"Die Hauptsache ist, es fährt sehr schnell"

125 JAHRE AUTO: Vom Renault 4 zum Mercedes SLS – Bei einer Umfrage haben verschiedene Persönlichkeiten verraten, was ihr absolutes Traumauto ist.

LAHR. Ob purer Fahrspaß oder ein Transportmittel, um von A nach B zu kommen – so unterschiedlich wie die Bedeutung des Autos, so verschieden sind auch die Wünsche, wenn nach dem eigenen Traumauto gefragt wird. Unsere Mitarbeiterinnen Lisa Kupfer und Miriam Benz haben verschiedene Persönlichkeiten nach ihrem Traumauto befragt.

JOSEPH HUGELMANN (INHABER RADHIESLI SCHUTTERN):
Mein Traumauto wäre ein Velomobil. Es gibt inzwischen schon einige davon, die sind aber noch nicht sehr weit entwickelt. Die heutigen Velomobile sind außerdem nur Einsitzer. Ich fände es gut, wenn es in Zukunft möglich wäre, noch mehr Personen damit zu transportieren. Das Velomobil hätte eine Pedale, würde aber mit Elektrounterstützung fahren und besäße eine Reichweite von 60 bis 70 Kilometer. Seine Geschwindigkeit würde 50 Stundenkilometer betragen, es würde mit alternativer Energie angetrieben und wäre umweltfreundlich. Das ist besonders gut, da unsere Brennstoffe bald zuneige gehen. Mit einem Preis von 5000 bis 10 000 Euro müsste man allerdings rechnen, wobei letzteres wahrscheinlicher ist.

Heute schon besitzen diese Fahrzeuge eine Fahrerkabine und sind somit wettergeschützt. Außerdem sind sie sehr leicht. Ich selbst besitze momentan kein Auto, sondern nur ein Fahrrad für den Nahverkehr. Für den Fernverkehr nehme ich öffentliche Verkehrsmittel oder beteilige ich mich an einer Autogemeinschaft. Es ist nicht so, dass ich mir kein Auto leisten könnte, aber ich würde morgens nicht aufstehen, nur um mir irgendwann einen Mercedes kaufen zu können.

ROLAND MACK (EUROPA-PARK-CHEF):
Mein Traumauto ist seit neuestem der smart fortwo electric drive von Daimler – ein echt tolles und vor allem zeitgemäßes Fahrzeug. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Dieses elektrisch angetriebene Auto verkörpert für mich die umweltfreundlichste Art des Autofahrens auf kurzen Strecken, sprich auf meinen vielen tagtäglichen Unternehmungen im Europa-Park. Zudem ist es wegen seiner Abmessungen hervorragend dafür geeignet, dass ich mich im Europa-Park selbst in den engsten Wegen und Gassen problemlos fortbewegen kann – und das emissionsfrei und äußerst geräuscharm. Es ist die ideale Form der Mobilität für den Betreiber eines Freizeitparks. Zusätzlich verfüge ich für längere Geschäftsreisen über einen Mercedes-Benz S-Klasse. Könnte ich ein fiktives Traumauto kreieren, würde ich ganz klar für noch höhere Sicherheitsstandards plädieren. Rein statistisch betrachtet gibt es im Straßenverkehr noch zu viele schwere Unfälle, die auf technisches Versagen zurückzuführen sind. Ansonsten wäre ein partiell zuschaltbares Autopilot-System eine interessante Vision, die es dem Fahrer zum Beispiel im Falle eines Verkehrsstaus erlaubt, während der Stop- and Go-Phasen und im zäh fließenden Verkehr gänzlich auf das Fahren verzichten zu können. Dabei könnten viele Arbeiten erledigt werden und das Auto würde in noch größerem Umfang zum mobilen Büro. Diktieren, Telefonieren, Schreiben und auch hin und wieder Entspannen, all das wäre möglich.

BRUNO METZ (BÜRGERMEISTER ETTENHEIM):
Mein Traumauto kombiniert Fahrspaß und Vernunft. Ich habe es mir vor einem Vierteljahr gekauft und es handelt sich um einen schwarzen BMW 520 Diesel. Dieses Auto hat eine schöne Form und ein hochinnovatives Antriebskonzept, sowie eine Start-Stop-Automatik. Eine tolle Kombination. Die Kosten dafür liegen bei 42 000 Euro. Eigentlich trage ich zwei Seelen in meiner Brust, denn früher war ich ein echter Porsche-Fan. Aber wir haben nun mal endliche Energieressourcen und deshalb ist dieses Auto dank des kleinen Motors einfach viel umweltfreundlicher. Es bringt Traum und Realität zusammen.

THOMAS HAPPERSBERGER (FEUERWEHRKOMMANDANT):
Mein Traumauto gibt es eigentlich schon gar nicht mehr. Ich war früher immer ein fanatischer Renault 4-Anhänger. Das war so eine viereckige Kiste, die es in den 70er und 80er Jahren gab. In meiner Jugend, also vor ungefähr hundert Jahren, hatte ich mehrere R 4. Das war Auto pur, denn es war eigentlich nur Motor in einer Blechkarosse. Elektronik gab es keine, dafür konnte man viel selber machen. Im Fußraum stand regelmäßig das Wasser, weil das Auto undicht war. Außerdem war eigentlich immer das Heizungsgebläse kaputt, sodass man im Winter auch von innen kratzen musste. Mit diesem Auto hatte man einfach ein tolles Leben als Student. Bei Festivals konnte man darin übernachten. Der R 4 war eine Kultbox, wie die Ente, nur qualitativ hochwertiger, wenn man in dem Zusammenhang überhaupt von hochwertig sprechen kann. Mitte der 90er gab es den R 4 dann nicht mehr regelmäßig zu kaufen. Ich hatte deshalb immer gleich zwei davon parallel. Einen zum Fahren und einen als Ersatzteillager. Insgesamt hatte ich drei R 4, wobei der teuerste damals ungefähr 1000 Mark kostete. Von Umweltfreundlichkeit konnte keine Rede sein, außerdem hatte er nur 34 PS. Heutzutage würde ich wahrscheinlich den Komfort vermissen, aber damals war das Auto einfach cool. Momentan würde ich mir deshalb keinen mehr kaufen, dafür fehlt die Zeit. Aber irgendwann wäre so ein Auto schon wieder vorstellbar. Im Moment besitze ich einen Mercedes Vito. Für mich ist das Auto aber ein reines Nutzfahrzeug, um von A nach B zu kommen. Richtigen Fahrspaß habe ich nur auf zwei Rädern, früher bin ich häufiger Motorrad gefahren. Inzwischen würde ich auf keinen Fall mehr auf eine Klimaanlage verzichten wollen. Für mich benötigt ein Auto außerdem eine vernünftige Motorisierung, damit man nicht am Berg klebt. Auch der Sicherheitsaspekt ist natürlich sehr wichtig. Mit dem R 4 hätte ich keinen Frontalzusammenstoß haben wollen.

JOACHIM VOLK (DIRIGENT DER STADTKAPELLE LAHR):
Im Moment wünsche ich mir ein großes Wohnmobil, mit dem ich dann in Urlaub fahren kann. Als Lehrer habe ich mehr Ferien als andere und ich mache gerne Touren. Ich will noch einiges kennen lernen, deswegen ist ein Wohnmobil ideal. Meine Frau befürwortet das auch. Momentan habe ich aber noch keine Zeit, um ein Wohnmobil voll zu nutzen, deswegen besitze ich noch keines. Ich habe aber vor, es mir in den nächsten Jahren zu kaufen. Es ist doch so, dass man verschiedene Phasen im Leben durchmacht, in denen man sich ein bestimmtes Auto wünscht. Ich habe mir zum Beispiel als erstes einen Mercedes gekauft. Im Laufe der Jahre wechselt das Traumauto aber seine Gestalt, weil auch andere Autos sehr gut zu fahren sind. Wenn ich mir einen Traum erfüllt habe, möchte ich wieder etwas anderes. Ich zum Beispiel habe mir dann einen BMW gekauft. Heute besitze ich seit knapp zwei Jahren einen VW Touran und ich bin sehr zufrieden damit. Mir war es wichtig, dass das Auto groß genug ist, um Familie und Schülern Platz zu bieten. Ich achte auch immer darauf, dass das Auto eine Anhängerkupplung hat. Das ist als Lehrer und Vereinsmensch immer wichtig. Mein Auto muss nicht perfekt sein, nur bequem, weil ich viel damit fahre. Und es muss genügend PS haben, um schnell fahren zu können. Ich will aber keinen Schnickschnack. Je mehr Technik, desto öfter ist es in der Werkstatt. Mein Auto braucht keinen Luxus, für mich ist es ein normaler Gebrauchsgegenstand – wie eine Waschmaschine. Wenn es kaputt ist, kaufe ich mir das nächste.

ANTON SINGLER (EHRENVORSITZENDER DES MSC SCHWEIGHAUSEN):
Mein Traumauto wäre ein Porsche, da er sehr sportlich ist und die Größe stimmt. Momentan habe ich aber nicht vor, mir einen zu kaufen. In ferner Zukunft vielleicht. Ein perfektes Auto muss genügend Platz für mich und den Beifahrer bieten. Es sollte eine mittlere Motorenstärke haben und zuverlässig sein. Außerdem darf der Spritverbrauch nicht zu hoch sein. Sportliches Aussehen ist natürlich auch wichtig. Im Moment fahre ich einen Subaru Forester. Das Auto ist für mich allerdings nur ein Nutzfahrzeug, um auch mal Dinge zu transportieren. Um den Fahrspaß geht es da weniger.

CHRISTINA OBERGFÖLL (DEUTSCHE SPEERWERFERIN):
Mein Traumauto ist ein Mercedes SLS. Er hat Flügeltüren, ist superschnell und sieht einfach supergenial aus. Mit einem Preis von rund 200 000 Euro liegt er jedoch nicht in meinem Budget. Momentan besitze ich eine C-Klasse von Mercedes. Dieses Auto ist für mein Budget auch ok, deshalb habe ich es mir gekauft. Ein Auto ist für mich sehr wichtig, da ich sehr gerne schnell Auto fahre und außerdem viel unterwegs bin. Natürlich ist es wesentlich, dass das Auto sicher ist – und schön. Die Hauptsache ist aber, es fährt sehr schnell.

HELMUT NITSCHKE (E-WERK MITTELBADEN):
Ich habe eine klare Vorstellung von meinem Traumauto. Es soll eine gehobene Mittelklasse von den großen renommierten Autofirmen sein – mit Elektromotor. Etwa ein Mercedes E, ein Audi A 6, oder die Fünferserie von BMW in Verbindung mit einem vernünftigen E-Motor. Das gleiche würde ich mir von einem Porsche Cayenne wünschen. Aber das ist ein Traum, der wohl nie in Erfüllung gehen wird. E-Mobilität soll bei meinem Auto im Vordergrund stehen und nicht nur ein Alibi sein. Den Mercedes S 400 Hybrid habe ich mal getestet. Der hat allerdings nur eine kleine Batterieladung und der E-Motor unterstützt lediglich. Ich würde es mir genau andersherum wünschen: Ein guter Elektromotor mit bis zu 200 Kilometern Reichweite, der Unterstützung bekommt. Der Opel Ampera etwa hat ein gutes Konzept. Er fährt voll elektrisch, verfügt aber über einen Motor, der den Ladezustand der Batterie aufrecht erhält. Für das E-Werk Mittelbaden wollen wir den Ampera anschaffen. Bisher fahren wir dort mit Elektro-Smarts und Hybridfahrzeugen von Toyota. E-Fahrzeuge machen nur Sinn, wenn sie mit regenerativem Strom betrieben werden. Wenn es da ein flottes Fahrzeug gäbe, eine gehobene Mittelklasse, wäre ich sofort dabei. Immerhin fahre ich beruflich weit über 40 000 Kilometer im Jahr.

Alle Teile der Serie und weitere Berichte finden Sie unter http://www.badische-zeitung.de/125-Jahre-auto
von mbi
am Mi, 12. Oktober 2011

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