"Saubohnen" kombiniert mit Garnelen

Das Badenova-Energiebuffet widmet sich kulinarisch dem Thema "Die goldenen Zwanziger".

LAHR. Die 20er Jahre – da fallen einem vielleicht Bubikopf und Bauhaus, Comedian Harmonists und Charles Lindbergh, Weimarer Republik und Weltwirtschaftskrise ein. Aber Essen in den 20er-Jahren? Champagner – ja, der floss wohl in Berlin in Strömen, aber was haben die Menschen dazu gegessen? Jedes Jahrzehnt hat sein typisches Gericht, aber was bleibt von den 20er-Jahren in Erinnerung? Auch Thomas Feißt weiß keine konkrete Antwort. "Es war der Beginn der richtig klassischen Küche." Und weil es so wenig Vorlagen gibt, war es für ihn und seinen Bruder Andreas auch eine so spannende Aufgabe das Menü für das Energie-Buffet der Badenova am vergangenen Donnerstag unter dem Titel "Die goldenen Zwanziger – von Bananenstrudel und Champagner " zusammen zu stellen.

Der Herausforderung stellte sich auch Moderator Uwe Baumann: "Die 20e- Jahre waren eine spannende Übergangszeit, auch in politischer Hinsicht. Ich habe noch nie so viel über die Zeit gelernt wie bei der Vorbereitung dieses Energie-Buffets." Trotz Luxus, Partys und Nachtleben vor allem in der Weltstadt Berlin waren die 20er Jahre auch eine Zeit, in der viele Menschen wenig zu Essen hatten. "Die Zeit war nicht so, wie sie oft dargestellt wird", sagte Andreas Feißt, "uns ging es bei der Zusammenstellung des Menüs deshalb darum den Kontrast Arm und Reich darzustellen."

Und das ist den kreativen Köchen auch gelungen: Die überbackenen Austern wurden mit Blattspinat serviert, die lauwarmen Garnelen mit "Saubohnen" (Andreas Feißt) kombiniert und zum Roastbeef in der Meersalzkruste gab es badische Stampfkartoffeln als Beilage. Das Dessert mit Schokoladeneis und -kuchen – "Da haben wir uns in ein Schokoladen-Festival reingesteigert" (Andreas Feißt) – hatte mit dem Bananenstrudel zudem eine Reminiszenz an die amerikanische Sängerin Josephine Baker, die mit ihrem Bananenröckchen berühmt wurde. Nach dem Kir Royal zum Aperitif – ein Getränk, das in den 20ern groß in Mode war – gab es zu den Gängen folgende Weine: ein "Springinsfeld" der Weinkellerei Renner, ein Cuvée aus Chardonny, Riesling und Rivaner; ein italienischer Lugana Vigneti "La Lizzara"; und zum Abschluss ein Elsässer Gewürztraminer.

Die Rolle des prominenten Koch-Gastes übernahm dieses Mal Jochen Paleit, der neue Bürgermeister von Kappel-Grafenhausen. Er bewährte sich als Austernüberbacker, Basilikumzupfer und Salzkrustenaufschläger – Paleits Standardgericht ist nach eigener Aussage aber der Auflauf in unterschiedlichen Variationen.

Termin: Das nächste Badenova-Energiebuffet ist am 29. Mai. Der Titel lautet: "Seltsam exotisch". Karten zum Preis von 28 Euro gibt es bei allen Geschäftsstellen der Badischen Zeitung.

von Christian Kramberg
am Mo, 28. April 2008 um 00:00 Uhr

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