhepunkt des Umzuges bilden zweifelsohne die Feuerwagen. Diese berühmt-berüchtigten Feuerspeier sind einer übermütigen, spontanen Idee entsprungen.
Anfang der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts füllten einige Burschen gegen den Willen des Leiters einen Eisenkessel mit
Holz, stellten ihn auf eine eiserne
Karre und zündeten das Holz an. Mit diesem improvisierten Feuerwagen rannten sie durch die Reihen der Zuschauer.
Seitdem sorgen die Feuerwagen für ein flammendes Inferno. Hoch
bis zu den Giebeln und manchmal
darüber hinaus lodern die Flammenzungen und tauchen die Häuserzeilen in ein gespenstisches Licht.Die Chienbäse und Feuerwagen sind aber nicht nur schön anzusehen, sondern bergen auch Gefahren. Deshalb gilt es für die Besucher, einige Regeln einzuhalten,etwa genügend Abstand zu den Feuerwagen und Chinbäseträger zu halten. Familien mit Kindern
empfehlen die Veranstalter, den
Umzug nicht mitten im Stedtli zu
besuchen sondern eher im unteren Teil Richtung "Ausbrennplatz",
wo sich die Zuschauerreihen schon etwas gelichtet haben. Kinder unter sechs Jahren dürfen das
Feuer aus der Ferne außerhalb der
Umzugsstrecke beobachten, Kinderunter zwölf Jahren müssen in Begleitung eines Elternteils sein. Außerdem gehören Kinder nicht auf die Schultern von Erwachsenen.Die Hitze dort oben ist viel
größer.

Hinweis: Die Veranstalter raten,
rechtzeitig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Umzug zu kommen, denn es wird knapp mit Parkplätzen in den örtlichen Parkhäusern und der weiteren Umgebung. Die Extrazüge der SBB von Basel nach Liestal verlassen den Bahnhof Basel SBB um 17.40, 18.10 (ohne Zwischenhalt) und 18.11 Uhr. Um 20.57, 21.08 (ohne Zwischenhalt) und 21.29 Uhr fahren Extrazüge von Liestal zurück nach Basel SBB. Am Billettautomaten kann ein TNW Spezialticket für eine Hin- und Rückfahrt nach Liestal gelöst werden.
von BZ/ Foto: AFP
am Do, 15. Februar 2018


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