Elisabeth-Schneider-Stiftung

  • Wilhelmstr. 17a
  • 79098 Freiburg im Breisgau
  • Tel.: 0761 34234
Zum Routenplaner

Elisabeth-Schneider-Stiftung: Alle Termine

  • Werke von Coriún Aharonián, Lachenmann und Schnebel. Konzertgespräch mit Lydia Jeschke, Redaktionsleitung Neue Musik SWR2 Das Eigene und das Fremde Im Mittelpunkt des 2. Saisonkonzerts des Ensemble Aventure am Dienstag, dem 31. Oktober 2017, 20 Uhr in der Elisabeth Schneider Stiftung, Wilhelmstr. 17a, stehen - in Vorbereitung einer neuen Aventure-CD - vier Werke des uruguayischen Komponisten Coriún Aharonián (geb. 1940), die auf unterschiedliche Weise eine spezifisch lateinamerikanische Ästhetik jenseits europäischer Vorbilder und Folklore-Klischees zum Ausdruck bringen. Aharonián greift dabei verschiedene Traditionen, Rhythmen, Klänge, Gesten, Instrumente des mestizischen Kontinents auf, denen er eine prägnante musikalische Form verleiht. Exemplarisch zeigt sich dies im für Aventure geschriebenen Octandre-Stück Gente (»Leute") von 1990, ein Meisterwerk kritischen Komponierens am Rio de la Plata. Das konzise Stück arbeitet mit wenigen musikalischen Gesten und Schein-Zitaten aus der alltäglichen Klanglandschaft der gewöhnlichen Leute Lateinamerikas, deren unterschiedliche Gemütszustände die Musik widerspiegelt: den Swing im tänzerischen Tango-Grundmotiv, das Sinnliche im Ohrwurm der Posaune, das Humorvoll-Freche in den spitzen Einwürfen der hohen Bläser, das Kitschige in atmenden Pfefferminzakkorden, die Lokalfarbe in Marimbula und Steeldrum. Wie die vervielfältigte Fotographie einer alltäglichen lateinamerikanischen Straßenszene muten die immer wiederkehrenden, blockhaft gereihten Gesten an, die im Finale übereinander geschichtet werden und zum Schluss noch eine Nase zeigen... Ähnliches gilt für das Quartett Los Cadadías (»Die Alltäglichkeiten«, 1980), das auf wenigen Materialien beruht, in denen sich traditionelle Wendungen des Tangos und verschiedene Erscheinungsweisen der Milonga widerspiegeln (z.B. das Rhythmusmodell und die typische Rauigkeit der Tonerzeugung). Von Aharoniáns karg-expressiver Ästhetik zeugt ebenso die Música para cinco (1972) mit ihrer initialen Tom-Tom-Parole - und erst recht das kurze Stück ¿De qué estamos hablando? für Bassklarinette/Es-Klarinette, Fagott und Violoncello, das Aharonián Aventure zum 20jährigen Jubiläum 2006 geschenkt hat - eine Musik nah an der Realität und zum Erkenntnis-Nutzen der Menschen. Den vier Werken Aharoniáns zur Seite stehen zwei emblematische Zyklen zweier Freunde und Weggefährten des Lateinamerikaners: Helmut Lachenmanns provokant verfremdendes Ein Kinderspiel (1981) für Klavier - Angebot zur Veränderung des Hörens im Bereich des Heimatlich-Vertrauten - und Auszüge aus Dieter Schnebels Zeichen-Sprache (1986-89) für Gesten und Stimmen, deren pure Körperlichkeit dem gestischen Charakter der Musik Coriúns Aharoniáns korrespondiert. Das Ensemble Aventure spielt in verschiedenen Besetzungen vom Solo (Akiko Okabe, Klavier) bis zum Nonett. Ein Konzertgespräch mit Frau Dr. Lydia Jeschke, Redaktionsleitung Neue Musik SWR2, reflektiert das Exemplarische der Musik Coriún Aharoniáns im Spannungsfeld von Eigenem und Fremdem. Tickets an der Abendkasse oder über: verena.fuchs@ensemble-aventure.de Eintritt 15EUR, Schüler und Studenten frei Programm 2. Saisonkonzert Dienstag, 31. Oktober 2017, 20 Uhr Elisabeth Schneider Stiftung, Wilhelmstr. 17a Konzertgespräch mit Dr. Lydia Jeschke, Redaktionsleitung Neue Musik SWR2 Das Eigene und das Fremde Coriún AharoniánMúsica para cinco (1972) (* 1940)für Altflöte, Horn, Trompete, Posaune und Tom-toms Los Cadadías (1980) für Klarinette, Posaune, Violoncello und Klavier Gente (1990) für sieben Bläser, Kontrabass und Schlagzeug ¿De qué estamos hablando? (2006) für Bassklarinette/Es-Klarinette, Fagott und Violoncello Helmut LachenmannEin Kinderspiel (1981) (*1935)Sieben kleine Stücke für Klavier Dieter Schnebelaus: Zeichen-Sprache (1986-89) (* 1930)Musik für Gesten und Stimmen

    Freiburg | Elisabeth-Schneider-Stiftung

    Di 31.10.17
    20 Uhr
    Ensemble Aventure - „Das Eigene und das Fremde“

Weitere Lokalitäten in der Umgebung


Badens beste Erlebnisse