Der Dom wird zur lebendigen Kulisse

Domfestspiele 2018 "Säulen der Hoffnung": Moderne Projektionstechnik soll für besondere Effekte sorgen.

ST. BLASIEN. Fast zwei Jahre dauert es noch, bis die nächsten Domfestspiele mit dem Titel "Säulen der Hoffnung" stattfinden. Der Autor und Regisseur Wolfgang Endres sowie die anderen Verantwortlichen sind schon längst mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der Gemeinderat hat bereits einen hohen Geldbetrag genehmigt: 60 000 Euro können in Videoprojektionstechnik investiert werden. Allein damit könnten viele Menschen auf den Domplatz gelockt werden, ist sich Endres sicher.

Der einstimmige Beschluss des Gemeinderates habe die Motivation der Ehrenamtlichen beflügelt, sagen Technikchef Hanskarl Link und Wolfgang Endres. Rasend schnell schreite die technische Entwicklung voran, ebenso schnell verändere sich der Anspruch des Publikums, sagt der Regisseur. Man werde schnell erkennen können, dass die Domfestspiele 2018 etwas Besonderes werden, ist er überzeugt. Das werde sich auch hoffentlich auf die Akzeptanz und die Zuschauerzahlen auswirken.

Mit Hilfe der Videoprojektionstechnik solle die Inszenierung aber nicht einfach nur modern wirken, sagt Endres, vielmehr habe sie auch einen inhaltlichen Grund: Visionen werden in dem Werk eine wichtige Rolle spielen. Die beiden Gegenspieler Nostradamus und Hildegard sollen beispielsweise jeweils auf einen der Türme projiziert werden und dort ihren Disput führen.

Die Fassade des Doms werde mit Hilfe der modernen Technik zur Kulisse. Die einzelnen Bereiche – die Säulen, das Kreuz, die Türme – können auf den Zentimeter genau angestrahlt und vielleicht sogar scheinbar in Bewegung gebracht werden oder sogar verschwinden.

Am Anfang sei die Frage im Raum gestanden, ob es eine Möglichkeit gibt, die Ideen technisch umzusetzen, erinnert sich Endres. Gerd Umber, der ebenfalls zum Organisationsteam um Produktionsleiter Johann Meier gehört, hatte die Aufgabe übernommen, nach einer machbaren und bezahlbaren Lösung zu suchen. 60 000 Euro habe der Gemeinderat nun bewilligt, das Geld soll aber nicht zusätzlich ausgegeben werden, erläutern Link und Endres, denn beim Kulissenbau werden dann Kosten eingespart. "Die realen Kulissen werden sehr sparsam sein", sagt der Regisseur. Allerdings werden die Kulissenbauer dennoch viel zu tun haben.

Videoprojektionen seien bei fast allen der bisherigen Domfestspielinszenierungen eingesetzt worden – allerdings immer auf Leinwand. Jetzt werde die Fassade mit all ihren Ecken und Kanten sozusagen lebendig. "Es gibt Umbrüche und Übergänge, aber alles ist nicht fassbar und deshalb mystisch und fantasievoll", erläutert Wolfgang Endres. Diese Projektion werde also eine viel stärkere Wirkung entfalten.

"Wir haben nicht die Katze im Sack gekauft", sagen die beiden Mitorganisatoren. Der nun beauftragte Unternehmer habe dem Team genau gezeigt, was er kann – verschiedene bereits umgesetzte Projekte hätten sie überzeugt. Für einen ersten Entwurf sei die Domfassade auch schon einmal grob vermessen worden, jetzt werde sie noch einmal ganz genau erfasst, um auch einen Trailer zu erstellen. Der dann im kommenden Jahr der Öffentlichkeit einen echten Eindruck von der Technik und deren Möglichkeiten zu vermitteln. Dafür müsse das Team aber noch einige Aufgaben erledigen – was auf den Dom projiziert werden soll, muss genau erarbeitet, Bilder und auch Videoaufnahmen müssen erstellt werden.

Visionen spielen bei den "Säulen der Hoffnung" eine wichtige Rolle. Daher werde die Handlung auch aus dem 18. Jahrhundert in die Neuzeit geholt. Man werde sogar "über unsere Zeit hinaus gehen", sagt Endres.

Neben der modernen Technik sind dafür aber natürlich vor allem die Darsteller wichtig. Jugendliche werden beispielsweise ihren Blick auf das Geschehen vor 250 Jahren einbringen. Die Arbeit mit den Jugendlichen soll am 11. Oktober beginnen. Die zwei Jahre bis zur ersten Aufführung seien für das umfangreiche Projekt gar nicht so lang, sagen Wolfgang Endres und Hanskarl Link.

von Sebastian Barthmes
am Sa, 01. Oktober 2016


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