Klassik

Ensemble Recherche in Freiburg

Abo 2: spotted: Hongkong - Konzert des ensemble recherche

Wann
Sa, 16. Januar 2021, 20:00 Uhr
Wo
Freiburg
Ensemblehaus
Vorverkauf
Ticket kaufen
Vorverkauf auch unter
Tel.: 0761 - 496 88 88 oder bei den
BZ-Geschäftsstellen
Veranstalter
Verein der Freunde des ensemble recherche e.V.

UPDATE:
Wegen der Corona-Pandemie ist der Zugang zu vielen Veranstaltungen beschränkt, andere finden nur online statt. Eine Verordnung des Landes Baden-Württemberg erlaubt seit dem 1. Juni 2020 wieder Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen, sofern Veranstalter ein Hygienekonzept erarbeitet haben. Kultureinrichtungen wie Theater und Konzerthäuser sowie Kinos, welche diese Anforderungen erfüllen, können seither wieder öffnen. Seit dem 1. August dürfen wieder bis zu 500 Menschen an einer Veranstaltung oder an Messen teilnehmen. Ab. 1. September sind Messen mit mehr als 500 Teilnehmern wieder erlaubt. Großveranstaltungen mit mehr als 500 Menschen bleiben jedoch bis Ende Oktober verboten. Auch in der Schweiz und im Elsass gelten Einschränkungen. Wir empfehlen Ihnen, sich direkt beim Veranstalter darüber zu informieren, ob die Veranstaltung stattfindet oder nicht.

Dieses Konzertprogramm wurde vom Hongkong-chinesischen Komponisten Charles Kwong kuratiert. Über Hongkong, die dortige Neue Musik-Szene und die Komponist*innenauswahl sprach Artistic Manager Clemens K. Thomas mit Charles Kwong.

Lieber Charles, du bist 1985 in Hongkong geboren und dort aufgewachsen hast aber einen großen Teil Deiner Studienzeit in England verbracht. Inwiefern ist Deine Biographie typisch für einen Hongkong-chinesischen Komponisten Deiner Generation?

In der Tat neigen wir stark dazu, englischsprachige Länder (nämlich Großbritannien, die USA, Kanada und Australien) als Ziel für ein Auslandsstudium zu wählen. Dies trifft jedoch nicht nur auf Komponist*innen zu, sondern ist gängige Praxis in vielen Berufen, was weitgehend auf unsere britische Kolonialgeschichte und unsere Englischkenntnisse zurückzuführen ist.

Du hast Dich dennoch entschieden nach dem Studium nach Hongkong zurückzukehren. Was ist das Besondere dieser Stadt?

Ich könnte endlos darüber reden, was das Besondere an meiner Heimatstadt ist. Ich möchte aber eine Sache hervorheben, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient vor allem in einem musikalischen Kontext , nämlich die Kolonialisierung und Dekolonialisierung, die Hongkong erlebt hat. Der Diskurs über die Dekolonialisierung betrifft scheinbar nur Ex-Kolonien, aber ich finde, dass viele der Überlegungen die zahlreichen Krisen, mit denen unsere globale Gesellschaft als Ganzes heute konfrontiert ist, akut betreffen, weil viele ihrer Herausforderungen gleichzeitig auch die Probleme der Spätmoderne sind. Diese Perspektive hat mir geholfen, bestimmte Aspekte in der Kunst und Kultur meiner Heimatstadt besser zu verstehen, die Außenstehenden sonst vielleicht merkwürdig oder sogar bizarr erscheinen würden.

In der Reihe Spotted: suchen wir in einer globalen Gegenwart nach lokalen Besonderheiten. Inwiefern gibt es so etwas wie eine hongkong-chinesische, musikalische Identität? Wie bist du bei der Programmauswahl vorgegangen?

Kunst ist untrennbar mit der persönlichen Vergangenheit und den Erfahrungen eines*einer Künstler*in verbunden. Auf der persönlichen Ebene spielt meine Verbindung mit Hongkong sicherlich eine Rolle für meine musikalische Identität. Aber diese musikalische Identität sollte nicht die gleiche Narration des musikalischen Nationalismus wie in den vergangenen Jahrhunderten sein. Geographische Unterschiede sollten heutzutage nicht mehr so sehr wie früher bestimmen, welchen musikalischen Kulturen und Einflüssen ein*e Komponist*in ausgesetzt ist. Ich denke, es ist heutzutage sehr schwierig, die musikalischen Stile oder Merkmale einer bestimmten Gruppe von Komponist*innen nach ihrer geographischen Herkunft oder Ethnizität zu verallgemeinern. In meinen Augen sollte die musikalische Identität Hongkongs nicht eine Zusammenstellung von musikalischen Eigenheiten sein, sondern sich aus den Visionen zusammensetzen den Visionen, wie wir alle unsere Kunst als Antwort auf die Möglichkeiten und Herausforderungen, mit denen wir in dieser Stadt konfrontiert sind, betrachten und verorten.
In diesem Programm versuche ich nicht, einen Überblick über die zeitgenössische Musik Hongkongs zu geben weil das schlicht unmöglich ist. Ich stelle mehrere junge Komponist*innen aus meiner Generation vor, die meiner Meinung nach hohe künstlerische Qualitäten haben. Sie haben in ihrer jeweiligen Biographie eine unterschiedlich starke Verbindung zu Hongkong. Ich möchte daher nicht einen einheitlichen musikalischen Eindruck von Hongkong heraufbeschwören, sondern im Programm, so hoffe ich, die unverwechselbaren Persönlichkeiten vorstellen, die eine ähnliche Herkunft teilen. Daher ist weder eine süßsauer-Pentatonik noch eine orientalische Textur zu befürchten, stattdessen kann Hongkong vielfältig und einfallsreich gehört werden.
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Di, 08. September 2020 um 15:27 Uhr

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