Einladung angenommen

Der Papst kommt 2011 nach Freiburg - Salomon begeistert

Noch nie hat ein amtierender Papst Freiburg besucht. Das soll sich nun ändern: Bei seiner ersten offiziellen Staatsvisite in seinem Heimatland will Benedikt XVI. nächstes Jahr auch nach Südbaden kommen.

Bundespräsident Christian Wulff und die Deutsche Bischofskonferenz bestätigten, dass Benedikt XVI. Berlin sowie das Erzbistum Freiburg besuchen werde. Eine Zwischenstation sei im Bistum Erfurt geplant, sagte dessen Bischof Joachim Wanke.

Wulff sagte: "Es ist mir und sehr vielen Menschen in unserem Land eine ganz besondere Freude und Ehre, den Heiligen Vater im 60. Jahr seiner Priesterweihe in seinem Heimatland begrüßen zu dürfen."

Die Erzdiözese Freiburg freut sich auf den Besuch des Heiligen Vaters, der nach den Worten von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch ein herausragendes Ereignis im Leben unseres Landes und im Leben unserer Kirche sein wird. Wie die Pressestelle der Erzdiözese bestätigte, laufen in Freiburg nun erste Vorbereitungen für dieses Großereignis.

Papst wird wohl in Freiburg übernachten

Erzbischof Zollitsch informierte am Freitag telefonisch die Landesregierung, Regierungspräsident Julian Würtenberger, Landrätin Dorothea Störr-Ritter sowie Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon. "Es ist uns eine Ehre, dass Papst Benedikt XVI. zu uns nach Freiburg kommt", erklärte Zollitsch. "Ich freue mich, dass er die Einladung angenommen hat." Er erwarte von dem Besuch, diesem "bedeutendem Moment" für das Land, "kraftvolle Impulse".

Anfang der kommenden Woche wird der Erzbischof mit seinen Mitbrüdern in der Deutschen Bischofskonferenz über den päpstlichen Besuch sprechen. Erst nach weiteren Vorklärungen in Berlin kann die Reiseplanung in der Erzdiözese Freiburg konkretisiert werden. Derzeit befindet er sich bereits auf dem Weg nach Rom, um mit Benedikt XVI. weitere Details der Reise abzusprechen. Denn noch ist unklar, ob die Breisgaumetropole die einzige Station des Papstes in der Erzdiözese sein wird und wie der genaue Ablauf aussehen wird. Als sehr wahrscheinlich gilt, dass der Papst in Freiburg übernachten wird, dann vermutlich im Collegium Borromaeum. Sollte Benedikt XVI. zum Beispiel an einem Samstag oder einem Sonntag nach Freiburg kommen, wäre – neben dem Besuch und dem Gebet im Freiburger Münster – auch ein Gottesdienst unter freiem Himmel möglich. Als Veranstaltungsort kommen dabei nur zwei Plätze in Frage: entweder im Freien auf der Messe oder im Badenovastadion.

Vorfreude ist groß

Wie aus einer Erklärung der Pressestelle der Erzdiözese Freiburg hervorgeht, ist die Vorfreude groß: "Es gibt enorm viele Wünsche und Hoffnungen, die mit dem Besuch des Heiligen Vaters in unserer Erzdiözese verbunden sind. " "Die Stadt und die Freiburger Bürgerschaft freuen sich von ganzem Herzen auf den angekündigten Besuch von Papst Benedikt XVI. im September 2011. Für Freiburg ist der Besuch eine einzigartig Ehre und Auszeichnung!", so kommentiert Oberbürgermeister Dieter Salomon in einer ersten Stellungnahme die Mitteilung, dass der Besuch des Papstes nun endgültig und verbindlich zugesagt wurde.
Salomon hat gegenüber Erzbischof Zollitsch zugesagt, dass die Stadt mit allen ihren Möglichkeiten dabei mithelfen wird, dieses in der Geschichte Freiburgs einmalige Großereignis vorzubereiten. "Wir wollen gute Gastgeber sein und alles uns mögliche tun, dass der Besuch in einem fröhlichen und würdigen Rahmen und als Fest für die ganze Stadt stattfinden kann."

OB Salomon bewertet den ankündigten Besuch des Pontifex auch als eine herausragende Anerkennung für die Erzdiözese Freiburg und das Wirken von Erzbischof Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Auf die Frage der Katholischen Nachrichtenagentur, ob er damit rechnet, dass es in Freiburg auch kirchenkritische Stimmen zum Papstbesuch geben wird, sagte Salomon: "In Freiburg gibt es immer an allem Kritik, man kann keinen Zebrastreifen ohne Widerspruch einrichten. Also wird es sicher auch beim Papstbesuch Kritik geben. Aber ich denke, dass wird die katholische Kirche ganz souverän meistern. "

Und weshalb kommt der Papst nach Freiburg?

"Weil Freiburg zu den größten deutschen Diözesen gehört, weil er in Freiburg noch nicht war und weil wir ihn herzlich eingeladen haben", sagte Pressesprecher Robert Eberle, der von ganz vielen Reaktionen auf die Nachricht berichtete. "Es ist heute Morgen schon unheimlich viel los." So hätten sich schon Menschen gemeldet, die sich Plätze für den Besuch reservieren lassen wollten, und es gebe Reaktionen aus Orten, die die Hoffnung hätten, dass der Papst auch sie besuchen werde. "Aber es wird nicht möglich sein, dass er überall vorbeischaut", sagte Eberle.

Ehrenmütze mit Katzenschwanz aus Freiburg

Bei seinem Besuch in Freiburg wird der Heilige Vater vielleicht an eine nette Anekdote aus dem Juni dieses Jahres zurückdenken. Damals hatte er nämlich eine närrische Auszeichnung aus Freiburg entgegengenommen. Die Fasnetrufer verliehen Benedikt XVI. in Rom ihre Ehrenmütze – selbstredend in der Papstfarbe Weiß.

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von Joachim Röderer, Oliver Huber, Alexandra Sillgitt, dpa
am Fr, 19. November 2010 um 08:36 Uhr

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