Baustelle Leo-Wohleb-Brücke

Das große Stauchaos ist in Freiburg ausgeblieben

Stau ja, Chaos nein: Der erste Tag der Baustelle am Nadelöhr Leo-Wohleb-Brücke brachte für die Autofahrer wie erwartet Behinderungen. Im Berufsverkehr stauten sich die Fahrzeuge auf einer Länge von maximal 3,55 Kilometern.

Rund eine Dreiviertelstunde dauerte die Fahrt von den B-31-Tunnel bis zur Schwabentorbrücke. Der Verkehr lief besser als im Vorfeld erwartet worden war. Viele Autofahrer hatten Freiburg umfahren – oder waren auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Rad umgestiegen.

Zwei Stunden könne es ab Kirchzarten dauern, hatten die Planer vor dem Nadelöhr auf der Freiburger Ost-West-Hauptverkehrsachse gewarnt. Und am frühen Montagmorgen deutete alles auf den prognostizierten Superstau hin.

Berufspendler machten sich offenbar früher auf den Weg – und schon gibt es Behinderungen: 3,5 Kilometer Stau um 7.20 Uhr vom Eingang des Kappler Tunnels bis zur Schwabentorbrücke, meldete da die Polizei (Fotos).

"Es ist leider wie erwartet", sagte Baubürgermeister Martin Haag, der selbst vom Stadtteil Waldsee an der Baustelle vorbei zum Technischen Rathaus im Stühlinger gefahren war. "Die Leute verhalten sich sehr vernünftig", so Haags erste Einschätzung am Morgen.

Vor der Ganter-Brauerei ging das Einfädeln auf eine Spur zeitweise zäh vonstatten. Autos und Lastwagen schoben sich voran, aus Polen, aus Bayern, aus dem Umland. "Bis hierher waren’s so 25 Minuten", rief ein Lasterfahrer aus Kirchzarten aus dem Fenster. Hinter ihm brauste Franz Bühler auf dem E-Bike vorbei: Der Projektleiter des Garten- und Tiefbauamts checkte die Lage. Die Fahrtzeiten schwankten: Gegen 10 Uhr lief eine der BZ-Testfahrten schneller als an anderen Werktagen.

Gegen Mittag wurde es wieder vorübergehend haarig, die Autoschlange brauchte 45 Minuten. Doch das große Chaos blieb aus: "Es hält sich in Grenzen", sagte Laura Riske von der Polizeidirektion.

An der Leo-Wohleb-Baustelle kroch zeitweise nur eine im Schneckentempo vorwärts: Die Asphaltfräsmaschine, mit der die dreimonatigen Sanierungsarbeiten für 1,6 Millionen Euro begannen. Schnell spuckte sie Straßenbelag in hohem Bogen aus. Der Nieselregen morgens störte dabei nicht. "Ideales Wetter", meinte Bauleiter Jochen Seiberling.

Viele, die sonst das Auto nehmen, sind auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen. Als größere Staufalle als die B 31 entpuppte sich der Fahrkartenautomat im Kirchzartener Bahnhof: Davor bildete sich eine lange Schlange. Einige fuhren kurzerhand schwarz in der Höllentalbahn. Die war zwar an diesem Ferientag nicht brechend, aber doch ziemlich voll. Viele Autofahrer sind umgestiegen, die Pendlerparkplätze in Titisee, Neustadt und Kirchzarten waren voll. Die Straßenbahnen hatten noch Kapazität, meldete die Verkehrs-AG.

Das galt auch für den Fahrradweg: Zumindest Montag früh war der Rad-Highway am Dreisamufer leerer als sonst, und da hatten die Regengüsse noch nicht eingesetzt. Ähnlich sah es auf den Ausweichstrecken aus: In Talstraße, Kartäuserstraße und in Günterstal war’s nicht voller als sonst, durchs Glottertal rollte nur wenig mehr Verkehr als üblich. Und in St. Märgen, das eine eigene Baustelle hat, knubbelte es sich ebenfalls nicht.

Am frühen Abend gegen 17 Uhr konnte die Polizei sogar vollständig Entwarnung geben: Der Stau hatte sich da ganz aufgelöst – bis auf eine Warteschlange direkt an der Baustelle. Im Rathaus wollte man das Ausbleiben des Superstaus aber noch nicht bewerten: Erst müsse man noch abwarten, wie sich die nächsten Tage entwickelten, so Baubürgermeister Haag.

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von rö, kh, mac, si, ywe, sh
am Mo, 29. Juli 2013 um 19:17 Uhr

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