Kunst

Das Kunstmuseum Bern widmet Ferdinand Hodler zum 100. Todestag eine Retrospektive

Das Kunstmuseum Bern widmet Ferdinand Hodler zum 100. Todestag eine Retrospektive.

Im Mai jährte sich zum 100. Mal der Todestag von Ferdinand Hodler. Aus diesem Anlass zeigt das Kunstmuseum Bern als zweite Station die Ausstellung "Hodler // Parallelismus". Wie – so die spannende Frage – noch einmal diesen Künstler ausstellen, der in der Schweiz beinahe den Rang eines Nationalheiligen hat? Die Kooperation des Kunstmuseums mit den Musées d’art et d’histoire Genf wählte in einem interessanten Neuansatz als Ausgangspunkt Hodlers künstlerische Theorie des Parallelismus.

Kurz gesagt beruht sie auf dem Gedanken, dass Schönheit als der Natur innewohnendes Prinzip auf sich wiederholenden Formen und Farben beruht. Dieses "Weltgesetz" will Hodler in seiner Kunst sichtbar machen. Repetition, Symmetrien und Spiegelungen erhebt er zu maßgeblichen Prinzipien der Komposition.

In zehn Kapiteln geht die Ausstellung der bildnerischen Umsetzung seiner Theorie nach. Auffällig ist die häufig beinahe exakt spiegelsymmetrische Anlage von Hodlers Landschaftsbildern, zumal der Alpenansichten. In "Thunersee mit Spiegelung" von 1904 tritt zur achsensymmetrischen Anlage der Berge links und rechts des Ufers deren Spiegelung im Wasser: Ausgewogenheit im Vertikalen wie Horizontalen. Das parallelistische Kompositionsprinzip überträgt Hodler zugleich auf die Darstellung des Menschen. Mit Vorliebe platziert er Porträtfiguren und selbst seinen Tell in strenger Frontalität in der Bildmitte. Auch Gruppen von Menschen wie nicht nur die fünf allegorischen weiblichen Figuren von "Der Tag" ordnet er im Bild weitgehend symmetrisch an. Gerade mal sein "Holzfäller" bricht in der Diagonalen mit Brachialgewalt aus dem strengen Kompositionsschema aus.



Termine: Kunstmuseum Bern, Hodlerstr. 12. Bis13. Jan. 2019, Di 10-21 Uhr, Mi bis So 10-17 Uhr

von Hans-Dieter Fronz
am Fr, 14. September 2018


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