Das Herz hängt am Boxsport

Karl Hans Del Fabro feiert heute seinen 85. Geburtstag / Einer der ersten Lahrer im Ring.

LAHR (wob). Karl Hans Del Fabro zählt mit zu den ältesten Boxern in Lahr. Ein Jahrzehnt stand er im Ring der Lahrer Boxstaffel, der er sich 1948/49 angeschlossen hatte. Heute feiert das Ehrenmitglied der Lahrer Faustkämpfer, der mit Spannung dem Boxkampf des ehemaligen Mittelgewichts-Weltmeisters Arthur Abraham am Samstag in Offenburg entgegenfiebert, seinen 85. Geburtstag.

"Ich habe leider keine Karte mehr bekommen, sagt Karl Hans De Fabro, der aber am Samstag am Fernseher den Boxkampf verfolgen wird. Seit 64 Jahren ist der Jubilar mit italienischen Wurzeln dem Boxsport in Lahr verbunden. Del Fabro stieg bereits vor der offiziellen Vereinsgründung 1950 in den Ring. Knappe zehn Jahre gehörte er zu den erfolgreichen Lahrer Boxern, die auf der Klostermatte unter freiem Himmel, in der Stadthalle und später 1953 in der Großmarkthalle im Ring standen.

Besondere Erinnerungen verbindet der damalige Weltergewichtsboxer (Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm) an einen Boxkampf 1950 im Festzelt auf der Stadtparkwiese, den er vor den kritischen Augen der Boxlegende Max Schmeling als Ringrichter geführt hatte. Heute noch verrät die Nase des Jubilars, dass er zu seiner Zeit als Boxer nicht nur austeilen konnte, sondern auch etliche Schläge einstecken musste. Eine Urkunde in der Wohnung in der Martin-Luther-Straße erinnert an die Kreismeisterschaften 1949, weitere Erfolge auf nationalem und internationalem Parkett folgten. Heute ist Del Fabro Ehrenmitglied in der Box-Staffel-Blau-Weiß Lahr, dessen sportliches Geschehen er immer noch mit Interesse verfolgt, so auch die Bemühungen des Vorstandes, Lahr zum Boxsportzentrum des südbadischen Boxsportverbandes ausbauen zu wollen.

Die berufliche Laufbahn von Karl Hans Del Fabro als Automechaniker wurde durch die Einberufung zum Arbeitsdienst beendet. "Stattdessen lernte ich den Umgang mit Waffen", sagt Del Fabro im Rückblick auf die Kriegsjahre, wo er aber glücklicherweise vom aktiven Dienst verschont blieb. Seine Mechanikerkenntnisse seien ihm zugutegekommen, erzählt der Jubilar, der nach der Kriegsgefangenschaft wieder nach Lahr kam und dort bei der Spedition Kramer in der Güterabfertigung eine Anstellung fand.

Zeitgleich mit dieser Beschäftigung seien auch die sportlichen Erfolge beim Boxsport verlaufen, so der Jubilar im Rückblick. Als er in den Fernverkehr wechselte, musste er schweren Herzens die Boxhandschuhe an den Nagel hängen. Die letzten 15 Jahre bis zum Eintritt in das Rentenalter fand Del Fabro eine Beschäftigung als Hausmeister bei der Kripo in Lahr. In seinem Ruhestand findet man den Jubilar bei Boxkämpfen in der Großmarkthalle und auf der Klostermatte. Denn Del Fabro ist seit 20 Jahren auch Fördermitglied bei der Spielvereinigung Lahr.
von wob
am Mi, 11. Januar 2012

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