BZ-Serie Selbermachen (Teil 9)

Die schönsten Leser-Stücke

Ein Kleid aus Papier, Mandalas aus Wolle, ein Nachthemd aus Omas Kissen: Unsere Leser haben ihre schönsten Do-it-yourself-Stücke eingereicht. Das sind die ersten Prachtstücke.



Mandalas aus Wolle

Irene Hügel aus Titisee-Neustadt bastelt mit Kindern gern Wollmandalas und Wollkacheln, die sehr leicht nachzumachen sind. Und geht’s:
»Material:
Äste, Wolle, Paketschnur
»Wollkacheln für Kinder: Pro Wollkachel wird ein Knäuel Filzwolle mit Farbverlauf benötigt. Zwei Ästchen (circa 25 cm) in der Mitte gut zusammenbinden (Paketschnur), danach von der Mitte aus die Wolle um die einzelnen Stöcke wickeln (von unten nach oben) und immer im Kreis. Am Schluss den Faden um einen Stock verknoten und abschneiden. Je nach Wunsch können die Stöcke gleichmäßig abgesägt werden.
»Großes Wollmandala: Wollreste in bunten Farben um ein Kreuz (mit Paketschnur fixieren) aus 4 Ästen (circa 1Meter bis 1,30 Meter) wickeln – um jeden Stock immer von unten nach oben und im Kreis. Am besten dicke Garne verwenden mit Farbverlauf. Sehr gut geeignet ist Filzwolle. Größe der Stöcke und Anzahl der Wollknäuel nach Wunsch und Durchhaltevermögen.

Beutel mit Durchblick

Anne Thorand (35) aus Ebringen ärgerte sich immer wieder darüber, dass sie beim Einkaufen das Obst und Gemüse in wenig umweltfreundliche Plastiktüten packen musste. So kam sie auf die Idee mit dem superleichten T-Shirt-Beutel. In ihrem Blog gibt es übrigens noch mehr Anleitungen zum Selbermachen.

»Material: alte T-Shirts
»So geht’s:
"Das erste T-Shirt habe ich so zerschnitten. Beim nächsten T-Shirt habe ich einfach den vorhandenen Saum als Tunnel für das Zugband genutzt. Für das Zugband habe ich Löcher in den Saumtunnel geschnitten – das geht sicher noch feiner mit ordentlichen Knopflöchern oder Ösen. Für den ersten Versuch war mir das aber gerade egal.

Jetzt kommt das Spaßigste: Löchern! Um gleichmäßige Löcher zu bekommen, habe ich mit einem (scharfen) Messer Schlitze geschnitten. Nach unten hin habe ich einen unzerschnittenen Teil als Boden gelassen. Hebt man den Beutel an, dehnt er sich prächtig und jeder kann sehen, was drin ist.

Für die Etiketten hab ich aus einer Kartonverpackung Schildchen ausgeschnitten und an das Band gebunden, darauf klebe ich jetzt die Etiketten vom Wiegen.

Tragbarer Lesestoff

Philine Niethammer (17) aus Freiburg hat sich für den Abiball ein ganz besonderes Kleid gebastelt: Die Robe ist aus Zeitungspapier und Kleister gemacht. Sie besteht aus einer festen Korsage und einem langen Rock aus drei Schichten.

»Material
Viele Zeitungen, Kleister, eine Schneiderpuppe (geht auch ohne), Frischhaltefolie
»So geht es:
Man wickelt die Schneiderpuppe mit Frischhaltefolie ein, damit sie sauber bleibt, und legt davor ein dickes Stück Pappe auf den Rücken der Puppe. Dann beginnt man Streifen aus Zeitungspapier um die Puppe zu kleistern, so dass es wie ein schönes Oberteil aussieht. Ich habe nur Streifen ohne Bilder genommen, weil ich das schöner finde. Wenn man keine Schneiderpuppe hat, kann man die Zeitung auch um eine andere Person kleistern. Man muss dann allerdings das ganze Oberteil an einem Stück machen, was lange dauert und für die andere Person sehr anstrengend sein kann!

Dann kommt der Rock. Dazu habe ich eine etwas größere Zeitung genommen und jeweils eine Doppelseite und eine normale Seite zusammengekleistert. Nach dem sie getrocknet waren, habe ich die entstandene Riesenseite wie eine Ziehharmonika gefaltet und auf den Rock geklebt. Von diesen Ziehharmonikas braucht man so viele, bis man einen langen Rock hat.

Jetzt kommt die zweite Lage: Man nimmt nur eine Doppelseite aus einer großen Zeitung, faltet sie und klebt sie dann als zweite Schicht über den Rock. Wenn man einmal rum ist, kommt die letzte Schicht, die diesmal aus einer einzelnen Seite besteht.

Wenn der Rock fertig und alles schön getrocknet ist, kann man anfangen, das Kleid am Rücken der Puppe aufzuschneiden. Am besten mit einem Cutter! Dann befreit man das Kleid vorsichtig von der Puppe und hängt es auf einen Kleiderbügel mit Clips.

Wenn man an der Stelle, an der man das Kleid aufgeschnitten hat, etwas herausschneidet, passt das Kleid später besser, denn die Zeitung dehnt sich schon nach dem ersten Anpassen. An der offenen Stelle am Rücken kommen rechts und links Löcher in das Kleid, so dass man später ein Band durchfädeln kann. Jetzt ist das Kleid fertig und kann getragen werden! Allerdings ist das Material sehr empfindlich und das Kleid geht schnell kaputt!


Einfach Spitze: Nachthemd aus Omas Paradekissen

Gabriele Flamm (61) aus Wyhl sucht gern auf Flohmarkten und in Großmutters Schränken nach schön bestickten, weißen Kissen aus festen Baumwollstoffen, die vielleicht sogar mit Spitzen verziert sind. "Zu diesem romantisch ländlichen Stil", so schreibt sie uns, "passen alte, weiße Leinen- und Baumwollnachthemden perfekt." Aus einem alten Spitzenkissen kann solch ein Prachtnachthemd einfach selbst genäht werden.

»Material: Baumwollkissen mit Spitze

»So geht es:
1. Zuerst muss das Kissen komplett aufgetrennt werden. Man hat dann eine Vorderseite (mit Monogramm) und eine schlichte Rückseite des Kleides. Eventuell vorhandene Knöpfe werden entfernt.
2. Nun nimmt man ein T-Shirt, dessen Ausschnitt man gerne für das Nachthemd haben möchte, und legt dieses auf das aufgetrennte Kissen, so dass Monogramm und Spitzen an der gewünschten Stelle platziert sind. Entsprechend der Vorlage wird ein Ausschnitt ausgeschnitten.
3. Dann werden die Seitennähte und Schultern zugenäht und schon ist das Nachthemd im Grunde fertig.
4. Wer das Nachthemd noch etwas besonders machen möchte, kann auch die Stoffknöpfe oder Spitze verwenden und an der ein oder anderen Stelle eine Falte einbauen. Beim abgebildeten Modell (Bild oben) wurde dies wie folgt gemacht: Einfach eine Falte an der Schulternaht legen und den Knopf aufnähen. Am Hals und Armausschnitt eine Spitze untersteppen.

Gestickte Juwelen


Doris Beckert
aus Aitern hat für ihre Tochter eine Kette gefertigt, die Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert.
»So geht es:
Für diese Kette habe ich Holzperlen mit Durchmessern von 8 -12 mm verwendet. Die Holzperlen male ich mit einer zu den kleinen Perlen passender Farbe an. In diesem Falle Silber (Edding). Das verhindert, dass in Bereichen, wo die kleinen Perlen nicht ganz satt gewoben sind (zum Beispiel zum Ende hin), die Farbe der Holzperle durchschimmert. Zum Überziehen der Holzperlen habe ich verschiedene Perlen verwendet. Die kleinen Perlen werden auf Nadel und Faden aufgezogen, und mit verschiedenen Stichtechniken (Peyote-Stich) um die Holzperlen gewoben. Dafür verwende ich eine Lupe.
Die silberne Perle wurde mit einer anderen Stichtechnik hergestellt (der Peyote-Stich ist schwierig) als die anderen vier Kugeln (einfacher Netzstich).
Das Erlernen der Stichtechniken erfordert Ausdauer. Internetanleitungen und Bastelbücher waren schwierig zu "entziffern". Zum Erlernen der Stichtechnik habe ich als "Grundperle" einen Golfball verwendet, als Alternative für die Myukiperlen Holzperlen mit 6 mm Durchmesser. Für das Herstellen einer Kugel benötigt man etwa drei bis vier Stunden Zeit. Wenn man die Grundstichtechnik beherrscht, sind der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt.

Zart gemalte Falter

Das Faible von Bernhard Moser aus Waldkirch gilt dem Schnitzen und Bemalen von heimischen Schmetterlingen.

»So geht es:
Der rohe Schmetterling wird aus einem 40 Millimeter dicken Lindenholzbrett geschnitzt. Der Umriss wird mittels einer Pappschablone aufgezeichnet, die ziemlich genau dem kleineren Originalschmetterling entspricht. Der Falter wird relativ dünn ausgearbeitet und zum Schluss mit feinem Schmirgelpapier geschliffen. In einem zweiten Schritt werden die Schmetterlinge mehrschichtig bemalt, wobei Bernhard Moser genau darauf achtet, dass die Aderung, die Flecken und die Augen dem Original entsprechen. Es wird nur die Oberseite bemalt. Der fertige Schmetterling wird zum Schluss mit klarem Mattlack übermalt. Der Holzschmetterling ist etwa doppelt so groß wie das Original.

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von bz
am Di, 22. September 2015 um 00:00 Uhr

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