Gut zu wissen – der Fleck muss weg

Die Fleckenteufel

Der Fleck muss weg – und zwar schnell. Aber wie? Bei Rotwein wissen wir: Salz soll helfen. Aber was hilft bei Kaugummi oder Stockflecken?

Mit Gras- oder Rotweinflecken hat fast jeder einmal zu kämpfen. Meist helfen in diesen Fällen bewährte Methoden (siehe nebenstehende Tipps). Doch was ist mit Flecken durch Desinfektionsmittel oder Maschinenöl? Martin Mesch hat mit solch hartnäckigen Verschmutzungen fast täglich zu tun. Er ist bei der Großwäscherei Bewa-Geiger in Bad Säckingen für den Waschprozess verantwortlich.

In der auf Großkunden spezialisierten Reinigung werden täglich rund 25 Tonnen Wäsche aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und Industriebetrieben gewaschen. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Waschmaschine müsste man etwa 5000-mal füllen und mehr als 400 Tage am Stück laufen lassen, um diese Menge zu bewältigen.

Zu den schwierigsten Flecken gehören Verschmutzungen durch natürliche und synthetische Öle und Fette. Auch getrocknetes Blut und das darin enthaltene Eiweiß sind schwer zu entfernen. Am hartnäckigsten sind Medikamentenflecken und Flecken von Desinfektionsmitteln, wie sie in Krankenhäusern verwendet werden.

Sämtliche Waschprozesse bestehen bei Bewa-Geiger aus drei Stufen: Vorwäsche, Klarwäsche und Spülen. Zunächst werden der Wäsche waschaktive Substanzen – sogenannte Tenside – und Laugen hinzugegeben und so die gröbsten Verunreinigungen entfernt. Bei der Klarwäsche wird mit weniger Chemie gearbeitet, dafür aber mit höheren Temperaturen, um die restlichen Flecken zu lösen. Der Spülvorgang wäscht die Tenside und Alkalien aus dem Stoff, damit es beim Hautkontakt nicht zu Reizungen kommt. Die Wäscherei verwendet dabei eigens für gewerbliche Reinigungen produzierte Waschmittel.

Die Kontrolle der chemischen Belastung der Stoffe erfolgt durch ein externes Institut. Waschkontrollstreifen aus Polyester und Baumwolle werden innerhalb kurzer Zeit mehreren Waschvorgängen unterzogen und danach im Labor überprüft. Allgemeine Tipps für die Fleckenentfernung kann der Experte nicht geben. "Man kann nicht pauschal sagen, was gegen Flecken hilft. Das kommt immer auf den Fleck an."

Saumprobe vor dem Reinigen

Was ist ein Fleck? Ein Fleck ist nichts anderes als ein Farbstoff oder ein anderer Rückstand am falschen Ort. Kein Problem, signalisieren die Waschmittelhersteller und bestücken den Haushalt mit einer unüberschaubaren Palette an Fleckenmitteln. Zudem kursieren noch mehr Rezepte aus Großmutters Trickkiste in den Haushalten herum. Für fast alle Flecken gilt: Möglichst schnell ausspülen und dann so schnell wie möglich entfernen. Doch Vorsicht: Ob nun Chemikalie aus dem Drogeriemarkt oder Empfehlung von Mutti oder Vati, für alle Entfernungsmethoden, auch die mildeste, gilt stets die Saumprobe. Die gewählten Mittel also zunächst an einer kleinen verdeckten Stelle der Textilie aufbringen und prüfen, ob etwa die Farbe ausbleicht oder der Stoff angegriffen wird. Ist das Mittel geeignet, dann nicht fest mit einem Lappen großflächig einreiben, sondern vorsichtig auftupfen.


Sauberkeit braucht Zeit

Die am häufigsten im Alltag auftretenden Flecken sind Blut, Fett, Kaugummi, Kugelschreiber, Öl, Rotwein, Stock, Wachs.

• BLUT: Kaltes Wasser oder Salzwasser hilft gegen frische Blutflecken. Ältere Blutflecken sollten mit Salzwasser eingeweicht und dann mit Seife oder Flüssigwaschmittel ausgewaschen werden. Für Wolle eignet sich feuchte Speisestärke, die auf den Blutfleck gestrichen wird. Ist die Stärke getrocknet, vorsichtig ausbürsten.
• FETT: Bei frischen Fettflecken gilt es, das Fett schnell auszusaugen. Dazu eine trockene Kartoffelschale vorsichtig über den Fleck reiben oder den Fleck mit Kartoffelmehl bestreuen und nach kurzer Einwirkzeit ausbürsten. Bei älteren Fettflecken muss zunächst das Fett wieder gelöst werden, etwa mit einer Salzlauge. Anschließend Kartoffelmehl über den Fleck streuen, trocknen lassen und ausbürsten.

GRAS: Gegen Grasflecken helfen Essigessenz, Zitronensaft oder Glyzerin. Der Fleck wird mit dem Mittel entsprechend betupft und anschließend wie gewohnt – aber so heiß wie möglich – gewaschen.
KAUGUMMI: Kaugummi lässt sich am besten entfernen, wenn er hart ist. Die Kleidung dann einfach in einem Gefrier- oder Plastikbeutel für ein paar Stunden ins Gefrierfach legen. Danach kann das Kaugummi vorsichtig vom Stoff weggekratzt werden. Reste können vorsichtig mit Spiritus entfernt werden.
KUGELSCHREIBER: Gegen Kugelschreiberflecken helfen Milch (Textilie über Nacht darin einlegen und dann wie gewohnt waschen) oder Zitronensaft (Flecken beträufeln, einwirken lassen und dann wie gewohnt waschen).

ROTWEIN: Salz gilt als sicheres Mittel gegen Rotweinflecken. Einfach auf den frischen Fleck streuen, trocknen lassen und ausbürsten. Verbessert wird die Wirkung, wenn dem Salz noch ein Schuss Zitronensaft hinzugegeben wird. Und ist der Fleck ganz hartnäckig: Kleidungsstück im ungesalzenen Kochwasser von Kartoffeln einweichen und anschließend wie gewohnt waschen.
ÖL: Gegen Öl hilft Butter. Diese einfach auf den Ölfleck tupfen, einschmieren und das Kleidungsstück anschließend wie gewohnt waschen.
STOCK: Bei Stockflecken wird das verunreinigte Kleidungsstück – oder der betroffene Teil – über Nacht in Buttermilch eingeweicht; anschließend wie gewohnt waschen.

WACHS: Bei Wachsflecken hilft zunächst Wärme. Dafür die Rückseite des Flecks mit heißem Wasser aufweichen und das wieder flüssig werdende Wachs mit Löschpapier aufsaugen. Oder aber das Löschpapier über den Fleck legen und diesen dann bei mittlerer Einstellung bügeln.
von mkm
am Di, 01. Februar 2011 um 00:00 Uhr


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