BZ-Serie: Nachnamen in der Region

Die häufigsten Familiennamen in Pfaffenweiler

Von den häufigsten Namen in Pfaffenweiler sind die meisten typisch für die hiesige Region oder wenigstens für Südwestdeutschland.

Nur die Berufsnamen Wagner (in Norddeutschland Wegener) und Mayer sind in ganz Süddeutschland verbreitet.

Der häufigste Name am Ort ist Bösch. Zwar wohnen die meisten der bundesweit etwa 3050 Menschen mit dem Namen Bösch zwischen Bremen und Hamburg. Dort ist es ein Wohnstättenname in der Bedeutung "der am Busch wohnt", wobei mit Busch ein Gehölz, ein kleiner Wald gemeint ist.

Aber die Böschs in Pfaffenweiler, wo 2,7 Prozent der gut 2500 Einwohner diesen Namen tragen, haben nichts mit den norddeutschen Bösch zu tun. Hier handelt es sich um Nachkommen eines Mannes namens Sebastian, der im alemannischen Dialekt kurz Besch, oder mit sogenannter Rundung des Vokals, Bösch gerufen wurde. Beide Namen sind in Südwestdeutschland und der Schweiz verbreitet. Der zweithäufigste Name am Ort, Eckerle, wird in dieser Serie in einem eigenen Artikel behandelt.

Die etwa 800 Menschen mit Namen Blattmann wohnen hauptsächlich in St. Peter, Glottertal, Kirchzarten, Freiburg und Pfaffenweiler. Der Name bedeutet "der auf der Platte wohnt oder der von der Platte stammt". Gemeint ist die Platte oberhalb von St. Peter, von wo aus die Blattmanns sich dann im Laufe der Jahrhunderte die Täler herunter in die Ebene hinaus verbreitet haben. Sie schreiben sich mit B, weil im alemannischen Dialekt B und P nicht getrennt werden.

Kiefer ist die südwestdeutsche Bezeichnung für den Fassbinder. Entsprechend konzentrieren sich die etwa 22 700 Menschen dieses Namens vor allem im Saarland, im Elsass sowie in Baden und in der Schweiz. In anderen Gegenden entsprechen ihnen die Binder, Bender, Fässler, Fassbinder, Küpper und Böttcher.

Die etwa 110 Menschen mit Namen Schuble wohnen fast alle in Pfaffenweiler und Umgebung. Die Herkunft des Namens ist, wie so mancher andere seltene Name auch, nicht sicher geklärt. Vielleicht beruht er auf einem alten Wort in der Bedeutung "Stöpsel". Dann könnte es ein Übername für kleine, beleibte Menschen sein.

Von den etwa 200 Gutgsell wohnen die meisten in Pfaffenweiler, dann in Ebringen. Weit entfernt in Coburg und Lichtenfels finden sich etwa 700 Gutgesell. Beides sind liebevolle Übernamen für einen Freund, wie ja auch Freund ein häufiger Familienname ist.

Die etwa 650 Menschen mit Nachnamen Scherle konzentrieren sich in drei Räumen, nämlich Karlsruhe/Pforzheim, Balingen/Albstadt und Pfaffenweiler. Ein Schultheiß in Neuenburg wird im Jahre 1415 als Scherlin, im Jahre 1421 als Scharli beurkundet. Daraus kann man schließen, dass der Name auf den alten germanischen Rufnamen Scharilo zurückgeht.

Von den insgesamt etwa 80 Menschen, die den Nachnamen Elmlinger tragen, wohnen die meisten in Pfaffenweiler und Freiburg. Sie müssen von einem Ortsnamen wie Elmlingen oder ähnlich abgeleitet sein. Elmlingen lässt sich aber nicht finden; vielleicht war der Ort, aus dem die Vorfahren stammen, Helmlingen in der Ortenau.
von Konrad Kunze
am Mi, 24. August 2016 um 10:07 Uhr

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