Die Konturen schärfen sich

Bei der Podiumsdiskussion des Gewerbevereins werden die Schwerpunkte der drei Oberbürgermeisterwahl-Kandidaten deutlich.

RHEINFELDEN. Gustav Fischer sah den Zweck der Podiumsdiskussion mit den drei Oberbürgermeisterkandidaten am Freitag erfüllt. Der Vorsitzende stellte nach der von Edwin Rütschle moderierten Veranstaltung im "Danner" fest, der Auftrag des Abends sei erfüllt worden. Der Gewerbeverein habe dazu eingeladen, weil er bei der Stadtverwaltung nicht genug Gehör gefunden habe. 60 Gäste verfolgten, wie Klaus Springer, Cornelia Rösner und Klaus Eberhardt sich fast zwei Stunden lang positionierten – hauptsächlich zum Thema Innenstadt.

Die Zukunft des Kaufhaus Blum und die unter seiner Schließung vor fast einem Jahr vor allem leidenden Geschäfte in der Kapuzinerstraße, die seither an Attraktivität und Kundenfrequenz verloren haben, waren nach der halbstündigen persönlichen Vorstellung der Kandidaten die zentralen Themen bei Rütschles und den vom Publikum gestellten Fragen. Soll dort eine neue Fußgängerzone geschaffen werden? Wohin mit den Parkplätzen? Was werden Sie in drei Jahren als OB bewegt haben? Dabei wurde teilweise deutlich, dass nicht immer ganz ohne Hintergedanken gefragt wurde, sondern mitunter auch ein Kandidat in Bedrängnis gebracht oder ein anderer in ein gutes Licht gerückt werden sollte.

Die Bewerber gingen distanziert und fair miteinander um. Jedenfalls ließ sich keiner auf kleinere Provokationen des anderen ein, sondern verbucht diese wohl als ein gutes Recht des Mitbewerbers, solange – wie bisher – die Grenze des guten Stils nicht überschritten wird. Schließlich befinden sie sich ja im Wahlkampf. Andererseits sollte ein OB über gewissen Dingen stehen können. Ihre Gelassenheit ist somit auch ein stummer Ausdruck ihrer charakterlichen Qualifikation. Gleichzeitig geben sich die Drei bei Sachthemen auch immer wieder gegenseitig Recht.

Als ausgebildeter Raumausstatter sei der Gewerbeverein für ihn eine besondere Station, sagte Springer und räumte ein, arbeitslos zu sein: "Ich versuche, als OB unterzukommen." Wie gewohnt ging er bewusst unkonventionell mit seiner Kandidatur um. Er stellt gerne heraus, nicht aus einer öffentlichen Verwaltung zu kommen und gibt sich als der Nachbar von nebenan. Er will so die Gruppe der Nicht-Wähler aktivieren. Er werde mit relativ einfachen Mitteln gewährleisten, "dass das Gewerbe läuft", versprach er ebenso wie für gute Laune bei Kaufleuten und im Rathaus zu sorgen.

Auf ihren Heimvorteil setzt Rösner: "Ich bin Rheinfelderin." Die städtische Leiterin des Amts für Familie, Jugend, Senioren und Soziales wuchert mit ihrer Erfahrung im Verwaltungsdienst und betont ihre Führungs- und konzeptionelle Stärke sowie ihre Erfolge in den vergangenen zwölf Jahren. Sie plädierte unter anderem dafür, eine Stabsstelle Wirtschaftsförderung im Rathaus zu schaffen und das Innenstadtkonzept zu erneuern und sagte: "Wir brauchen ein Park- und Verkehrsleitsystem."

Der Weiler Bürgermeister Eberhardt hob als Schwerpunkt in den vergangenen 20 Jahren seine Arbeit für den Dienstleistungssektor und Handel hervor. Der gelernte Stadt- und Regionalplaner stellt auch zunehmend heraus, unvoreingenommen und allem gegenüber offen zu sein – so versucht er ebenso offensichtlich, sich von Rösner abzuheben wie Springer sich von allen Beiden, wenn er seine Skepsis gegenüber Investoren durchblicken lässt. "Die Tür des OB muss allen offenstehen. Ich will eine Bürgerfragestunde einführen", sagte Eberhardt und forderte auf, das bestehende Innenstadtkonzept endlich anzuwenden.

von Peter Gerigk
am Mo, 02. April 2012


Badens beste Erlebnisse