Cornelia Rösner findet Gefallen am Chat

Die parteilose OB-Kandidatin hat am Donnerstag Bürgerfragen per Internet beantwortet.

RHEINFELDEN. Ordentlich was los war beim Live-Chat mit der parteilosen Kandidatin der Oberbürgermeisterwahl, Cornelia Rösner, der aktuellen Leiterin des Amtes für Familie, Jugend, Senioren und Soziales. Am Donnerstag zwischen 13 und 14 Uhr konnten Bürger über Internet Fragen stellen, die sie direkt in der BZ-Redaktion beantwortete. Dabei zeigte sich Rösner gut vorbereitet. Auch kritische Fragen konnten sie nicht aus dem Konzept bringen.

Dabei verlief der Chat gar nicht so kritisch. Im Gegenteil gab es sogar eher heimelige Momente, etwa wenn ein Nutzer wissen wollte, ob Cornelia Rösner einen Talisman hat. Tatsächlich hat sie den, wie sie im Chat verriet. Ein Magnetsportarmband, das sie schon während der gesamten Zeit ihrer Kandidatur trägt, weil es ihr "Power" gibt. Nur ausgerechnet am Donnerstag hatte sie es nicht an, weil es sich in Reparatur befand. Power hatte Rösner trotzdem genug mitgebracht. Dazu einen großen Stapel an Papieren, mit denen Sie sich auf den Live-Chat vorbereitet hatte.

Ein wenig war es so, wie wenn man sich damals in der Schule einen Spickzettel geschrieben hat. Allein durch die Vorbereitung hatte man den Stoff so gut gelernt, dass der Spickzettel nicht mehr nötig war. So blieb der Stapel Rösners auch die meiste Zeit nur wenig beachtet neben ihr liegen, während sie konzentriert die zahlreichen eingegangenen Fragen der Leser beantwortete.

Dabei erwartete sie auch eine große Überraschung: Michael Englert, ein früherer Ordnungsamtsleiter Rheinfeldens, hatte sich eingeschaltet, um aus der Ferne ein paar Fragen loszuwerden, etwa: "Aus meiner Zeit [in Rheinfelden, die Redaktion] weiß ich noch, dass die Innenstadt ziemlich öde und nicht sehr attraktiv war. Hast Du schon genaue Vorstellungen, wie die Innenstadt belebt werden und damit attraktiver werden kann?" Die hatte Cornelia Rösner natürlich. "Oberste Priorität hat unsere Innenstadt. Ohne guten Branchenmix ist keine dynamische Innenstadt möglich. Ich werde mit Hochdruck an dieser Aufgabe arbeiten und bin mehr als zuversichtlich, dass dies auch gelingt", antwortete sie.

Inge Hecht wollte das genauer wissen: "Branchenmix und Ihr Engagement in allen Ehren, aber mir ist nicht ganz klar, wie das funktionieren soll..." Rösner präzisierte, dass es ganz wichtig sei, "dass das ehemalige Kaufhaus Blum eine Wiederbelebung durch die jetzigen Investoren (Rheinfelder) erfährt. Wir brauchen diesen Magneten dringend, um auch für weitere kleine Geschäfte Auftrieb zu geben. Und hier bin ich sehr zuversichtlich, dass dies gelingt. Das geht aber natürlich nicht von heute auf morgen."

Bei aller Konzentration auf die Fragen der Bürger merkte man Cornelia Rösner an, dass sie mehr und mehr entspannte und den Chat auch genoss. Selbst eine Frage wie die von Friedhelm Streich brachte sie nicht aus dem Konzept: "Im Wahlkampf kommt die Rede hin und wieder auf Ihren Ehemann (Rösner Wohnbau) zu sprechen und ob Sie deswegen befangen sind. Wie sehr nervt Sie das? Und können Sie das auch ein Stück weit verstehen?" Einmal tief durchgeatmet und nun kamen doch die Zettel noch einmal ins Spiel. "Den Versuch, Zweifel an meiner Integrität zu wecken, betrachte ich bei allem Verständnis bei einer harten Auseinandersetzung im Wahlkampf als unfair. Ich bin völlig unabhängig und weder einer Person noch einer Gruppe in irgendeiner Weise verpflichtet."

Überrascht war Rösner, wie schnell der Chat vorüber war. "Spannende Fragen", fasste sie die Stunde zusammen.

Zum Abschluss der BZ-Livechat-Reihe

kommt am Mittwoch, 11. April, ebenfalls um 13 Uhr, der Kandidat Klaus Springer in die Redaktion.


Nachlesen können Sie den Chat auf http://mehr.bz/chat-roesner Ein Dossier zur Wahl finden Sie im Internet unter http://mehr.bz/obwahl-rheinfelden
von Ralf H. Dorweiler
am Sa, 07. April 2012

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