Die Titanic bleibt oben, Miss Sophie hat Gesellschaft

Wie wäre es, wenn ein bekannter Kinofilm plötzlich ein anderes Ende bekäme? Die JuZ hat sich Gedanken gemacht.

Happy End oder Schock-Schluss? Die Filmenden mancher Kinoklassiker sind legendär – aber auch ein bisschen verstaubt. Die Jugendredaktion hat sie daher mal etwas umgeschrieben...

Dinner for One – Was, wenn einer der
Gäste tatsächlich gekommen wäre?

"The same procedure as last year?" – Nein, dieses Jahr ist etwas anders. Als James zum x-ten Mal über den Löwenkopf stolpert, klopft es plötzlich an der Tür. Es ist Admiral von Schneider. Er berichtet von seiner Gefangenschaft während des Krieges auf einer Insel. Miss Sophie kommen die Tränen. "Wie es mich freut, dass Sie jetzt hier sind, lieber Admiral. James tut sich seit Jahren schwer mit Ihrem Akzent." Schließlich verabschiedet sich der Admiral und Miss Sophie zieht sich wieder in ihr Zimmer zurück. James folgt ihr mit einem Lächeln auf den Lippen: So glücklich hat er seine Miss Sophie lange nicht mehr gesehen.

Findet Nemo – Was, wenn Nemo
nicht gefunden worden wäre?
Nach Monaten erfolgloser Suche lebt der Vater-Clownfisch Marlin zurückgezogen in einem verlassenen Winkel des Ozeans. Der Verlust seines Sohnes und eine Midlife-Crisis rauben ihm jegliche Lebensfreude – bis er eines Tages in der "Selbsthilfegruppe für verwahrloste alte Knacker" Dorie trifft, die mittlerweile als Diplom-Doktorfisch kaputte Fischseelen repariert. Sie entzündet in Marlin neuen Lebensmut und ist selbst auch ganz angetan von ihm. Schon bald hängt sie ihren Job an den Nagel und die beiden brennen gemeinsam durch. Der junge Nemo, der sich erfolgreich aus den Fängen seines überfürsorglichen Vaters befreien konnte, genießt sein Dasein als Teenager. Er jobbt in einem Unterwasserzirkus als Pausenclown und lebt in einer WG mit Seestern Bella und Kugelfisch Puff. Zufällig treffen sich Vater und Sohn eines Tages wieder, doch das Interesse aneinander ist verschwunden. Man grüßt sich freundlich und lebt ansonsten in großstädtischer Anonymität.

Star Wars – Was, wenn der
Luftschacht des Todessterns
vergittert gewesen wäre?
Luke wäre vermutlich von seinem eigenen, abprallenden Geschoss getroffen worden, sein Gefährt mit ihm explodiert. Die letzte Hoffnung der Jedis wäre dahin, mit Hilfe des Todessterns würden die Rebellen vernichtend geschlagen. Prinzessin Leia wird von dem in der Macht aufgerückten Luke aufgefordert, ihre Rolle einzunehmen. Doch hinter seinem Rücken plant Darth Vader einen Putsch. Dazu sucht er Leia, deren Nähe er spürt. Diese traut Darth Vader aber nicht und fordert ihn zum Kampf heraus. Sie verwundet ihn so schwer, dass er stirbt – nachdem er sie über diverse Verwandtschaften und Weiteres aufgeklärt hat. Leia tötet schließlich den Imperator. Die negative Energie des Todessterns wird in positive umgewandelt und künftig wachen die Jedis unter Meister Yodas Leitung bis in alle Ewigkeit über die neu entstehende Republik. Zumindest solange Disney die Rechte an dieser Version nicht kauft.



Titanic – Was, wenn der Eisberg und
nicht die Titanic gesunken wäre?
"Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen", sagt Jack und küsst seine Rose. Zurück an Land heiraten sie übereilig und gründen eine Familie. Sie bekommen eine Tochter und kaufen ein Haus in New York. Doch hier beginnt die wahre Tragödie erst: Rose sehnt sich nach dem Reichtum aus ihrem alten Leben. Sie macht den "Herz des Ozeans"-Klunker zu Geld. Jack kann von der Malerei keine Familie ernähren. Nach mehreren Affären mit reichen Ölmagnaten und Reedereibesitzern trennt sich Rose von Jack. Erst Jahre später soll sie wieder etwas von Jack hören. Als dieser nämlich unter dem falschen Namen Jay Gatsby eine Villa kauft und dort rauschende Feste feiert. Einzig geblieben ist ihm die Angst vor Wasser, die er seit der Beinahe-Katastrophe auf der Titanic hat. Als Resultat komplizierter Machenschaften wird Jack (oder Jay) erschossen. Rose schaut von fern der Beerdigung zu. Kurz darauf heiratet sie Alan Cowan. Mit ihm lebt sie bis an ihr Lebensende.

von Ines Schwendemann
am Sa, 18. Oktober 2014


Badens beste Erlebnisse