Jubiläumsveranstaltung

Der Freiburg-Marathon legt zu – 12.500 Läufer erwartet

Die These, dass die Deutschen des Laufens müde sind, weil sie im Schnitt immer älter und schwerer werden, mag ja im Allgemeinen zutreffen. Für den Freiburg-Marathon gilt sie nicht.

Dieser findet in genau einem Monat, also am 7. April, zum zehnten Mal statt. Bei der Jubiläumsveranstaltung werden dann voraussichtlich 12.500 Läuferinnen und Läufer über Freiburgs Straßen huschen, das wären rund neun Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Angemeldet haben sich bereits 5860 Ausdauersportler (Fotos). "Wenn der Winter vorbei ist, wollen die Menschen in und um Freiburg raus und laufen", behauptet Gernot Weigl, Chef des Veranstalters Runabout GmbH. Die Zahl der Anmeldungen scheint ihm Recht zu geben.

42 Kilometer für viele Läufer zu schwer

Allerdings nur ein Achtel bis ein Zehntel der Teilnehmer werden über die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern an den Start gehen, für die sich bis Mitte dieser Woche 1054 Frauen und Männer angemeldet haben. Die meisten Starter fühlen sich – so früh in der Saison – dieser trainingsintensiven Herausforderung nicht gewachsen und versuchen sich deshalb über die halbe Marathondistanz von 21,1 Kilometern. Hierfür gibt’s bereits 4274 Meldungen.

Der Trend geht auch bei der Jubiläumsveranstaltung in Freiburg zu den kürzeren Distanzen, zu denen auch die Marathonstaffel (119 Meldungen) gehört. Bei ihr bilden vier Läufer ein Team. Zwei von ihnen haben eine Strecke von sieben Kilometern zurückzulegen, die anderen zwei rennen jeweils 14 Kilometer. Zusammengerechnet ergibt sich dabei auch die klassische Distanz von 42 Kilometern.

Auf den Start vieler Schüler hofft Runabout beim sogenannten S’cool Run. Dabei legen sieben Teilnehmer pro Mannschaft zwischen 1,9 und 3,9 Kilometer zurück, was zusammengenommen der Halbmarathondistanz von 21,1 Kilometern entspricht. Dass der Freiburg-Marathon, wie bereits einige Male davor, auf den Weißen Sonntag fällt, an dem katholische Kinder ihre Kommunion feiern, dürfte laut Weigl nur zu einem geringfügigen Rückgang der Teilnehmerzahlen beim S’cool Run führen – wenn überhaupt. Da sich die meisten Schülerteams ohnehin erst ein bis zwei Wochen vor dem Rennen anmelden, wird’s weit mehr geben als die acht Staffeln, die bisher Mitte dieser Woche ihre Teilnahme zugesagt haben.

Einen weiteren Trend greifen Weigl und seine Firma ebenfalls auf. Immer wichtiger scheinen bei Sportveranstaltungen so genannte Promis zu werden. Beim Jubiläumsmarathon wartet der Veranstalter gleich mit zwei Prominenten auf: Die Sängerin und Schauspielerin Jeanette Biedermann wird mit ihrer Band Ewig an einem markanten Punkt der Strecke stehen und dann auch gemeinsam mit dem Gewinner des Band-Wettbewerbs spielen.

Außerdem ist das Management des ehemaligen Schwergewichtsboxers Luan Krasniqi (41) an die Marathon-Veranstalter herangetreten. Krasniqi will im Breisgau den Halbmarathon laufen und für eine Wohltätigkeitsveranstaltung werben, die er mitinitiiert hat. Der Faustkämpfer mit kosovo-albanischen Wurzeln, der 1987 nach Rottweil kam, hatte 2011 seine Laufbahn beendet. Deren Höhepunkt war der aus Marketinggründen auf den 28. September 2005, den 100. Geburtstag der deutschen Boxlegende Max Schmeling, terminierte Fight gegen Lamon Brewster (USA). Krasniqi verlor das Duell in Runde neun durch Technischen K.o.

Als Boxrentner hat sich Krasniqi nun vermehrt dem Laufen zugewandt, im Herbst will er in München angeblich sogar den klassischen Marathon in Angriff nehmen. Wenn’s denn kein Werbegag des Managements ist.

"Zehn Jahre Freiburg-Marathon: eine Erfolgsgeschichte?"

Darüber sprechen am Dienstag, 2. April, um 19.30 Uhr Fachleute im Freiburger BZ-Haus am Bertoldsbrunnen. Auf dem Podium sitzen Bernd Dallmann (Chef der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH), Gernot Weigl (Organisator des Freiburg-Marathons) und Markus Bohmann (Ex-Läufer und Marathon-Sprecher). Moderieren wird BZ-Redakteur Andreas Strepenick. Das BZ-Haus steht allen Leserinnen und Lesern offen.

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von Georg Gulde
am Mi, 06. März 2013 um 20:51 Uhr

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