Coronavirus

Die Stadt Kehl schließt alle Schulen

Aufgrund zahlreicher personeller Verflechtungen mit dem vom Virus stark betroffenen Elsass sind ab Montag Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. Stadt richtet Notbetreuung ein.

Die Stadt Kehl sieht sich gezwungen, die städtischen Kindertageseinrichtungen sowie die allgemeinbildenden Schulen in Absprache mit dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Staatlichen Schulamt Offenburg von Montag, 16. März, an für zwei Wochen komplett zu schließen.

Grund für diese Entscheidungen sei nicht eine gestiegene Anzahl von Corona-Infizierten in Kehl.

Entsprechend des Erlasses des Landessozialministeriums müssen alle Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen und Schulen zu Hause bleiben, die sich in den vergangenen zwei Wochen im Gebiet der am Mittwoch, 11. März, vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Regionen Elsass, Lothringen, Ardennen aufgehalten haben. Das gelte unabhängig davon, ob diese Menschen Krankheitssymptome zeigen oder nicht. Gezählt werden die Tage vom Tag der Rückkehr an. Die Kehler Mediathek stellt ihren Betrieb bis Ostern ein.

Aufgrund der sehr engen rheinübergreifenden Verflechtungen mit Straßburg sind sehr viele Lehrer sowie Mitarbeitende in den Kindertageseinrichtungen vom Erlass des Sozialministeriums betroffen. Nicht zur Arbeit erscheinen können aber auch Hausmeister oder Servicekräfte, die für die Hygiene in Schulen und Kindertageseinrichtungen zuständig sind. "Unser Personalbestand ist daher auf ein Maß geschrumpft, das es uns nicht mehr erlaubt, einen geordneten Betrieb in den Kitas und städtischen Schulen aufrecht zu erhalten", erklärt Oberbürgermeister Toni Vetrano.

Geschlossen sind inzwischen die städtischen Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in der Kernstadt, also das Haus der Jugend und das Jugendzentrum.

"Wir werden alles tun, um die kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten", erklärt Thomas Wuttke, Erster Beigeordneter der Stadt Kehl. Die Verwaltung arbeite in der Organisationsform für besondere Lagen. Die Mitarbeitenden werden so eingeteilt, dass wichtige Einrichtungen wie die Wasser- und Abwasserversorgung, die Grundwasserhalteanlage oder das Bestattungswesen ohne Einschränkungen weiter funktionieren werden.

Für Kinder von Eltern, die in Einrichtungen arbeiten, die zur sogenannten kritischen Infrastruktur zählen – also im Krankenhaus, in Pflegediensten oder Altenpflegeheimen, um nur einige Beispiele zu nennen, organisiert die Stadt derzeit eine Notbetreuung.

Betroffene wenden sich an ihren Arbeitgeber, der wiederum mit der Stadtverwaltung, unter Tel. 07851 88-4999 oder per E-Mail unter notbetreuung@stadt-kehl.de Kontakt aufnimmt. Die Telefonnummer ist von diesem Freitag, 13. März, 11 Uhr, an geschaltet.

In Kehl befinden sich am 12. März 36 Personen in häuslicher Quarantäne; vier sind positiv auf eine Corona-Infektion getestet. Die Zahl der Corona-Infizierten im Département Unter-Elsass, zu dem der Großraum Straßburg gehört, gab die Regionale Gesundheitsbehörde am 11. März um 17 Uhr mit 108 an, das sind vier mehr als 24 Stunden zuvor.
von BZ
am Do, 12. März 2020 um 17:41 Uhr

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