Die Notfallbetreuung ist eingerichtet

Zwangspause in Schulen und Kindergärten / Homeschooling kommt in Mode / Prüfungen aufgeschoben, nicht aufgehoben.

BAD SÄCKINGEN. Die Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Covid-19 haben nun auch das Schulsystem in Bad Säckingen erreicht. Von heute, Dienstag an bis zunächst Sonntag, 19. April, findet an allen Schulen kein Unterricht statt. Für Kinder von Eltern aus sogenannten Blaulichtberufen werden an den Schulen Notfallbetreuungen eingerichtet.

Bernd Rieckmann, Schulleiter des Scheffelgymnasiums Bad Säckingen, betont auf Nachfrage, dass alle Informationen bezüglich des Covid-19 auf der Homepage der Schule selbst sowie auf der Homepage des baden-württembergischen Kultusministeriums zu finden sind. "Informationen über den detaillierten Ablauf ändern sich derzeit täglich", so der Schulleiter. Deshalb werde die Homepage des Scheffelgymnasiums fortlaufend aktualisiert.

Auch auf den Internetpräsenzen der Werner-Kirchhofer Realschule, der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule, der beruflichen Schulen sowie der Bad Säckinger Grundschulen können Eltern und Schüler derzeit fortlaufend aktualisierte Informationen über den weiteren Ablauf finden – dies auch um Falschmeldungen aus dem Weg zu schaffen. So verbreitete sich erst am Wochenende die Falschmeldung eines Corona-Falles an der Bad Säckingern Realschule.

Laut Kultusministerium werde für alle Grundschulen und die Klassenstufen 5 und 6 der weiterführenden Schulen sowie allen Kindergärten eine Notfallbetreuung eingerichtet. Diese stehe für Eltern, die im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeiten, sowie Alleinerziehenden zur Verfügung. Auch in Bad Säckingen werde es diese Notfallbetreuungen geben. Auf den Homepages der Anton-Leo-Schule und der Weihermattenschule können Eltern, die in sogenannten Blaulichtberufen arbeiten, beispielsweise einen Antrag auf Notfallbetreuung herunterladen.

Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Muriel Schwerdtner erklärt, dass die Stadt eigens für die Kindergärten Anmeldeformulare für die Notfallbetreuung erstellt und an die Kindergärten verteilt habe. Außerdem werde das Anmeldeformular auf die Homepage der Stadt gestellt. "Wir rechnen jedoch nicht mit all zu vielen Notfallbetreuungen", so die Amtsleiterin. Laut Schwerdtner haben die Kindergärten in den vergangenen Tagen immer weniger Kinder in ihren Gruppen gehabt. Für die Notfallbetreuung in den Kindergärten sei die Stadt zentrale Anlaufstelle. Ausgefüllte Anträge werden im Rathaus geprüft und die Betreuung von dort aus koordiniert. Um eine schnelle Abwicklung zu ermöglichen, ist es laut Schwerdtner deshalb wichtig, die Anmeldebögen schnellstmöglich zu verbreiten. "Wir möchten bezüglich dieser Ausnahmesituation schnell handeln können", so die Amtsleiterin.

Diese Zwangspause soll jedoch nicht als Freifahrtschein in einen frühzeitigen Urlaub dienen. An den Schulen werden die Lehrer während dieser Zeit im Dienst bleiben. Außerdem werde es an den Bad Säckinger Schulen auch weiterhin Lernstoff für die Schüler geben. "In der unterrichtsfreien Zeit bekommen die Schüler Materialien von den Lehrkräften mit nach Hause", so Rieckmann.

Auch die Bad Säckinger Grundschulen setzen auf das Konzept des Homeschooling. Die Rudolf-Eberle-Schule hat für die derzeitige Situation eine digitale Lösung gefunden. So werde der Unterrichtsbetrieb durch die Umstellung auf "elektronischem Unterricht" aufrechterhalten.

Prüfungen werden zwar aufgeschoben, gelten aber nicht als aufgehoben. Laut Kultusministerium werden beispielsweise Prüfungen, die in den Zeitraum der Schulschließungen fallen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Dazu gehöre die Deutschprüfung am 2. April an den beruflichen Gymnasien.
von Vanessa Dai
am Di, 17. März 2020

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