Neue Prüfungsstruktur

Einzelhandel: Mobilität zwischen Berufen erleichtert

Seit Juli dieses Jahres gibt es im Ausbildungsberuf "Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel" die sogenannnte Gestreckte Abschlussprüfung.

Der Einzelhandel betritt mit der Erprobung einer neuen Prüfungsstruktur Neuland: Ab Juli dieses Jahres wird im Ausbildungsberuf "Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel" die sogenannnte Gestreckte Abschlussprüfung eingeführt. Die Auszubildenden müssen dann ihre Prüfung in zwei Teilen zu unterschiedlichen Zeiten ablegen, und zwar am Ende des zweiten und am Ende des dritten Ausbildungsjahres.

Im kaufmännischen Bereich wird diese Neuerung erstmalig eingeführt. Im gewerblich-technischen Bereich gibt es die Gestreckte Abschlussprüfung bereits seit 2002. Die neue Prüfungsstruktur löst die klassische Form mit Zwischen- und Abschlussprüfung ab.

Wesentlicher Unterschied ist, dass Teil eins der neuen Prüfung in das Abschlussergebnis der Auszubildenden einfließt. Die alte Form der Zwischenprüfung, eine reine Lernstandsüberprüfung ohne Bedeutung für das Ergebnis der Abschlussprüfung, entfällt.

Ziel der "Verordnung zur Erprobung der Gestreckten Abschlussprüfung im Beruf Kaufmann/ Kauffrau im Einzelhandel" ist es, nicht erst am Ende der Ausbildung, sondern schon nach zwei Jahren Kernkompetenzen im kaufmännischen Bereich abschließend zu prüfen und eine entsprechende berufliche Handlungsfähigkeit nachzuweisen. So ist künftig Teil eins der Gestreckten Abschlussprüfung im dreijährigen Ausbildungsberuf Kaufmann im Einzelhandel identisch mit der schriftlichen Abschlussprüfung im zweijährigen Ausbildungsberuf "Verkäufer/Verkäuferin". Dies vereinfacht die Prüfungsstruktur und stellt zudem sicher, dass die Gemeinsamkeiten in den Kernkompetenzen und der Prüfungsgestaltung eine Anrechnung und Durchlässigkeit ermöglichen, die die Mobilität zwischen den Berufen erleichtert.

Neue Prüfungsform eventuell auch für andere Berufe

Das Bundesinstitut für Berufsbildung wird eine Auswertung der Erprobung vornehmen. Dabei soll untersucht werden, inwieweit diese Prüfungsform geeignet ist, die berufliche Handlungsfähigkeit in den Einzelhandelsberufen angemessen zu erfassen und zu bewerten. Diese Evaluation soll drei komplette Ausbildungsjahrgänge umfassen, in denen Struktur, Inhalte und Gewichtung von Teil eins und zwei der Gestreckten Prüfung ebenso wie die Wahlqualifikation "Grundlagen unternehmerischer Selbstständigkeit" wissenschaftlich untersucht werden. Die Ergebnisse sollen auch Anregungen geben, ob diese Prüfungsform auf andere kaufmännische Berufe übertragbar ist. Die Erprobung läuft bis zum 31. Juli 2015. In diesem Zeitraum muss über eine Überführung der Gestreckten Abschlussprüfung in Dauerrecht entschieden werden.

von BZ
am Di, 22. September 2009

Badens beste Erlebnisse