"Die Hamsterkäufe machen mich sprachlos"

Die Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) und Johannes Fechner (SPD) verteidigen die Grenzsperrungen nach Frankreich.

LAHR/EMMENDINGEN (BZ). Die beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr, Peter Weiß (CDU) und Johannes Fechner (SPD), begrüßen die Grenzschließungen und kritisieren zugleich die Hamsterkäufe von Elsässern in Deutschland.

"Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität", erklärt Peter Weiß in einer Pressemitteilung, "angesichts der Tatsache, dass das Elsass als Risikogebiet eingestuft wurde, müssen auch die grenzüberschreitenden Ausbreitungsmöglichkeiten bestmöglich eingedämmt werden." Zudem habe die bisherige Regelung zu paradoxen Situationen in der Grenzregion am Oberrhein geführt. Während Elsässer, die in Deutschland arbeiten, aufgefordert waren zu Hause zu bleiben, gab es für Einkäufer aus Frankreich keine Beschränkungen. "Die Berichte über Hamsterkäufe in grenznahen Supermärkten durch Personen aus Frankreich machen mich sprachlos. Jeder, der aus einem Risikogebiet stammt, handelt unverantwortlich und unsolidarisch, wenn er sich nicht an die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus hält."

Johannes Fechner hält die Grenzschließungen zwar für ärgerlich, aber notwendig. Er war am Montag selbst in Sasbach an der Grenze, um sich ein Bild zu machen. Er hoffe, dass die Sperrungen nicht längerfristig notwendig sein werden, denn viele Pendler und Touristen brauchten offene Grenzübergänge. Südbadische Unternehmen seien oft auf französische Mitarbeiter angewiesen. "Die Grenzschließung verdeutlicht den Ernst der Lage", schreibt Fechner, "wir müssen links und rechts des Rheins alles tun, um die Ausbreitung von Corona zu einzudämmen. Außerdem bewirken die Grenzschließungen, dass Französinnen und Franzosen nicht mehr in Deutschland in erheblichem Umfang wie in den letzten Tagen Hamsterkäufe vornehmen können."
von bz
am Di, 17. März 2020

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