Einige Nachfragen zum Coronavirus

Ärzte und Apotheker auf dem Hotzenwald berichten.

HOTZENWALD. Die medizinisch tätigen Einrichtungen im Erholungsgebiet Hotzenwald werden durch Bürgernachfragen zum Umgang mit dem Gefahrenpotential des Coronavirus unterschiedlich beansprucht, wie eine Nachfrage der Badischen Zeitung bei den zwei Apotheken und mehreren Arztpraxen ergab.

Verzögerungen bei Lieferungen
Nach Auskunft der Rickenbach und Herrischried versorgenden Apothekerin Rebecca Bader gab es durch Covid 19 noch keine große Welle von Kundenwünschen oder Anfragen. Anlass für Sorgen böten aber die schon spürbaren Verzögerungen bei Medikamentenlieferungen insbesondere aus Gebieten wie China. Wegen der Epidemie wurden von ihr vorsorglich schon mehr Medikamente als sonst bestellt, und ihr Rickenbacher Betrieb macht auch von der aktuell erteilten Erlaubnis zur eigenen Herstellung von Desinfektionsmitteln Gebrauch. Inzwischen ist der Vorrat aber schon ausverkauft und es kann noch kein Nachschub des zur Herstellung erforderlichen Grundstoffs von dem Großhandel gewährleistet werden, berichtete die Apothekerin. Sie geht indes weiterhin davon aus, dass in der Regel längeres, gründliches Händewaschen nach Kontakten ebenso gute Dienste tut wie ein Desinfektionsmittel. Dies betont auch die Görwihler Apothekerin Hella Steinbrunn. In ihrem Geschäft gab es bisher nur wenig Gesprächsbedarf zum Thema Schutzmaßnahmen, was unter anderem auf die verstärkte Nutzung von Internet-Informationsdiensten zurückgeführt wurde.

Deutlicher Anstieg der Anfragen
Von einem "doch deutlichen Anstieg" der Corona-Nachfragen berichtete indes aus Görwihl der Allgemeinmediziner Johannes Romacker.

Das Virus komme näher, und die Sorge vor zu großen Belastungen des Gesundheitswesens nehme zu, lautet seine Einschätzung. In dieser Situation sei es wichtig, dass Arztpraxen nicht zu oft wegen kleinerer Gesundheitsanliegen oder Nachfragen aufgesucht würden.

Von der neuen Möglichkeit, Krankschreibungen auch über telefonische Kontakte mit Patienten zu veranlassen, habe er bereits einmal Gebrauch gemacht. Wenn Patienten nicht in in einem vollen Wartezimmer auf ein Aufgreifen ihrer Anliegen warten müssen, könne dies auch als ein Beitrag zum Schutz vor Ansteckungen gesehen werden.

Frühes Erkennen ist wichtig
In diesen Tagen, so betonte der Görwihler Allgemeinmediziner, müsse einerseits eine Viruspanik vermieden und andererseits eine Infektionenkette über frühes Erkrankungserkennen durchbrochen werden.

In der Görwihler Arztpraxis des Allgemeinmediziners Lothar Birth hat es bislang noch keine nennenswerte Erschwernisse durch zu viele besorgte Bürgeranfragen gegeben. Dies betonte auf BZ-Nachfrage auch der in Rickenbach und Herrischried tätige Allgemeinmediziner Miguel Pascual-Gracia. "Die Bürger hier oben verhalten sich bei diesem Thema sehr ruhig", lautete seine Beobachtung. Von dem mit einem Medizinerteam besetzten Rickenbacher Ärztehaus war keine Auskunft zum Thema Coronavirus zu bekommen.
von Wolfgang Adam
am Sa, 14. März 2020

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