Eine starke Außenwirkung

Die Heimattage im Markgräflerland stehen vor ihrem ersten Höhepunkt.

MÜLLHEIM. Die Heimattage im Markgräflerland steuern auf ihren ersten Höhepunkt zu: den Baden-Württemberg-Tag vom 14. bis 16. Mai, der ein ganzes Wochenende dauert. Bei einem Pressegespräch am Montag betonten Angela Kalous, Leiterin des Landesmarketing im Staatsministerium Stuttgart, sowie Karlheinz Harter vom Landesausschuss für Heimatpflege die Bedeutung dieses Großereignisses, das sich mit vielen Veranstaltungen durchs ganze Jahr der teilnehmenden Gemeinden zieht.

Die Ausrichtung der Heimattage erfreue sich wachsender Beliebtheit, erklärte Karlheinz Harter vom Landesausschuss für Heimatpflege in Baden-Württemberg. So hätte es für die nächsten vier Jahre mehr Bewerber gegeben, als zum Zuge kommen konnten. Es sind 2011 Bühl, 2012 Donaueschingen zusammen mit Bräunlingen und Hüfingen, 2013 die Neckar-Städte Horb, Rottenburg und Sulz sowie 2014 Waiblingen. Vor allem die kooperierenden Ausrichter schauten interessiert auf das Modell Markgräflerland, wo sich erstmals eine Region zusammengetan hat. Die Nachfolger würden von den Erfahrungen hier profitieren.

Der Landesausschuss für Heimatpflege in Baden-Württemberg – mit je einem Arbeitskreis pro Regierungsbezirk – arbeitet als Begleiter und Ratgeber sehr eng mit den ausrichtenden Gemeinden der Heimattage zusammen. Vorsitzender ist Erich Birkle, der beim Pressegespräch nicht dabei sein konnte, weil er übers Wochenende erkrankt ist. An seine Stelle trat Karlheinz Harter vom Regierungspräsidium. Das Interesse an Brauchtum und Tradition verbindet sich bei den Heimattagen mit der Möglichkeit der Außendarstellung. Dafür ist das Landesmarketing im Staatsministerium zuständig ("Wir können alles außer Hochdeutsch"). Die Heimattage seien für das Land sehr wichtige Veranstaltungen, erklärte Leiterin Angela Kolous. Das Staatsministerium bezuschusst das Heimattage-Budget mit 155 000 Euro. Kolous brachte zu dem gestrigen Termin, bei dem auch die Bürgermeister der teilnehmenden Gemeinden dabei waren, Grüße von Ministerpräsident Stefan Mappus mit, der aus Anlass des Baden-Württemberg-Tags erstmals die Region besucht, sowie Staatsminister Helmut Rau. Die Heimattage seien für die Innenwirkung sehr wichtig, sagte Kalous, denn sie stellten eine Selbstvergewisserung dar – von der Schönheit der Regionen in Baden-Württemberg. Wer sich dieser bewusst sei, könne sie auch als Botschafter nach außen tragen. Neun Gemeinden, eine Region – das funktioniere wunderbar im Markgräflerland.

Dieses kann sich ein ganzes Jahr lang mit all seinen Vorzügen als "Heimat der Sinne" – Motto der Heimattage 2010 – darstellen. Somit kann auch eine Wissenslücke geschlossen werden, die Müllheims Bürgermeister René Lohs immer wieder begegnet: Viele meinten, hinter Freiburg beginne gleich die Schweiz, dabei liegt hier "einer der schönsten Landstriche Baden-Württembergs", sagte Lohs. Für ihn war das die Motivation, sich 2005 um die Heimattage zu bewerben. Was von Müllheim ausging, hat Kreise gezogen und vereint nun neun Gemeinden unter einem Hut.
von Gabriele Babeck-Reinsch
am Di, 04. Mai 2010

Badens beste Erlebnisse