Leo-Wohleb-Brücke

Die Superbaustelle kommt: durch den Stau ins Stadion

Sanierung der Wohleb-Brücke wird Ost-West-Achse lahmlegen.

Die Leo-Wohleb-Großbaustelle wird in den großen Ferien schon an normalen Tagen für jede Menge Verkehrschaos sorgen. Aber nun fällt auch noch das Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München in die Bauzeit. Gespielt wird am Dienstagabend, 27. August – um 18.30 Uhr, wenn Fußballfans und Feierabendverkehr aufeinanderprallen. Auch drei weitere Heimspiele, zwei Europa-League-Spieltermine liegen in der Zeit der Superstau-Baustelle.

Gebaut wird auf 450 Metern Straßen- und Brückenlänge an hochsensibler Stelle: an der Leo-Wohleb-Brücke und -Straße vom 27. Juli bis 12. Oktober. In Ost-West-Richtung muss die B-31-Stadtdurchfahrt gen Westen bis zum 24. August auf eine einzige Fahrspur verengt werden. Für den Rest der Bauzeit stehen wenigstens wieder zwei der drei Fahrspuren zur Verfügung. Die Sanierung sei nicht mehr aufzuschieben, sagt Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamts: Der Abschnitt ist 40 Jahre alt, Spurrillen gefährden den Verkehr und vor allem Motorradfahrer, Salzwasser kann zu noch größeren Schäden an der Brücke führen – und der Oberbau der Fahrbahn sei völlig unterdimensioniert für die Verkehrsbelastung. Die neue Wohleb-Straße bekommt die Asphaltkategorie "Autobahn" aufgetragen.

Uekermann sagt, man habe die Sanierung auf die Monate gelegt, in denen es am wenigsten Verkehr gebe: Das ist die Zeit der großen Ferien. Dennoch werden die Auswirkungen gewaltig sein: Schon die B-31-Tunnel sind von Ost nach West nur einspurig befahrbar. Der Rückstau werde sich, wenn viel Verkehr herrscht, bis nach Kirchzarten ziehen. Zwei bis drei Stunden werde zu solchen Zeiten die Stadtdurchfahrt dauern, fürchten die Verkehrsexperten. Dynamische Anzeigetafeln werden Wartezeiten und Staulängen anzeigen. Warnschilder werden im Schwarzwald und an der Bodenseeautobahn angebracht. Aber: Es ist nicht erlaubt, Umleitungsstrecken – etwa jene durchs Glottertal – anzuzeigen.

Weil schon während der Schulferien die neue Ligasaison beginnt, werden auch die Fans des SC Freiburg bei der Anfahrt aus Richtung Schwarzwald und bei der Abfahrt vom Stadion Richtung Autobahn im Stau stehen. Beim SC hätte man es lieber gehabt, die Arbeiten wären in der Spielpause begonnen worden. Man akzeptiere aber die Argumente aus dem Rathaus, so Verwaltungsdirektor Detlev Romeiko. "Wichtig ist für uns, dass an den Spieltagen die Waldseestraße geöffnet wird", sagt Romeiko. Die Zahl der Ausweichrouten ist begrenzt. Die Kartäuserstraße wird kein Ventil darstellen (auch hier wird es schnell Stau geben). Die Talstraße scheidet aus, weil der Verkehrsausschuss trotz Baustelle die Anwohnerregelung der Basler Straße nicht aufheben will – sicher eine diskutable Entscheidung.

Beim Bayern-Spiel droht der Verkehrskollaps

Und dann kommt auch noch das FC-Bayern-Problem am 27. August: Die DFL hat erlaubt, die Anstoßzeit um eine halbe Stunde auf 18.30 Uhr nach hinten zu verschieben. Mehr ist allerdings nicht drin; die Bayern müssen an diesem Abend noch auf den Flieger, da sie drei Tage später in Prag im Supercup gegen Chelsea antreten müssen. Im Moment verwenden die Verkehrsplaner viel Hirnschmalz darauf, wie sie den Mannschaftsbus der Bayern so schnell wie möglich am Stau vorbei aus der Stadt heraus bekommen.

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von Joachim Röderer
am Sa, 06. Juli 2013 um 00:00 Uhr

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