Der Marmor Michelangelos

ZUM ERSTEN, ZUM ZWEITEN, ZUM HELFEN: Bernd Warkentin, Bildhauer / Es begann in Italien.

LÖRRACH. Zwei Dutzend Künstler aus Lörrach und der Region stellen Arbeiten für die Benefizaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" zur Verfügung. Bis zur Versteigerung am 27. November in der Volksbank Dreiländereck in Lörrach präsentiert die BZ jeden Tag das Porträt eines Künstlers oder einer Künstlerin sowie das Werk, das im Rahmen dieser Aktion angeboten wird. Heute Bernd Warkentin.

Bernd Warkentin war immer vorsichtig, den Begriff der Schön heit in der Kunst zu verwenden, und doch gehört für ihn zu guter Kunst eine gewisse Harmonie. Das sieht man seinen Skulpturen an, in denen er Gegensätze in Einklang bringt, etwa indem er weißen und schwarzen Marmor mit identischen Strukturen, die sich ganz eng aneinander schmiegen, miteinander kombiniert.

Das wurde zu seinem bevorzugten Sujet. Dass er statt Kunst zu studieren Arzt wurde, und zwar einer, der mit Leidenschaft seinem Beruf nachging , hat Bernd Warkentin nie bedauert. Diese Tätigkeit führte den gebürtigen Siegener nach Freiburg und Singen und schließlich nach Lörrach, wo er als Oberarzt in der Gynäkologie am Kreiskrankenhaus tätig war.

Erst im Alter von 55 Jahren war der Reiz, eine Skulptur zu machen, groß genug, sich bei einem Workshop anzumelden – und zwar in Südfrankreich, das war ihm wichtig. Als er dort sein erstes Modell in Ton geschaffen hatte, war es quasi um ihn geschehen. Ein Jahr später ging Bernd Warkentin wieder zu einem Workshop, dieses Mal in Italien, und entdeckte dort den Marmor als wundervolles, faszinierendes Material, das beim Bearbeiten schneeweiß sein konnte und beim Arbeitsprozess interessante Strukturen bekam. Seitdem zog es den Künstler jedes Jahr nach Pietrasanta, wo der schönste und beste Marmor herkommt – der, den auch Michelangelo bearbeitete.

Während seines Rufbereitschaftsdienstes als Arzt oftmals an zu Hause gebunden, konnte Bernd Warkentin diese Zeit zur bildhauerischen Tätigkeit nutzen. Inzwischen hatte er sich nämlich eine Werkstatt eingerichtet. Mit der Bildhauerei entdeckte er auch die Malerei und das Zeichnen wieder für sich.

"Kunst ist nicht so sehr ein Problem der Handfertigkeit, eher ist sie Anleitung zum Sehen", hat er gelernt. Ausgestellt hat er unter anderem im Schlössle, Grenzach-Wyhlen, in der Galerie vista nova in Zürich, in der Galerie Kunstwerk in Breisach und in der Galerie Painda in Basel.

Bernd Warkentin: "Herbstbaum", Persischer Travertin, Höhe 25 cm, Mindestgebot 810 Euro

Alle Künstlerporträts und alle angebotenen Kunstwerke im Internet unter http://www.badische-zeitung.de/kunstaktion. Dort können über die Artikel-Kommentare auch schon erste – unverbindliche – Angebote abgegeben werden
von Barbara Ruda
am Do, 18. November 2010

DIE AKTION:

"Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" ist ein gemeinsames Projekt von 25 Künstlern, der BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" und der Volksbank. 30 Prozent der Erlöse gehen an "Hilfe zum Helfen", der Rest deckt die Kosten der Künstler. Die Versteigerung in der Volksbank Dreiländereck in Lörrach, Tumringer Straße, (27. November, 18 Uhr) ist öffentlich, jeder kann mitbieten.  

Autor: bz

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