Das Spiel von Licht und Schatten

ZUM ERSTEN, ZUM ZWEITEN, ZUM HELFEN: Gariele Menzer.

LÖRRACH. Zwei Dutzend Künstler beteiligen sich an der Aktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" zugunsten der BZ-Weihnachtshilfe. Sie stellen Arbeiten zur Verfügung, die am 19. November bei einer Veranstaltung in der Volksbank verkauft oder versteigert werden. Die BZ stellt die beteiligten Künstler vor, heute Gabriele Menzer.

Die künstlerische Arbeit Gabriele Menzers umfasst Zeichnung und Malerei und seit einiger Zeit auch die Skulptur. Ausgangspunkt ist immer ein genaues Betrachten und Eintauchen in den Gegenstand, in die Gestalt gegenüber.  Waren das lange Zeit  Naturformen und Alltagsgegenstände, gestaltet die Künstlerin mittlerweile die Fläche mittels Faltungen von Papier. Sie  modelliert  Licht, Schatten und feinste Farbnuancen durch das Übereinanderlagern von Grauflächen und malerisch so, dass sie eine verblüffend echte  Raumtiefe vortäuschen, aus der sich Gestalten, Wesen und Torsi herausschälen. Den Malprozess  bereitet sie sorgfältig mit  Papiermodellen vor.

Sowohl in den Zeichnungen als auch in den Ölbildern, die heute mehr im Zentrum ihres Schaffens stehen, gehen zeichnerische und malerische Elemente eine enge Verbindung ein. Etwa auch bei den farbigen Zeichnungen älteren Datums, als die in Dresden geborene Künstlerin und Kunstpädagogin zunächst mehrere Schichten mit Aquarellfarbe auftrug, bevor sie auf diesen Untergrund mit Bleistift zeichnete. Eine sehr effektvolle Technik, die sonst keiner verwende, wie Gabriele Menzer weiß. Sie stelle weniger  den Strich als  die Graufläche und die Hell-Dunkel-Werte in den Mittelpunkt.

In dieser malerischen Technik ist auch das Werk entstanden, das sie  für die BZ-Kunstauktion zur Verfügung stellt. Es handelt sich um  "Rothe Rieben einzumachen", ein Original für das von Gabriele Menzer illustrierte, 1998  beim Verlag Lutz erschienene  "Kochbuch der Auguste Wennerin". Das ursprüngliche Buch  hatte die Wirtin vom Wilden Mann 1791 herausgebracht. Es lagert immer noch im Museums am Burghof.  Friedrich Vortisch hatte in einjähriger Arbeit das in Sütterlinschrift niedergeschriebene Werk entziffert und lesbar gemacht. Wer die Rezepte in dem Buch liest, erfährt nicht nur, was damals zur Zubereitung der Speisen verwendet wurde, sondern auch viel über die  Zeit. Die meisten der 60 Originale hat Gabriele Menzer schon lange verkauft – die waren seinerzeit sehr beliebt. Nun möchte die Künstlerin nach all der Zeit nochmal ein paar davon anbieten. 

Nach einer umfangreichen Ausbildung in Kunst und Pädagogik an den Kunsthochschulen in Mainz und Berlin arbeitete Gabriele Menzer zunächst bis 1981 als  Kunsterzieherin am Hans-Thoma-Gymnasium. Seitdem ist die freiberuflich tätig und leitet eine Malschule. Die ist wie Atelier und Wohnung unter einem Dach, was geradezu ideal sei. Die Malschule läuft immer noch gut, die Kurse, auch für Kinder, sind regelmäßig voll. Immer wieder übernahm Gabriele Menzer Illustration und Gestaltung von Büchern in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verlagen, etwa "Der Märchenbaum" (1987), "Der Regenbogendelphin" (1995), "Jahrbuch Lörrach 2002" oder ""Mehrwert Ethik" (2007). Weiter ist sie gegenwärtig  die (Haupt-)Kuratorin beim Verein Bildende Kunst. Das bedeute viel Arbeit, wie sie berichtet, denn man müsse wie gerade jetzt gleichzeitig drei Ausstellungen vorbereiten und betreuen.

"Rothe Rieben einzumachen", Mischtechnik aus Aquarellfarbe und Graphit, 40 x 50 cm im Rahmen, Mindestgebot 180 Euro
von Barbara Ruda
am Do, 27. Oktober 2011

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