Fasziniert von Schwarz-weiß

ZUM ERSTEN, ZUM ZWEITEN, ZUM HELFEN:Beat Presser aus Basel ist Fotograf und Kameramann und ist viel in der Welt unterwegs.

LÖRRACH. Zwei Dutzend Künstler aus Lörrach und der Region stellen Arbeiten für die Benefizaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" zur Verfügung. Bis zur Versteigerung am 27. November in der Volksbank Dreiländereck in Lörrach präsentiert die BZ jeden Tag das Porträt eines Künstlers oder einer Künstlerin sowie das Werk, das im Rahmen dieser Aktion angeboten wird. Heute Beat Presser.

Beat Presser kommt meistens von irgendwoher oder ist auf dem Sprung nach irgendwohin. Der Schweizer ist ein Vagabund, ein Abenteurer, der rund um den Globus seine Projekte verfolgt und für den der Weg das Ziel ist. So ist er auch jetzt gerade wieder unterwegs – dieses Mal für sein Dhau-Projekt in Tansania. An allen Orten, an denen er in den vergangenen Jahren diese ältesten Transportschiffe der Welt erforscht und auf Fotografien gebannt hat, zeigt er die entsprechenden Arbeiten in einer transportablen Ausstellung. Deshalb kann er zur BZ-Kunstauktion morgen, Samstag, in der Volksbank Dreiländereck auch nicht in Lörrach sein.

Der am heißesten Tag des Jahrhunderts, nämlich am 14. Juli 1952 um 12 Uhr mittags in Basel geborene Fotograf und Kameramann aus Passion, der in den achtziger Jahren einige Berühmtheit erlangt hat mit den Standfotos für Werner Herzog und Klaus Kinski von den Dreharbeiten zu "Fitzgeraldo" und "Cobra Verde", stellt fest: "Die Fotografie ist für mich nur ein Vehikel für ein interessantes Leben." Also produziert er seit Jahrzehnten Bücher, packende Reiseberichte und fotografische Geschichten, die weltweit ausgestellt werden.

Der Moment, in dem er als Schüler zum ersten Mal die Verwandlung eines weißen Papiers in ein fertiges Bild im Entwickler mitverfolgen konnte, beschrieb Presser als "nachhaltigstes Erlebnis". Sofort stand der Entschluss fest, Fotograf zu werden. Nach der Schule unternahm er aber zunächst eine Weltreise ohne Fotoapparat, weil er sich zuerst alles genau anschauen wollte.

Beat Presser ist immer der Schwarzweiß-Fotografie treu geblieben, und da der gerade eben beschriebene magische Vorgang für ihn nichts von seiner Faszination verloren hat, vergrößert er bis heute seine Aufnahmen eigenhändig.

Als alter Kinski- und Herzog-Fan war Jiri Novotny selbstverständlich beeindruckt von den berühmten Set-Aufnahmen aus dem peruanischen Urwald, aus Venezuela, Kolumbien, Brasilien und Ghana. Als er dann erfuhr, dass Beat Presser diese Fotografien gemacht hat, und dass er ein Fotostudio in Basel betreibt, besuchte er ihn dort und kaufte vom Fleck weg begeistert einige seiner Bilder.

Gerade hat Novotny in der gleichnamigen Galerie, mit der sich der Grafikdesigner und seine Familie im vergangenen Jahr einen Traum erfüllt haben, Beat Pressers Werke erfolgreich ausgestellt.

Beat Presser: "Baobabs/Madagaskar 1990 bis 1992", S/W-Fotografie auf Alu, 10 x 100 Zentimeter, Mindestgebot 400 Euro

Alle Künstlerporträts und alle angebotenen Kunstwerke im Internet unter http://www.badische-zeitung.de/kunstaktion. Dort können über die Artikel-Kommentare auch schon erste – unverbindliche – Angebote abgegeben werden
von Barbara Ruda
am Fr, 26. November 2010

DIE AKTION:

"Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" ist ein gemeinsames Projekt von 25 Künstlern, der BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" und der Volksbank. 30 Prozent der Erlöse gehen an "Hilfe zum Helfen", der Rest deckt die Kosten der Künstler. Die Versteigerung in der Volksbank Dreiländereck in Lörrach, Tumringer Straße, (27. November, 18 Uhr) ist öffentlich, jeder kann mitbieten.  

Autor: bz

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